Vaihingen (phs). Bald geht es auf dem Vaihinger Verkehrsübungsplatz wieder rund: In einer Woche beginnt der Maientag. Die Schausteller haben bereits angefangen, ihre Fahrgeschäfte aufzubauen. Trotz der klammen Geldbeutel in der Krisenzeit rechnen sie über Pfingsten mit vielen Besuchern.
Der Vaihinger Maientag ist bei Familie Roschmann fest im Kalender vermerkt. Die Schausteller aus dem Kreis Göppingen sind jedes Jahr dabei. Seit 1952. Hans Roschmann fungiert seit Jahr und Tag der Stadtverwaltung gegenüber als Generalpächter. Damit zeichnet er für das Festtreiben verantwortlich. Ohne ihn würde auf dem Verkehrsübungsplatz über Pfingsten nichts laufen. Roschmann hat dieses Mal rund 30 Schausteller mit Fahrgeschäften, Fressbuden und anderen Attraktionen verpflichtet.
Hans Roschmann selbst hat dieses Jahr wieder seinen Autoskooter mitgebracht. Der Aufbau läuft bereits. Und auch die anderen Familienmitglieder sind schon da. Eine Tochter des Generalpächters baut ihren Süßigkeitenstand auf. Sohn Mark Roschmann betreibt ab Samstag wieder das Kinderkarussell Crazy Cars. Gretel Roschmann-Weeber ist mit Karussell und Musikexpress vor Ort. Eine echte Schaustellerfamilie.
„Ich gehöre jetzt schon zur vierten Generation“, sagt Mark Roschmann. Sein Ur-Großvater Paul Rebmann habe im Jahr 1920 mit dem Geschäft angefangen. Das Leben auf dem Rummel macht ihm Spaß. „Ich bin da reingewachsen“, sagt der kräftige Mann. Mit seiner Lebensgefährtin und deren beiden Kindern wohnt er seit Mittwoch wieder in Vaihingen – in einem Wohnwagen nahe des Festplatzes. „Wir haben dort alles: Strom, Wasser, Dusche, Küche, Betten.“
Die Familie ist bereits anderthalb Wochen vor Festbeginn angereist, weil es viel zu organisieren gibt. Welcher Schausteller bekommt welchen Platz? Wo dürfen die Wohnwagen abgestellt werden? Und: Wer bekommt woher Strom und Wasser? Das sind nur einige Fragen auf die Organisator Hans Roschmann und seine Familie Antworten wissen. „Es darf kein Durcheinander entstehen, alles ist genau geplant“, sagt Mark Roschmann.
Wie immer werden alle Stände und Attraktionen kreisförmig angeordnet. Die Besucher sollen nicht einfach auf der einen Seite aufs Festgelände laufen und es hinten wieder verlassen. „Es ist besser, wenn unsere Gäste mehrere Runden gehen.“ Davor, dass den Gästen wegen der schlechten Finanzlage die Gelbeutel nicht mehr ganz so locker sitzen wie früher, hat der Schausteller keine Angst. „Gespart wird an anderen Stellen. Auf dem Rummel lassen viele Leute immer noch genug Geld liegen“, sagt er. Das habe er zum Beispiel beim Göppinger Maientag am vergangenen Wochenende beobachten können. „Noch können wir vom Festbetrieb leben.“
Damit das so bleibt, betreiben die Mitglieder der Familie Roschmann Geschäfte, die zum Standardprogramm gehören. Süßigkeiten, Boxauto und Karussell seien immer beliebt. Schwerer haben es da die Betreiber der großen Attraktionen: „Die müssen jedes Jahr auf andere Feste gehen, sonst haben sie irgendwann keine Kunden mehr. Wir hingegen haben unsere festen Termine. Zum Beispiel hier in Vaihingen.“
Die größeren Attraktionen überlassen die Roschmanns deshalb spezialisierten Schaustellern. Für den Vaihinger Maientag hat der Generalpächter eine Geisterbahn, einen Break Dancer, das Hochfahrgeschäft Flipper, eine Wilde Maus und ein Riesenrad zugelassen. Außerdem wird ein Spiegellabyrinth aufgebaut. Ob die Attraktionen bei den Vaihingern ankommen, wird sich ab dem nächsten Samstag zeigen.
