Donnerstag, 09. Februar 2012

Stumme Maskottchen im Interview




Die VKZ-Nachwuchsjournalisten interviewen Danielle Rodrigues vom Europapark-Team. Foto: Wirth

Zum Handwerkszeug eines jeden Journalisten gehört die Sprache. Auch beim Rundfunk. Was passiert also, wenn Journalisten jemanden treffen der nicht sprechen kann oder darf? Diese Erfahrung haben sechs Nachwuchsjournalisten der Vaihinger Kreiszeitung gemacht.

Rust. Auf Einladung der VKZ und des Radiosenders SWR1 hatten sechs junge Journalisten im Europapark Rust die Möglichkeit, an einem Journalismus-Workshop teilzunehmen. Deshalb machten sich Katja Herkommer, Josefine Schäfer, Emelie Birner, Dustin Seidel, Sven Sattler und Daniel Haug gemeinsam mit VKZ-Redakteurin Eva Wirth in einem Bus des Südwestrundfunks auf den Weg nach Rust bei Freiburg.

Zu Beginn des Workshops bekamen die sechs Jungjournalisten zunächst von SWR-Redakteur Stefan Schlegel die Aufnahmegeräte und die Vorgehensweise für ein Radiointerview erklärt. Außerdem wurden Fragen überlegt und aufgeschrieben. Die angehenden Journalisten sollten sich um die sogenannten Walking-Acts, also die herumlaufenden, verkleideten, lustigen Figuren, kümmern. Mehr über sie herauszufinden und versuchen sie zu interviewen lautete die Aufgabe. Ein Beitrag für das SWR1-Holiday-Radio sollte entstehen.

Die Aufgabe gestaltete sich aber schon bei der ersten Figur, der Euro-Maus schwierig. Im Europapark gilt nämlich die Regel, dass nur die Figuren sprechen dürfen, die auch eine menschliche Person verkörpern. Also versuchten die sechs ein Interview mit Händen und Füßen zu führen. Da sie dabei aber zu keinem richtigen Ergebnis kamen, machte man sich auf die Suche nach jemandem, der mit Worten weiterhelfen konnte.

Danielle Rodrigues schwebt über dem Boden

Fündig wurden die Nachwuchsjournalisten bei Ulrich Grawunder, dem Koordinator der Show- und Walking-Acts im Europapark. Er erklärte, warum nur bestimmte Figuren sprechen und hatte auch gleich einen Walking-Act dabei. Danielle Rodrigues hat eines der verblüffendsten Straßenanimationskostüme im Park. Wenn sie es trägt, sieht es so aus, als schwebe sie über dem Boden. Die Brasilianerin fährt in Wirklichkeit aber auf einem Segway, einem hochtechnischen Gerät aus den USA mit zwei Rädern, dass nur durch vor- und zurücklehnen gesteuert wird.

Wie das Gerät funktioniert konnten die Juniorjournalisten dann selbst testen. Nachdem alle Infos aufgenommen waren ging es an den Computer um den Beitrag auf zwei Minuten zurechtzuschneiden. Um 15.45 Uhr ging das Werk der sechs schließlich auf Sendung. Ganz Baden-Württemberg konnte auf SWR1 hören, was die jungen Journalisten geleistet hatten.

Nach der Arbeit kommt bekanntlich das Vergnügen. Auch für die Juniorjournalisten von VKZ und SWR1 traf das zu. Die sechs bekamen eine ganz private Führung durch den Park. Das besondere daran: Sie mussten bei keiner Attraktion auch nur eine Minute anstehen. Jeder Hintereingang stand dem Team offen. Los ging’s mit der Achterbahn „EuroMir“. Die Attraktion steht im Themenpark Russland und soll an die Raumstation „Mir“ erinnern. Sie ist ziemlich schnell und die sich drehenden Wagen geben den Fahrgästen den gewünschten Kick. Das ist nicht jedermanns Sache. Zwei Juniorjournalisten blieben draußen stehen und warteten gespannt auf ihre Kollegen. Nach fünf Minuten war das Team wieder vereint.

Um sich etwas zu erfrischen, wurde einstimmig entschieden, dass die Wildwasser Achterbahn „Poseidon“ im Themenpark Griechenland die nächste Station sein wird. „Poseidon“ ist auf den ersten Blick eine Wildwasserbahn, am Ende jedoch erwartet ein eine feucht fröhliche Überraschung. Man rast in Kurven, nach oben, nach unten und am Ende landete man dann im Wasser – Achtung Spritzgefahr. Als nächstes wurde die Bahn „Eurosat“ im Themenpark Frankreich angesteuert: eine dunkel Achterbahn, die eine Fahrt durchs All simulieren soll. Ganze 23,5 Meter geht’s in einer Kreisbewegung nach oben, bevor der Countdown beginnt. Drei, zwei, eins, zero! Und los geht die Fahrt ins Ungewisse.

Nach der „Eurosat“-Fahrt das Gleichgewicht zu halten, ist nicht ganz einfach. Allerdings kann die Bahn im Vergleich der Achterbahn „Silverstar“ einstecken. Dieses Monstrum gehört keinem der Themenparks an und wird von Mercedes gesponsort. Daher auch der Name Silverstar, silberner Stern. Vier Juniorjournalisten steigen ein. Die Ampel schaltet um auf grün und los geht’s in 73 Meter Höhe. Oben angelangt, geht der Sturzflug mit 123 Kilometern pro Stunde los. Am Ende der Fahrt waren einige Mägen nicht mehr da wo sie hingehören.

In 2,5 Sekunden bis zur Höchstgeschwindigkeit

Als letzte Station war die neue „Bluefire“ an der Reihe. Sie steht seit diesem Jahr im Themenpark Schweden, Norwegen und Estland. Sie beschleunigt in 2,5 Sekunden von 0 auf 250 Stundenkilometer. Sie hat einen integrierten Pulsmesser, der einem während der Fahrt den eigenen Puls anzeigt. Die „Bluefire“ hat eine Schraube und einen großen Looping. „Der absolute Hammer“, urteilen die sechs.

Der Hammer war für die Nachwuchsjournalisten jedoch auch, dass sie ihre Stimmen im Radio hören konnten. „Das war echt klasse“, sagt Katja Herkommer zufrieden. Die Fahrt nach Rust habe sich gelohnt.

Von Daniel Haug und Dustin Seidel



30/05 2009

Der Beitrag zum Daownload




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