Vaihingen (ub). Im Industriegebiet Fuchsloch in Vaihingen nehmen die Straftaten zu. Ebenso im Bereich von Schloss Kaltenstein. Beim Bahnhofsgelände wird ein Rückgang gemeldet, wie auch beim Vaihinger Eck. Auffallend ist, dass die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren deutlich ansteigt.
Am Montagabend haben wieder die Chefs des Polizeireviers Vaihingen ihren Auftritt vor den Mitgliedern des Verwaltungs- und Finanzausschusses des Vaihinger Gemeinderats (18 Uhr im Rathaus). Beleuchtet wird dabei die Kriminalitätsentwicklung in der Kernstadt und den Stadtteilen.
1168 Straftaten registrierten dabei die Beamten im Polizeirevier in der Heilbronner Straße – eine leichte Zunahme um 6,8 Prozent. Das Gros der Straftaten passierte mit 497 Fällen in der Kernstadt. Als besonders exponierte Orte zählt die Statistik das Bahnhofsgelände (22 Fälle), Schulen (3), Industriegebiet Flosch (45), Industriegebiet Fuchsloch (31), Vaihinger Eck (26), Schloss Kaltenstein (11) und Freibad/Sportgelände (1) auf. Bei den Stadtteilen gab es 2009 keinen besonderen Ausreißer. In Enzweihingen wurden 117 Fälle (2008 noch 125) dokumentiert, in Kleinglattbach 106 (102), in Horrheim 47 (55), in Ensingen 42 (57), in Gündelbach 17 (19), in Aurich 20 (26), in Riet 20 (22) und in Roßwag 33 (31). Die Aufklärungsquote lag durchschnittlich bei 61,2 Prozent; mit 85 Prozent lag die Aufklärungsquote im kleinsten Stadtteil Riet am höchsten.
Obwohl rückläufig nimmt die Straßenkriminalität bei den Straftaten in Vaihingen und den Stadtteilen den größten Anteil ein (212). 13 Sexualdelikte (15 im Jahr 2008) stehen in der Kriminalitätsstatistik, drei Fälle von Raub (alle aufgeklärt), 86-mal einfache Körperverletzung, 25-mal schwere Körperverletzung. Nötigung und Bedrohung tauchen 41-mal in der Statistik auf, 211-mal einfacher und 135-mal schwerer Diebstahl. 55-mal ging es um Beleidigung, 171-mal um Sachbeschädigung (hier ein Rückgang um 9,5 Prozent). 55 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (eine deutliche Zunahme um 162 Prozent) wurden bearbeitet, ebenso wie 114 Straßendiebstähle und vier Fälle von Brandstiftung.
Beim Betrug ist der Anstieg der Computerkriminalität auffallend: In Vaihingen gab es im letzten Jahr 14 Fälle, 2008 noch neun.
590 Tatverdächtige gingen der Polizei bei ihrer Arbeit ins Netz. 161 davon sind unter 21 Jahren (27,3 Prozent): 24 Kinder, 79 Jugendliche und 58 Heranwachsende. 198 der Tatverdächtigen sind Ausländer, das entspricht einem Anteil von 33,6 Prozent.
313 Unfälle musste die Polizei im letzten Jahr im Stadtgebiet von Vaihingen aufnehmen (im gesamten Revierbereich, zu dem die Verwaltungsgemeinschaft, Sachsenheim, Schwieberdingen und Markgröningen gehören, waren es 1619). Bei 77 Unfällen gab es Verletzte, davon wurden 21 Menschen schwer verletzt. Bei sechs Unfällen machte die Polizei Alkohol oder andere berauschende Mittel verantwortlich.
Im März dieses Jahres überwachte die Polizei gezielt das Lkw-Durchfahrtsverbot in der Hans-Krieg-Straße in Vaihingen und in der Bahnhofstraße in Kleinglattbach. Bei insgesamt elf Überwachungen zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten wurde lediglich ein Lastwagen über 7,5 Tonnen erwischt, der ohne Berechtigung auf der Bahnhofstraße in Kleinglattbach unterwegs war.
Thema am Montagabend ist auch die kommunale Kriminalprävention. So soll der private Wachdienst aus Oberriexingen auch in diesem Jahr – allerdings etwas reduziert – seine Kontrollfahrten machen. Zwischen April und Ende Oktober letzten Jahres wurden vor allem an Wochenenden 30 verschiedene Orte kontrolliert: 66-mal wies der Sicherheitsdienst auf unzulässigen Lärm, Abfälle oder Benutzungszeiten hin oder sprach Platzverweise aus. Überwiegend hätten aber keine Maßnahmen getroffen werden müssen, heißt es in der Bilanz.
Aufenthaltsverbot
in der Innenstadt
Fortgesetzt werden soll auch die Aktion „cool to school“ der Familienbildung, wo korrektes Busfahren geübt wird. Wirkung gezeigt hat das Projekt „Null Toleranz gegen Gewalt“, ein abgestimmtes Informations- und Handlungskonzept zwischen den Schulen, der Jugendarbeit, der Polizei und dem Ordnungsamt. Bisher wurde in einem Fall ein zeitlich befristetes und auf die Innenstadt begrenztes Aufenthaltsverbot ausgesprochen.
Andere Vorfälle wurden im Jugendhaus mit einem Hausverbot, Vernehmungen bei der Polizei oder Gespräche der Schulleitung mit Jugendlichen, Eltern und der Schulsozialarbeit erledigt. Gerhard Bahmer, Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes: „Alle diese gemeinsamen Anstrengungen scheinen so weit zu wirken, dass die Zahl der Vorkommnisse in unserer Stadt überschaubar ist.“