Donnerstag, 24. Mai 2012

Feuerwehr lässt Auto fliegen






Rettungsübung der Enzweihinger Feuerwehr. Foto: Arning
Rettungsübung der Enzweihinger Feuerwehr. Foto: Arningf

Enzweihingen (aa). Spektakel auf dem Enzweihinger Bahnhofsgelände: Aus 30 Meter Höhe kracht ein BMW auf den Asphalt. Die Feuerwehr rückt zum Retten der Verletzten an. Es ist zum Glück alles nur eine Übung. Wie kann man die Aufprallwucht bei Tempo 80 demonstrieren? Die Enzweihinger Feuerwehrleute um Abteilungskommandant Henrik Bürkert sind um Ideen nicht verlegen. Sie haben sich am Samstag für ihre Übung im Rahmen der Tage der offenen Tür einen Autokran der Firma Seiz und Zimmermann besorgt, einen Unfallwagen an den Haken gehängt und das rund 1,6 Tonnen schwere Auto rund 30 Meter hoch in die Luft hieven lassen. Dann der spektakuläre Absturz. Die Verletzten legte man nach dem großen Rums schnell neben den Pkw, im Auto saß lediglich eine Dummy. „Des wär z’gfährlich g’wesa, do no jemand reinzusetza“, kommentierte ein Feuerwehrmann die Situation trocken. Was auffiel, die Fahrgastzelle des BMW wirkte noch recht kompakt, als die Enzweihinger Wehrleute unter der Führung von Daniel Kuhnle zur Übung ansetzten. Unter den Augen von zahlreichen Zuschauern demonstrierten die Männer Gelassenheit. „Die Stabilisierung der Verletzten steht im Vordergrund“, betonte Kommandant Henrik Bürkert am Lautsprecher. Die beiden aus dem Auto geschleuderten Personen wurden mit Hilfe des DRK-Ortsvereins Vaihingen fachmännisch versorgt, auf Rettungstragen „verlastet“ und an die Spezialisten übergeben. Auch an die Puppe im Auto kamen die Retter mit der Zeit mit Hilfe von Spreizern. Dass ein hochwertiges Auto dabei durchaus auch Widerstand leisten kann, wurde beim Einsatz. Insgesamt zeigte sich die Enzweihinger Wehr, die derzeit 52 Aktive (einschließlich vier Tagesausrücker von anderen Wehren) hat, in guter Verfassung. Der Abteilung hat drei Fahrzeuge zur Verfügung: ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF), ein Löschfahrzeug (LF) und einen Rüstwagen (RW). Die Tage der offenen Tür finden im zweijährigen Rhythmus immer Anfang Mai beim Feuerwehrhaus in der Hindenburgstraße statt. Trotz Umleitung, bedingt durch die Bauarbeiten in der Ortsmitte, wollte man das Fest auch dieses Jahr nicht ausfallen lassen. Gestern gab es unter anderem eine Übung der Jugendfeuerwehr und eine historische Löschübung. Heute Abend ist ein großes Menschenkickerturnier geplant.


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