Donnerstag, 24. Mai 2012

Erdbeeren fehlen ein paar laue Mainächte




Eine leicht rote Erdbeere auf dem großen Feld – Andreas Beck muss lange suchen. Falls es über Pfingsten ein paar sonnige und warme Tage gibt, ist aber schnelle Reife zu erwarten.	Fotos: Küppers
Eine leicht rote Erdbeere auf dem großen Feld – Andreas Beck muss lange suchen. Falls es über Pfingsten ein paar sonnige und warme Tage gibt, ist aber schnelle Reife zu erwarten. Fotos: Küppers

Eberdingen (rkü). Noch ist nichts passiert, aus Sicht der Erbeer-Anbaubetriebe in der Region. Das nasskalte Wetter im Mai hat den Erdbeeren keine Schäden zugefügt. Sei reifen aber auch nicht. Dafür wären Sonne und vor allem Wärme nötig. Beides ist für die Pfingstfeiertage vorhergesagt.

Andreas Beck schaut mit sorgenvollem Blick auf seine Erdbeerfelder zwischen Eberdingen und Nussdorf. „So kalt und nass war der Mai schon seit Jahren nicht mehr. Die Erdbeeren reifen nicht.“ Beck wartet auf besseres Wetter. „Vor allem Wärme ist wichtig. Wenn es warme Nächte gibt, kann man sagen: Die Erdbeeren reifen über Nacht.“ Davon ist derzeit nichts zu spüren. Die meisten Früchte, die an seinen Tausenden Erdbeerpflanzen hängen, sind noch knallgrün und klein. Es gibt auch noch viele Blüten. Hin und wieder lässt sich auch ein zartes Rot erkennen, aber nirgends gibt es reife, süße Früchte.

„Damit wir überhaupt schon Erdbeeren im Hofladen verkaufen können, haben wir welche von einem Kollegen in Rastatt besorgt“, sagt Beck. „In der Rheinebene sind sie immer schon ungefähr zwei Wochen weiter als hier. Außerdem arbeiten sie mit Folientunnel. Aber auch da ist die Natur dieses Jahr später dran als sonst.“ Immerhin: Der feuchte und ungewöhnlich kühle Mai hat den Pflanzen und ihren unreifen Früchten bisher nicht geschadet. Das hofft Beck zumindest. „Sie reifen halt nicht.“ Schlimmer wäre es, wenn die Ernte durch feuchtwarmes Wetter behindert würde. „Das wäre dann ein echtes Problem.“ Die Erdbeeren würden an der Pflanze schimmeln, faulen oder sonstwie verderben. Doch So weit ist es noch längst nicht. Zu Jahresbeginn war es länger kalt als in anderen Wintern. Doch das hatte noch nichts zu bedeuten. Beck: „Im März war es schon zäh. Aber im April haben wir super aufgeholt.“ Ein so genanntes Verfrühungsvlies, eine Folie mit Löchern, dient im Frühjahr wie ein einfach gehaltenes Gewächshaus. Unter der Folie wird es den Pflanzen schön warm – falls die Sonne scheint. Die hat sich im Frühjahr aber rar gemacht. In den vergangenen Wochen wurden sämtliche Erdbeerpflanzen auf den Feldern mit Stroh unterlegt. „Das muss passieren, solange die Blüten und die kleinen Früchte noch nach oben stehen“, erläutert der Eberdinger Obstbauer. „Wenn sich die Stiele mit den schwerer werdenden Früchten nach unten neigen, müssen sie vom Stroh abgefangen werden, damit sie nicht im Dreck landen.“

Alle Vorbereitungen sind getroffen, jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. „Ich hoffe, dass wir am Dienstag ganz normal ernten können“, gibt sich Beck optimistisch. Denn ihm stehen eine ganze Reihe Erntehelfer zur Verfügung, die momentan nicht viel zu tun haben. Außerdem steigt bei der Kundschaft das Verlangen nach heimischen Erdbeeren. „Viele wollen nicht einfach irgendwelche Erdbeeren haben. Es passiert uns oft, dass die Kunden lieber noch einmal wiederkommen, wenn sie wissen, dass sie dann Erdbeeren direkt von den Eberdinger Feldern bekommen“, sagt Beck, der sich über solche Aussagen freut. Am 30. Mai ist Erdbeerfest auf seinem Hof. „Bis dahin gibt es auf jeden Fall Erdbeeren – nur vielleicht noch nicht ganz so viele wie sonst.“ Tags drauf, am 1. Juni, beginnt auch die Saison der Selbstpflücker. Allerdings sollte, wer aus dem Vollen schöpfen will, lieber noch ein paar Tage länger warten. „In den ersten 20 Mai-Tagen haben wir zehn Tage verloren“, sagt Beck. Das muss erst einmal aufgeholt werden.




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