Vaihingen (ub). Ist die Krise vorbei? Wurden Chancen verpasst? Zum zweiten Mal informierte gestern der Finanz- und Vermögensverwalter Frank Hertfelder exklusiv die VKZ-Leser über die Auswirkungen der Krise. Im Löwensaal der Stadthalle gab es vor rund 80 Interessierten zwei Vorträge.
Draußen dunkle Wolken und Donnergrollen, aber auch drinnen gab es nicht immer aufmunternde Worte. „Die Krise ist noch nicht vorbei, aber in der Krise liegen auch Chancen“, sagte Frank Hertfelder, Vorstandsvorsitzender der Bluecon AG in Stuttgart, die für ihre Arbeit im Privatkundenbreich erst von der Stiftung Warentest ausgezeichnet wurde. Hertfelder machte in seinen beiden Vorträgen aber erste Signale in Asien (ohne Japan) aus, dass die Wirtschaft wieder anziehe. „Auf einer Konjunkturuhr sind wir im letzten Drittel des Abschwungs.“ Schmerzen für den Einzelnen drohe aber durch eine mögliche Arbeitslosigkeit.
Weltweit pumpen derzeit die Regierungen Liquidität in die Märkte. Inflationäre Tendenzen seien aber noch nicht zu sehen, die Richtung gehe eher in die Deflation. Alles werde billiger, zu der Abwrackprämie gebe es noch einmal einen Bonus. Hertfelder: „Das ist auf Dauer das Allerschlechteste.“. Die Zinsen bleiben weiter niedrig, für Tagesgelder gibt es minimalste Erträge – manchmal wird gerade noch der Vermögenserhalt geschafft. Erst wenn die Notenbanken gegen die Inflation kämpfen würden, dann komme wieder Bewegung in die Zinsen. Von den niedrigen Zinsen voll betroffen seien aktuell auch die Lebensversicherungen – „hier gibt es nur noch eine minimale Rendite“, so Finanzexperte Hertfelder.
Um eine Optimierung der Anlagen zu erreichen, müsse man aber aktiv werden. Hertfelder empfahl im Löwensaal durchaus die Investition in Aktienfonds – immerhin gab es hier seit dem 6. März eine Steigerung um 30 Prozent. Den Erwerb einer Immobilie bewertete Hertfelder als schwierig. Letztendlich spreche aber der demografische Faktor dagegen. Thema Gold: Hier sei eine Beimischung bis fünf Prozent des liquiden Vermögens sinnvoll. Nicht außer Acht lassen dürfe man aber die Rohstoffe wie Öl, Weizen oder Kupfer. „Deshalb muss man noch lange kein Öldepot auf dem Verkehrsübungsplatz in Vaihingen anlegen“, scherzte der Bluecon-Chef. Lösungen seien hier entsprechende Investmentfonds. Renditen versprechen auch Investitionen in Edelhölzer. „Holz ist der drittgrößte Rohstoffmarkt der Welt.“ Damit zeigte Hertfelder den VKZ-Lesern die erfolgreichen Anlagestrategien sehr vermögender Privatpersonen und Institutionen auf.
„Diese Strategien sind aber auch von Privatkunden umsetzbar.“ Bluecon bescherte seinen Kunden aktuell ein Plus von 6,88 Prozent.
