Ludwigsburg (aa). „Wir sind ganz gut unterwegs.“ Karlheinz Unger, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Ludwigsburg, ist mit dem Ergebnis von 2009 hoch zufrieden. Vor allem die Mitgliederentwicklung freuen ihn und seine Vorstandskollegen. „Volksbank Ludwigsburg bleibt auf Wachstumskurs“ – so war gestern Abend die Vertreterversammlung überschrieben. Die Genossenschaftsbank konnte im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld eine weitere Rekordbilanz vorlegen und sieht sich als stabiler Partner der Menschen und der Unternehmen in der Region. In allen wesentlichen Bereichen legte sie teilweise deutlich zu: Die Mitgliederzahl stieg um fast fünf Prozent auf über 53000, die Bilanzsumme nähert sich nun mit 1,93 Milliarden Euro einer magischen Grenze. 53036 Mitglieder (ein Plus von 2426) sind für den Volksbankvorstand – ihm gehören neben Unger Thomas Küster und Joachim Sandner an – ein Beleg für die Stabilität und Verlässlichkeit des Unternehmens auch in Krisenzeiten. Der Zuwachs von 4,8 Prozent bedeutet für die Volksbank Ludwigsburg seit 2007 zum dritten Mal in Folge einen Spitzenwert unter allen Volksbanken in Württemberg. Unger: „Dieses Mitgliederwachstum ist wiederum die Grundlage für das gesunde Wachstum.“ Die kontinuierlich steigenden Mitgliederzahlen stehen auch für eine Zunahme der Kundenzahlen auf 114000 (+3,6 Prozent). Das Wachstum lässt sich bei allen Altersgruppen nachweisen. Als besonders erfreulich wird der junge Markt bewertet; er hat teilweise Zuwachsraten von knapp 70 Prozent. Wenn diese Zahlen auch noch in Mitglieder umgewandelt werden könnten, wäre das Glück der Volksbänker perfekt. Unger: „Wo bekommt man denn eine Rendite von 5,5 Prozent?“ Das Kundenkreditgeschäft hat sich 2009 als stabil erwiesen. Insgesamt stiegen die Forderungen an Kunden um 18 Millionen Euro (+1,9 Prozent) auf 969 Millionen Euro. Dabei erhöhten sich nicht nur die Darlehen an das Gewerbe. „Der Mittelstand in der Region weiß, dass er auf uns als einen fairen und verlässlichen Partner bei allen Finanzierungsfragen bauen kann – wir ermöglichen auch künftig jede vertretbare Finanzierung“, lautet vor dem immer wieder zu hörenden Schlagwort von der Kreditklemme das Versprechen das Vorstandsvorsitzenden an alle Privatkunden und Unternehmer. Unger spricht von einem Spagat zwischen Können und Wollen. Und der Kunde müsse klarmachen können, dass er in der Lage ist, das geliehene Geld auch zurückzuzahlen. Über die Hälfte der Kundenforderungen resultierte 2009 aus Baufinanzierungen, deren Neugeschäft trotz einer sich abschwächenden Bautätigkeit im Geschäftsgebiet um 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgebaut werden konnte. Zusammengerechnet lag das gesamte aktuelle Baufinanzierungsvolumen zum Jahresende 2009 bei 576 Millionen Euro. „Das heißt in der Praxis, dass wir an jedem Tag, an dem unsere Filialen geöffnet hatten, 400000 Euro zur Verwirklichung von Wohnträumen ausbezahlt haben“, verdeutlicht Unger. Der Trend hat auch in den ersten Monaten des Jahres 2010 angehalten Auf ihre klassische Stärke im Anlagebereich konnte die Volksbank Ludwigsburg auch im zurückliegenden Jahr bauen. Die Geldeinlagen wuchsen um 84,2 Millionen Euro und erreichten damit eine Gesamtsumme von fast 1,6 Milliarden Euro. „Soviel, wie noch nie zuvor in unserer Geschichte“, freut sich Unger und verweist in seiner Analyse darauf, dass zahlreiche Kunden seit den wirtschaftlichen Turbulenzen des Jahres 2008 noch mehr auf die Sicherheit der Volksbank Ludwigsburg setzten. Nachdem das klassische Sparbuch in den zurückliegenden Jahren bei vielen eher ein Dornröschen-Dasein geführt hat, wurde bei der Volksbank Ludwigsburg die schwäbische Tugend neu belebt und ein Kapitalsparbuch entwickelt. 205 Millionen Euro wurden hier allein im Jahresverlauf 2009 neu angelegt. Im Bereich Geldanlage wird ein weiterer Erfolg gemeldet. Vier Jahre in Folge war die Volksbank Ludwigsburg Deutschlands erfolgreichste Genossenschaftsbank im Geldanlagegeschäft bei Zertifikaten. Dank der im Haus stets selbst entwickelten Angebote trage die Volksbank den wachsenden Sicherheitsforderungen ihrer Kunden wirkungsvoll Rechnung, unterstreicht der Vorstandsvorsitzende. Seit dem ersten Voba-Speed-Zertifikat im Jahr 2003 haben die Anleger bei Geldanlagen im Gesamtumfang von über 234 Millionen Euro Bonuszahlungen in Höhe von rund 26 Millionen Euro erwirtschaften können. „Unser Geschäftsmodell ist im besten Sinne bodenständig und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Denn unsere Erfolge fließen direkt an die Mitglieder der Bank und damit in die gesamte Region zurück“, erläutert Unger. So werden 2,6 Millionen Euro als Dividende von wiederum 5,5 Prozent ausgeschüttet. Zusätzlich hat die Volksbank viele Vereine und soziale Einrichtungen mit mehreren Hunderttausend Euro unterstützt und Millionen an Steuern an die Kommunen gezahlt. Besonnen hat man sich bei der Volksbank aber auch auf die alten Werte der persönliche Präsenz in allen Filialen. So hat sie die Zahl der Mitarbeiter in der Beratung um zehn Prozent erhöht. Alleine 27 neue Filialeiterstellen wurden im gesamten Landkreis geschaffen. Und das Netz der 34 Filialen soll weiter ausgebaut werden (demnächst in Freiberg am Neckar). Karlheinz Unger verspricht mutig: „Wir werden nie auf die Idee kommen, eine Filiale zu schließen.“ Insgesamt waren zum Jahresende 2009 für die Volksbank Ludwigsburg 380 Mitarbeiter tätig (Ende 2008: 369). 40 Nachwuchskräfte sind in Ausbildung. Was bei allen positiven Entwicklungen auch bei der Volksbank Ludwigsburg für Unruhe sorgt, ist das Thema Griechenland. Das macht Karlheinz Unger „hochgradig nervös“, denn „Unsicherheit ist immer schlecht“.
