Wenn Kinder die Grundschule verlassen, läutet das bei Müttern einen neuen Lebensabschnitt ein. Das wird den meisten erst viel später schmerzlich bewusst.
Es beginnt ein Dasein, in dem eine Lücke klafft. Alljährlich zum Muttertag schleppten die süßen Kleinen seither Bildchen und selbstgepinselte Gedichte aus Kindergarten und Schule heim. Wie jauchzte da das Mutterherz in heller Freude auf. Allein die Vorstellung davon, wie der Nachwuchs mit seinen Wurstfingerchen emsig das Papier bearbeitet, ließ die Mama all die Sorgen und den Kummer vergessen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an alle Erzieherinnen und Pädagogen der Grundschule. In manch guter Stube zieren die Mitbringsel noch Wände und Kühlschranktür, wenn einem die Kinder schon lange auf den Kopf spucken können. Denn es kommt ja nichts mehr nach. Aber was folgt den hübschen Kinderbildern? Ein Streifzug durch die Stadt unterm Kaltenstein lässt hoffen.
In der Oberen Apotheke in Vaihingen erinnert sich Mitarbeiterin Ulrike Märkle an das Muttertags-Geschenk vom Vorjahr: Ein lustiger Bildhalter mit einem Foto ihrer Kinder. Das habe ihr sehr gefallen. „Ein Putzdienst würde mich auch freuen“, fügt sie noch an. Kollegin Christine Blessing-Fletterer bekam von ihren Kindern einen Brunch-Gutschein in Aussicht gestellt, den sie gemeinsam mit ihrem Mann einlösen darf. Apotheker Dr. Stefan Rothfuß leistet als passionierter Gitarrenspieler einen musikalischen Beitrag zum Thema. Verschmitzt pfeift er den alten Rolling Stones Hit „Mother’s little helper“ vor sich hin. In dem Lied hilft sich die Mutter mit einer kleinen, gelben Pille, die als Valium interpretiert wird, über den Tag.
Es muss ja nicht gleich Valium sein, denn die Apotheke Gottes hat noch viel mehr zu bieten. Johanniskraut und Baldrian, Ringelblume, Sanddorn und so weiter und so fort. Man denke auch an Doppelherz – für die Mama. Oder Doppelbock – für den Papa.
Denn nächste Woche wird am christlichen Feiertag Christi Himmelfahrt der Vatertag gefeiert. Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden dann in Deutschland die jungen Kerle in die Gebräuche und Unsitten der alten Hasen eingeweiht. In manchen Köpfen hält sich die Meinung, dass der Vater sich mit dem Ausflug an Himmelfahrt genug Gutes tue. Wer seinem Papa oder Göttergatten trotzdem etwas schenken möchte, kann sich inspirieren lassen. „Auch Männer freuen sich am Vatertag über Blumen“, sagt eine, deren Leben ohne Pflanzen undenkbar wäre. Gundi Müller von der gleichnamigen Gärtnerei in Vaihingen wurde der Umgang mit dem Grün in die Wiege gelegt. Ein schöner kreativer Strauß oder Orchideen bringen an den Feiertagen Freude. Alternativ dazu können Mutters leere Balkonkästen zu Gärtner Müller geschleppt und fix und fertig bepflanzt wieder abgeholt werden. In der Gärtnerei der Müllers in Ensingen zeige sich, dass das Herz der Herren eher für Gemüse schlage, während die Damenwelt mit Blumen liebäugle. Da bietet sich doch an, den Männern mit Paprika, Tomate und Peterling eine Freude zu bereiten.
Gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe kann derjenige schlagen, der eine Saisonkarte vom Vaihinger Freibad verschenkt. Wer schon mal bei trübem Wetter das große Becken für sich alleine gehabt hat, lässt sich von Regentropfen nicht mehr schrecken. Selbst gestern durchpflügten Unerschrockene das angenehme Nass. Mit dem Kauf der Saisonkarte ist die Erhaltung der Gesundheit, der Figur und vielleicht ein neuer Besucherrekord verbunden. Eine Win-Win-Win- oder Triple-Win-Situation, wie das im Business-Deutsch heißt. Der Schwabe, den Anglizismen eher befremden, fühlt sich aufgrund der guten Geschenkidee schlicht und ergreifend als Käpsele.
Michael Zaake von Micha’s Freizeitshop empfiehlt zum Vatertag für den Herrn „gut gedämpfte Joggingschuhe“, damit die Gelenke beim Leiterwagenziehen geschont werden. Mit Regenjacken kann der Papa ebenfalls beglückt werden, damit die Party nicht mit einer Erkältung endet. Denn die kluge Frau beugt dem Schnupfen ihres Mannes vor. Merke: Nichts Schlimmeres, als erkältete Männer. Ungleich tapferer stecken die Herren der Schöpfung sichtbare Blessuren weg. Selbst blutende Wunden werden mit dem Schmerzempfinden des Indianers klaglos ertragen. Ein Phänomen der Natur.
Für alle, die ein solches Urgestein, das die brachiale Schaffenskraft der Feierlaune vorzieht, als Vater ihrer Kinder haben, gibt es einen Geschenktipp. Schleppen Sie Ihren Liebsten zum Blockhaus auf dem „Perfekten Standort“ in Ensingen-Süd. An diesem Wunder aus Baumstämmen hat ein gewisser Ralph E. Pfersich mitgebaut. Bekommt Ihr männlicher Begleiter vor dem Blockhaus leuchtende Augen, packen Sie diese Gelegenheit beim Schopf. Wollten Sie schon immer ein neues Eigenheim oder ein Gartenhäusle haben? Dann schicken Sie Ihren Mann, am besten samt Kinder, einfach zu Ralph E. Pfersich zu einem Blockhausbaukurs.
Sobald die Familie weg ist, widmen Sie sich so essenziellen Dingen wie Shopping, Wellness oder Faulenzen. Das ist dann Ihr ganz persönlicher Muttertag.
