Donnerstag, 24. Mai 2012

FNP: Wohnbauflächen reduziert






Zwischen Gerokstraße und Kehlweg soll es keine Bebauung geben.  Foto: Arning
Zwischen Gerokstraße und Kehlweg soll es keine Bebauung geben. Foto: Arning

Vaihingen (aa). Die Fortschreibung des Flächennutztungsplanes (FNP) für die Verwaltungsgemeinschaft Vaihingen ist im Mai das große Thema in den Gremien. Seit zwei Jahren wird am Entwurf gearbeitet. Ein Knackpunkt ist die Ermittlung der Wohnbau- flächen. Insbesondere das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) und der Verband der Region Stuttgart (VRS) hatten grundsätzliche Bedenken gegenüber der Bedarfsermittlung erhoben und „Gegenrechnungen“ aufgemacht, die deutlich von den Vaihinger Ermittlungen abgewichen sind. Insgesamt führten die inhaltlichen Änderungen letztlich zu einer Reduzierung der ausgewiesenen Wohnbauflächen: In Vaihingen sind noch 45,1 Hektar ausgewiesen (vorher war mit 59,5 Hektar geplant worden). „Wir haben nachgegeben“, sagt Thomas Schmitt vom Stadtplanungsamt, „ich hoffe, dass das bei der Genehmigung am Ende auch anerkannt wird.“ Drei Sitzungen sind alleine in dieser Woche dem FNP gewidmet. Gestern Abend tagten der Vaihinger Stadtteilausschuss und die Ortschaftsräte aus Kleinglattbach und Enzweihingen; heute werden die Ortschaftsräte Ensingen, Gündelbach und Horrheim auf den Stand der Dinge gebracht, am Donnerstag stehen die Bereiche Aurich, Roßwag und Riet zur Diskussion (jeweils öffentlich um 19 Uhr im Rathaus Vaihingen). Mit behandelt wird jeweils der Landschaftsplan (LP). In der Vaihinger Kreiszeitung wurden die Einzelheiten im Jahr 2008 im Rahmen einer Serie ausführlich dargestellt. Bis Ende 2008 gingen nach der Offenlage von den Trägern öffentlicher Belange (TÖB) und Bürgern Stellungnahmen zum Entwurf ein, die jetzt dargestellt und bewertet werden. Der Schwerpunkt der Bedenken der Bürger lag bei den beiden Vaihinger Bauflächen (Gerok-/Kehlstraße und Leinfelder Weg). Hier wird vor allem die Missachtung ökologischer Belange sowie im Gebiet Gerok-/Kehlstraße die Gefahr einer besonderen Verkehrszunahme (Schleichverkehr von der Flosch zur Franckstraße) befürchtet. Beim Leinfelder Weg ist von Zersiedlung die Rede. Beide Bereich waren im ursprünglichen Plan nicht aufgeführt gewesen, erst nach den Diskussionen in der Gremien eingebunden worden. Wegen möglichen Immissionsproblemen wurden Bedenken oder Hinweise gegen die Vaihinger Baufläche Auweingärten, Galgenfeld von zwei landwirtschaftlichen Betrieben sowie der Firma Katz erhoben. Ein Gutachten kommt zum Ergebnis, dass die derzeitige Situation mit einer Wohnbaufläche erträglich ist. Für die Bäckerei und den landwirtschaftlichen Betrieb würden noch Erweiterungsmöglichkeiten bestehen. Berechnungen der Stadt kritisiert Thema Bevölkerungsentwicklung und Bedarfsermittlung der Wohnbauflächen. Das Regierungspräsidium und der Verband der Region haben die Rechnungen der Stadt schon immer kritisiert und deutlich weniger Bedarf ausgemacht (25 beziehungsweise 50 Prozent). Es wird im Planungsamt bedauert, dass man sich beim Verband nicht und beim RP nur eingeschränkt mit der Methodik und den Annahmen der Stadt auseinandergesetzt habe. Beim Verband der Region Stuttgart sei lediglich eine Auseinandersetzung mit den Orientierungswerten der Regionalplanfortschreibung gefordert worden. „Die Werte lagen aber zum Zeitpunkt unserer Bedarfsermittlung noch gar nicht vor“, wird aus dem Planungsamt kritisiert. Beim RP stützt man sich auf ein internes Berechnungsverfahren, welches über einen fiktiven Einwohnerzuwachs – bis im Jahr 2020 soll die Stadt danach rund 30110 Einwohner haben – in Verbindung mit Dichtewerten (Einwohner/Hektar) des Regionalplanes zu einem Flächenbedarf führt. Ergebnis: Die Vaihinger Ermittlung ist zu hoch. Im Planungsamt war man vor allem von einem höheren Rückgang der Belegungsdichte (Rückgang der Haushaltsgrößen) ausgegangen, als dies im Ansatz zum fiktiven Bevölkerungszuwachs unterstellt wird. Beide Berechnungsverfahren sind für die Kommunen nicht verbindlich. „Die undifferenzierte Übernahme würde möglicherweise sogar einen Planungsfehler darstellen“, heißt es aus dem Stadtbauamt. Es hat mehrere Gespräche mit dem Verband und dem RP gegeben. Mit dem VRS konnte offenbar keine Annäherung erreicht werden. Im Interesse eines Konsens – insbesondere mit dem Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde – ist die Stadt zurückgerudert und reduziert den Neuausweisungsbedarf deutlich. In Vaihingen (Kernstadt) ist der Bedarf jetzt bei 11,7 Hektar fixiert, in Enzweihingen bei 4,2 Hektar und in Kleinglattbach bei 20 Hektar. Die weiteren Quoten: Riet 0,4, Roßwag 1,4, Ensingen 3,8, Horrheim und Gündelbach jeweils 1,8, Aurich 0. Der Landschaftsplan (LP) wurde parallel zum Flächennutzungsplan offengelegt. Der Entwurf besteht aus den Plänen Ziele und Maßnahmen, Potenzial Boden, Wasser, Klima/Luft, Arten/Lebensräume/biologische Vielfalt, Landschaftsbild/Erholung, Konflikte. Aus der Bürgerschaft sind keine nennenswerten Äußerungen eingegangen. Die Korrekturen und Ergänzungen des Landratsamtes wurden weitgehend eingearbeitet. Auch Hinweise des Bauernverbandes zu Ausgleichsmaßnahmen führten zu Änderungen und Reduzierung von Suchräumen für Ausgleichsmaßnahmen. Die weiteren Termine für den Flächennutzungsplan: Der Technische Ausschuss beräte am 12. Mai nichtöffentlich, der Gemeinderat am 19. Mai öffentlich. Im Sersheimer Gemeinderat steht das Thema am 7. Mai auf der Tagesordnung. Abschließend muss der Gemeinsame Ausschuss (Vaihingen, Eberdingen, Oberriexingen, Sersheim) den Plan absegnen. Im Juli oder August soll die Offenlage erfolgen. Bis Jahresende will man dem Regierungspräsidium den Entwurf zur Genehmigung vorlegen. Wesentliche Änderungen bei den Bauflächen im Entwurf des Flächennutzungsplanes (FNP): Vaihingen Flosch Erweiterung: 0,8 Hektar Sonderbaufläche (Globus, bisher im Entwurf gewerbliche Baufläche). Egelsee: Fest- und Verkehrsübungsplatz 1,8 Hektar (Bestand) und 0,2 Hektar (Planung, neues Verkehrswachtgebäude) Sonderbaufläche und die beiden angrenzenden Sporthallen 1,5 Hektar Sonderbaufläche jeweils mit entsprechender Zweckbestimmung (alle bisher Grünfläche). Fuchsloch III: 1,1 Hektar Gemeinbedarfsfläche Feuerwehr (im Entwurf 2008 gewerbliche Baufläche). Leinfelder Weg: Reduzierung der geplanten Wohnbaufläche um 1,8 Hektar, Gerok-, Kehlstraße: Verzicht auf Wohnbaufläche (2,3 Hektar). Südlich Baresel: Aufnahme Gemeinbedarfsfläche Sporthalle (0,7 Hektar). Enzweihingen Breite: 1 Hektar gewerbliche Baufläche (im Entwurf 2008 gemischte Baufläche). Hochdorfer Straße, Unteres Kreuz, Brunnenhalde: Reduzierung der geplanten Wohnbaufläche um 1,7 Hektar. Riet Steinbössle I: 0,8 Hektar entfällt. Dafür „Östlich der Raiffeisenstraße“: Wohnbaufläche 0,4 Hektar (wie FNP 1998). Roßwag Langäcker: Reduzierung der geplanten Wohnbaufläche um 0,7 Hektar. Ensingen In der Laute: Reduzierung der Mischbaufläche um 2 Hektar und Änderung der verbleibenden 2 Hektar in gewerbliche Baufläche. Hinter dem Hof: Verzicht auf geplante Wohnbaufläche 0,9 Hektar. Horrheim Pfädle: 5,4 Hektar gewerbliche Baufläche entfällt. Aschacher Feldle, Kalkäcker: Verzicht auf geplante Wohnbaufläche 1,8 Hektar. Nördliche Maulbronner Straße: Verzicht auf geplante Wohnbaufläche 1,7 Hektar. Gündelbach Am Kreuzweg: (Firma Hubl) Vergrößerung der geplanten Gewerbebaufläche von 0,4 Hektar auf 0,9 Hektar. Kästner: Verzicht auf geplante Wohnbaufläche 1,1 Hektar. Aurich Östlich Dieselstraße: Verzicht auf geplante Wohnbaufläche 1 Hektar.


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