Donnerstag, 24. Mai 2012

Start der Brückenbauarbeiten




Landrat Haas kam gestern Nachmittag nach Roßwag, um den offiziellen Beginn der Arbeiten für die neue Enzbrücke zu würdigen. Foto. Arning
Landrat Haas kam gestern Nachmittag nach Roßwag, um den offiziellen Beginn der Arbeiten für die neue Enzbrücke zu würdigen. Foto. Arning

Roßwag (aa). Rammgeräteführer Josef Graf war zufrieden: „Wenn ich in Ruhestand gehe, kann ich den Landrat als Nachfolger empfehlen.“ Dr. Rainer Haas hat sich gestern beim offiziellen Beginn der Brückenarbeiten in Roßwag offenbar ganz geschickt angestellt, als er eine Spundwand in den Boden trieb.
 Baggerbisse hat Haas schon wiederholt ausgeführt. „Doch mit einer Ramme hatte ich noch nie zu tun“, meinte er, als er sich gestern Nachmittag ins Cockpit setzte und das Startsignal für das größte Bauprojekt des Jahres unter der Regie des Landkreises gab. Geschafft wird zwar schon seit Anfang vergangener Woche (die VKZ hat berichtet), doch das kleine Fest musste wohl dennoch sein. Sogar der Chor der Grundschule war angetreten und lud zum Tanz auf der Brücke ein.
Ortsvorsteher Hans-Dieter Eisinger war es indessen etwas wehmütig ums Herz. Er ist an der Enz aufgewachsen und nimmt jetzt auf Raten Abschied von der Brücke, die nach dem Krieg zunächst ein Ponton-Bauwerk war. Wenige Meter von der bestehenden Brücke entfernt sollen die neue Brücke und zusätzlich ein 100 Meter langes Kreisstraßenstück entstehen. In der ersten Bauphase gibt es für die Verkehrsteilnehmer kaum Einschränkungen.
Der Neubau kostet insgesamt 1,8 Millionen Euro. Für das Brückenbauwerk sind 1,3 Millionen, für die Straßenmaßnahme 400000 Euro und für die Bepflanzung sowie die naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen etwa 100000 Euro veranschlagt. Auch eine Fischtreppe wird entstehen
„Um den einzigen Übergang über die Enz in der Umgebung von Roßwag den heutigen Anforderungen anzupassen, ist der Bau dieser neuen Brücke notwendig“, betonte der Landrat. Die bestehende Brücke, die 60 Jahre alt ist, weise bereits Schäden auf, die die Standsicherheit auf Dauer herabsetzen würde. Eine nur 4,50 Meter breite Fahrbahn sei zudem nicht mehr zeitgemäß „Auf der Brücke kommen die Fahrzeuge kaum aneinander vorbei.“ Dies werde mit dem Neubau wesentlich verbessert. „Die neue Brücke mit insgesamt 10,75 Metern, Fahrbahnbreite sieben Meter, ist fast doppelt so breit wie bisher“, freut sich der Landrat. Es ist ein einseitiger Geh- und Radweg eingeplant sowie die Fortsetzung des Gehwegs und eine Querungsinsel für Fußgänger und Radfahrer im neuen Kurvenbereich. Für die Fußgänger gibt es auf der jetzigen Brücke praktisch keinen Gehweg. Schließlich weist die alte Brücke eine zu geringe „Brückenklasse“ auf, das heißt, sie darf nur bis zu einem Gesamtgewicht von maximal 16 Tonnen belastet werden. Die neue Brücke wird 60 Tonnen tragen können.
Bei der Planung musste vor allem die künftige Hochwassersituation der Enz berücksichtigt werden, so dass die Brücke den Durchfluss der Enz weniger behindert als bisher. Mit der Reduzierung der Pfeiler von drei auf zwei, der schlanken Form sowie der Anhebung auf der gegenüberliegenden Flussseite habe die Kreisverwaltung alle Möglichkeiten ausgeschöpft, meinte Haas.
Die neue Enzbrücke wird flussaufwärts mit einem Abstand von einem Meter neben der alten gebaut und mit 68 Metern drei Meter kürzer sein als das bestehend Bauwerk. Die alte Brücke soll anschließend abgebrochen werden. „Ich bitte die Anwohner um Verständnis; es wird in den nächsten Monaten sicher zu Belästigungen kommen“, meinte der Landrat und wünschte ein herzliches „Glückauf“.
Oberbürgermeister Gerd Maisch dankte dem Kreistag für die Bewilligung der Maßnahme und sicherte den Roßwager Weingärtnern zu, dass die Zufahrt zur neuen Kelter im Herbst gewährleistet bleiben wird. „Wenn es nicht klappt, kümmere ich mich persönlich darum“, meinte dazu Rainer Haas.
In 14 Monaten sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. „Wir treffen uns wieder beim Brückenfest“, rief der Landrat den Roßwagern zu. Dann wird vielleicht auch auf der Brücke getanzt, wie es der Schulchor schon mal angedeutet hat. Und die Jungen und Mädchen dürfen sich vorher schon auf ein Fest freuen. Der OB hat sie alle zum Eisessen eingeladen.




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