Donnerstag, 24. Mai 2012

Welcher Einzelhandel auf dem Luig-Areal?






Welche Einkaufsmöglichkeiten findet der Verbraucher künftig auf dem Luig-Areal in Illingen? Foto: Elsässer
Welche Einkaufsmöglichkeiten findet der Verbraucher künftig auf dem Luig-Areal in Illingen? Foto: Elsässer

Illingen (elf). Mit der Bebauung des Luig-Areals in Illingen stellt sich auch die spannende Frage nach dem Einzelhandel, der sich dort in Zukunft ansiedeln wird. Das Problem: Der bestehende Einzelhandel im Ort soll gestärkt und der Handel außerhalb Illingens darf nicht beeinträchtigt werden. Morgen hat der Gemeinderat das Thema auf der Agenda.So viel vorneweg: Es wird morgen Abend keine Abstimmung darüber geben, welche Unternehmen bald auf dem Illinger Luig-Areal bauen werden. Vielmehr wird der Gemeinderat eine grundsätzliche Aussage darüber treffen, dass die Ortsmitte und das Luig-Areal mit der Ansiedlung von Unternehmen eine Stärkung erfahren sollen. Gar nicht so einfach, denn: Hat ein Einzelhandels-Unternehmen keine negativen Auswirkungen auf den Ort und die umliegenden Gemeinden, so heißt dies noch lange nicht, dass es auch in Illingen ansiedeln will.

Nach dem Planungsstand vom März 2010 sind auf dem Luig-Areal Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von insgesamt 4100 Quadratmetern vorgesehen. Die größte Fläche davon (1550 Quadratmeter) entfällt auf den Edeka-Markt, der seinen derzeitigen Standort auf die andere Straßenseite auf das Luig-Areal verlagern will. 550 Quadratmeter Verkaufsfläche entfallen auf einen Drogeriemarkt, 780 Quadratmeter sind für einen Textilfachmarkt vorgesehen, 400 Quadratmeter sind für einen Schuhfachmarkt eingeplant und 775 Quadratmeter für weitere Sortimente.

Bevor diese geplanten Ansiedlungen erfolgen können, muss allerdings laut Baunutzungsverordnung und Einzelhandelserlass Baden-Württemberg untersucht werden, welche städtebaulichen und raumordnerischen Auswirkungen damit einher gehen. „Letztlich geht es darum, was rechtlich zulässig ist“, erklärt Bürgermeister Harald Eiberger. Dabei ist das Gesetz die eine Seite. Auf der anderen Seite stelle sich laut Eiberger auch die Frage, „was der Markt nachfragt - oder auch nicht“.Laut einer Markt- und Wirkungsanalyse zur geplanten Ansiedlung von Einzelhandelsnutzungen auf dem Luig-Areal des Büros Cima-Beratung in Stuttgart, kann hier lediglich der Edeka-Markt einen leichten Umsatzzuwachs von 0,64 Millionen Euro erwarten. Weder ein Drogeriefachmarkt noch Fachmärkte für Textilien oder Schuhe würden die nötigen Umsatzzahlen erreichen. Die Gründe hierfür liegen laut Cima am begrenzten Marktpotenzial im Raum Illingen sowie an der regionalen Wettbewerbssituation durch die Städte Vaihingen und Mühlacker sowie Ludwigsburg, Pforzheim und Stuttgart.Ein weiteres Problem: Laut Kongruenzgebot, das im Einzelhandelserlass Baden-Württemberg festgeschrieben ist, dürfen höchstens 30 Prozent des Umsatzes eines Einzelhandels-Unternehmens durch Kunden von umliegenden Gemeinden erzielt werden. Ein Schuhfachmarkt zum Beispiel benötigt allerdings laut Cima-Untersuchung weitaus höhere Kaufkraftzuflüsse. Würden sich auch einstellen, allerdings nur auf einem privilegierten Standort wie das Illinger Eck. Die negativen Auswirkungen auf Vaihingen und Mühlacker durch einen Lebensmittelmarkt, einen Drogermiemarkt und einen Textilmarkt liegen laut Untersuchung „signifikant unterhalb des relevanten Schwellenwertes von zehn Prozent“.Regionalplanerisch wird die Gemeinde Illingen übrigens als Kleinzentrum ausgewiesen. Einzelhandels-Großprojekte, wie beispielsweise ein Kaufland sind nur in Ober-, Mittel- und Unterzentren zulässig. Großflächige Einzelhandelsbetriebe sind in Illingen nur in bestimmten Sortimentsbereichen zulässig und wenn dargelegt werden kann, dass diese Projekte der Grundversorgung innerhalb der Gemeinde dienen.Was der Verbraucher künftig in Illingen an weiteren Einkaufsmöglichkeiten findet, bleibt abzuwarten. „Wir müssen jedenfalls die Koordinaten festlegen und beachten, dass die Ansiedlung sinnvoll und städtebaulich vertretbar ist“, so Eiberger.




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