Donnerstag, 24. Mai 2012

Schule und Betrieb Hand in Hand




Kölle-Geschäftsführer Kurt Göbgen, Salvatore Bellanti und Schulleiter Hein Albrecht (v.l.) unterzeichnen die Bildungspartnerschaft. Foto: Schmid

Enzweihingen (phs). Die Berufschancen für Enzweihinger Hauptschüler sollen besser werden: Mehr Kontakte zu Unternehmen in der Umgebung und noch mehr Praktika werden deshalb angestrebt. Vorgestern hat die Schule mit einem Enzweihinger Unternehmen eine Bildungspartnerschaft geschlossen.

Enzweihingen. Der Bildungsplan für Hauptschulen sieht vor, dass jeder Schüler Praktika absolvieren muss. Etwa drei Wochen im Jahr sollen die Schüler in Betrieben schaffen und dabei die Arbeitswelt erkunden. Ihren Wunschberuf sollen sich die Schüler aufgrund von Erfahrungen aussuchen. „Das ist eine tolle und sinnvolle Sache“, findet Enzweihingens Schulleiter Heinz Albrecht.

Doch die Regelung im Bildungsplam reicht Albrecht nicht. Er setzte dieses Jahr nochmal einen drauf und schickte seine Achtklässler zu verschiedenen Betrieben. Mit dem Enzweihinger Unternehmen Kölle soll jetzt daraus eine zukunftsträchtige Kooperation entstehen. Bildungspartnerschaft nennt Rektor Heinz Albrecht das neue Modell. Die Idee schwirrt ihm und seinem Kollegium schon lange in den Köpfen herum. Am Mittwoch wurden nun Nägel mit Köpfen gemacht. Beide Seiten – Schule und Unternehmen – unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung.

Darum geht’s: Die Schule und der Werkzeugbauer haben schriftlich fixiert, dass in Zukunft enger zusammengearbeitet wird. Zum Beispiel dürfen jetzt regelmäßig Achtklässler im zweiten Halbjahr je acht Mittwoche im Schuljahr in das Unternehmen reinschnuppern. Das gilt nicht nur für die Produktion sondern auch für den kaufmännischen Bereich.

„Das ist für uns ein ganz neues Konzept“, sagte Kölle-Geschäftsführer Kurt Göbgen vorgestern. Bisher sei man nur normale Praktikanten gewohnt gewesen. Jetzt habe man regelmäßig junge Menschen im Haus. Wichtig ist Göbgen, dass die Schüler dabei einen möglicht tiefen Einblick erhalten. Im kaufmännischen Sektor bearbeiten die Schnupperpraktikanten deshalb eigenständig Aufträge – von Demokunden. Vom ersten Anruf bis zur Rechnungsprüfung sollen die Enzweihinger Hauptschüler alles lernen.

In der Fertigung werden hingegen verschiedene Werkstücke angefertigt. Zum Beispiel ein Hammer. „Die Jugendlichen sollen ihr eigenes Werkzeug bauen und so den Umgang mit verschiedenen Materialien üben.“ Eines gilt jedoch für beide Bereiche: „Wer sich gut anstellt, hat auch Chancen auf einen Ausbildungsplatz“, sagte Salvatore Bellanti, der für die Azubi-Auswahl bei dem Werkzeugbauer zuständig ist.

Neben der ersten schriftlich fixierten Partnerschaft gibt es für die Enzweihinger Schüler aber auch noch andere Anlaufstellen: „In mehr als zehn Unternehmen werden Praktikaplätze angeboten“, sagte Heinz Albrecht vorgestern. Wer weder kaufmännsich noch handwerklich arbeiten möchte, kann zum Beispiel einen Pflege- oder Erziehungsberuf wählen.




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