Donnerstag, 24. Mai 2012

"Vaihingen ist eine sichere Stadt"




In der Ferdinand-Steinbeis-Realschule wurde vergangenes Jahr ein Handtuchhalter angezündet. Die Kriminalpolizei hat vier Verdächtige ermittelt. 	Foto: Archiv
In der Ferdinand-Steinbeis-Realschule wurde vergangenes Jahr ein Handtuchhalter angezündet. Die Kriminalpolizei hat vier Verdächtige ermittelt. Foto: Archiv

Vaihingen (elf). Mit der Zahl an verübten Straftaten liegt die Stadt Vaihingen unter dem Kreisdurchschnitt  und sogar unter dem Schnitt des Landes Baden-Württemberg. Am Montagabend berichtete der hiesige Polizeichef Markus Bauder im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats über die Kriminalitätsentwicklung in der Stadt.
„Vaihingen ist eine sichere Stadt“, sagte der Leiter des Vaihinger Polizeireviers. Und dies trotz eines Anstiegs der Gesamtstraftaten in 2009 von 6,8 Prozent (wir berichteten). Gleichzeitig sei allerdings auch die Aufklärungsquote angestiegen. „Mit 61,2 Prozent liegen wir in diesem Bereich über dem Revierschnitt der gesamten Polizeidirektion Ludwigsburg“, sagte Bauder. Die sei ein Beleg für die gute Arbeit und Motivation der Beamten im Revier.
Am meisten hat die Vaihinger Polizei mit der Diebstahlskriminalität zu tun. Bauder: „Fast jede dritte Straftat in der Stadt ist ein Diebstahl.“ Gleich eine ganze Serie hat es letztes Jahr gegeben. Diebe hatten an zahlreichen hochwertigen Fahrzeugen die Außenspiegel entwendet. Bei den Kfz-Aufbrüchen hat es dagegen einen Rückgang gegeben. „Da es Autoradios und Navigationsgeräte überall günstig zu kaufen gibt, lohnt sich das offenbar für die Diebe nicht mehr“, vermutet Polizeirat Bauder. Einen Anstieg von acht auf 16 Delikte hat es bei den Wohnungseinbrüchen gegeben. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, selbst Vorsorge zu treffen und auch auf das Nachbarhaus zu achten. Die Polizei hat auch Flugblätter verteilt, um die Bürger mit den wichtigsten Informationen zum Thema auszustatten.
Sorgen bereitet der Polizei der Anstieg bei den Körperverletzungsdelikten. „Die Fähigkeit, Konflikte zu lösen, nimmt ab“, sagte Markus Bauder. Dabei spiele auch der Alkohol zunehmend eine Rolle. Jede zehnte Straftat im Revierbereich sei eine Körperverletzung. Deshalb greife die Polizei hier auch hart durch. „Um Signale zu setzen, bringen wir die Dinge konsequent zur Anzeige“, sagte Bauder. Ein Anstieg im Bereich der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz habe mit der erfolgreichen Polizeiarbeit zu tun. Je mehr Kräfte in diesem Bereich ermitteln, desto mehr steigen auch die Fallzahlen. „Brennpunkte haben wir keine in Vaihingen“, so Bauder.
Auffallend in der Kriminalitätsstatistik ist auch, dass die Gewaltdelikte vor allem bei Jugendlichen und Heranwachsenden zunehmen. Werner Stotz, kommissarischer Leiter der Kripoaußenstelle Vaihingen, erinnerte an die Brandstiftung in der Ferdinand-Steinbeis-Realschule im vergangenen Jahr. Vier an der Tat Beteiligte hat die Polizei ermittelt. Drei von ihnen belasteten den Vierten, der allerdings zum Tatzeitpunkt erst 13 Jahre alt und damit noch nicht strafmündig war. Klingt nach einer abgesprochenen Sache. „Wir schließen nicht aus, dass auch die anderen drei beteiligt waren“, sagte Werner Stotz.
Sieglinde Kühnle (Freie Wähler, Kleinglattbach) und Armin Zeeb (Grüne, Vaihingen) sorgten sich über die steigende Zahl bei der Jugendkriminalität. Revierleiter Markus Bauder konnte beruhigen: „Bei den Jugendlichen wird öfters die Polizei gerufen. Daher haben wir bei dieser Altersgruppe auch mehr Taten registriert.“
Werner Rohloff (SPD, Ensingen) erkundigte sich nach der Aufklärungsquote bei den Verunreinigungen durch Graffitisprayer. „Weil wir die Zeichen von den Sprayern fotografieren, gingen die Straftaten in diesem eher untergeordneten Bereich zurück“, sagte Bauder. Rohloff fragte außerdem den von der Stadt beauftragten privaten Sicherheitsdienst an. Um den sorgte sich auch Stefan Wasserbäch (Freie Wähler, Horrheim). Er wandte sich an die Stadtverwaltung: „Es stört mich, dass der Einsatz des Wachdienstes reduziert werden soll. Den sollte man in seinem Umfang beibehalten.“ Gerhard Bahmer, Leiter des Ordnungs- und Sozialamts, erklärte, dass es bei einem Drittel der kontrollierten Stellen zu keinen Auffälligkeiten mehr gekommen sei. Aus diesem Grund könne man den Umfang reduzieren. Dies wollte Werner Rohloff nicht so stehen lassen. Schließlich würden sich ja auch neue Treffs bilden, die es flexibel zu überwachen gelte.
Die Kleinglattbacher Ortsvorsteherin Sieglinde Kühnle konnte es  nicht glauben, dass bei elf Überwachungen des Lkw-Durchfahrtsverbots in der Hans-Krieg-Straße in Vaihingen und in der Bahnhofstraße in Kleinglattbach nur ein Lastwagen über 7,5 Tonnen erwischt wurde, der verbotenerweise durch Kleinglattbach fuhr. Markus Bauder versicherte, dass die Polizei sieben Schwerpunktkontrollen zu unterschiedlichen Zeiten in der Bahnhofstraße durchgeführt hat und dabei in der Tat nur einen Lkw erwischt hat. Bei vier Kontrollen in der Hans-Krieg-Straße sei jeder Lkw, der dort fuhr, berechtigt unterwegs gewesen. Dies liege vor allem am Gewerbegebiet Flosch mit seinem Anliegerverkehr.
Für Kleinglattbach könne  sich Bauder nur eine Lösung vorstellen: „Erschweren Sie die Durchfahrt, dass sie für den Schwerlastverkehr nicht mehr attraktiv ist. Doch damit schaffen Sie sich nicht viele Freunde.“




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