CJD: Oettinger bei Eröffnung der Metallwerkstatt
Vaihingen (elf) – Am eigens vorbereiteten Spargelbuffet konnte Günther Oettinger nicht mehr teilnehmen – dafür reichte die Zeit nicht. Dennoch freuten sich die Verantwortlichen des CJD Jugenddorf Schloss Kaltenstein, dass ihnen der Ministerpräsident einen Platz im vollen Terminkalender eingeräumt hat. Anlass war gestern die Eröffnung der neuen Metallwerkstatt.
Für 750000 Euro hat das Vaihinger CJD eine neue Metallwerkstatt bekommen. Der Neubau war notwendig geworden, weil das alte Gebäude derart marode war, dass es abgerissen werden musste. Künftig können in der neuen Halle Auszubildende auf einer Fläche von 715 Quadratmetern (früher 400) einen Metallberuf erlernen. „Wir haben mit diesem Neubau eine Zukunftsinvestition getätigt“, sagte Jugenddorfleiter Klaus-Dieter Drensek. Die neue Metallwerkstatt sei ein wichtiger Schritt, um den Auszubildenden weiterhin geeignete Ausbildungs- und Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen.
„Sie haben hervorragend investiert“, sagte Ministerpräsident Günther Oettinger vor geladenen Gästen. Nirgends werde der Metallberuf so beherrscht wie in Baden-Württemberg. „Von Rhein und Ruhrpott kommt das Blech und wir bearbeiten es.“ Der Erfolg der Zukunft hänge unmittelbar mit dem Metall zusammen. Gleichzeitig lobte der Ministerpräsident 60 Jahre Jugenddorf Schloss Kaltenstein. Hier werde täglich Integrationsarbeit geleistet, die Erfolge seien beachtlich. 75 Prozent der Auszubildenden des vergangenen Jahres hätten in Betriebe vermittelt werden können. Innerhalb des CJD genieße Vaihingen einen exzellenten Ruf. So überreichte er an die 26-jährige Jennifer Jäger einen Blumenstrauß. Sie erreichte unlängst beim Berufswettbewerb einen ersten Platz. Er sei dankbar dafür, dass Baden-Württemberg das Mutterland des CJD ist. Aus kleinen Anfängen sei ein großes Werk entstanden. Oettinger: „Das CJD ist heute ein Konzern mit modernem Gesicht.“ Er appellierte an die Wirtschaft, nicht an der Zahl der Auszubildenden zu sparen. Für jeden Berufstätigen, der in Ruhestand geht, gelte es, einen Auszubildenden einzustellen. Alles andere sei denen gegenüber ungerecht, die in Lohn und Brot stehen. Außerdem sei es notwendig, einem zunehmenden Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken.
Pfarrer Hartmut Hühnerbein, Sprecher des CJD-Vorstands, betonte, dass mit der neuen Metallwerkstatt die Möglichkeit der Ausbildung in den Metallberufen erhalten wurden. In Zeiten einer Wirtschaftskrise „werden auch die Ränder der Gesellschaft breiter“. Dann gebe es auch mehr benachteiligte Jugendliche. Umso mehr sei die Metallwerkstatt eine Investition in die Zukunft, in der die Ausbildung nach den Bedürfnissen der Industrie erfolge.
Der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch betonte, dass sich das Jugenddorf Schloss Kaltenstein zum 60. Geburtstag selbst ein besonderes Geschenk gemacht und damit optimale Bedingungen für die Ausbildung geschaffen habe. Bildung und Ausbildung seien die besten Voraussetzungen dafür, Arbeitslosigkeit zu vermeiden. „Es gibt im Land leider immer noch zu viele Leute ohne Berufsausbildung“, sagte der OB. Handwerkliches Können und Wissen seien ein lebendiger Geist, der weitergegeben werden müsse.
Mit einem beachtlichen Geschenk gratulierte Professor Dr. Günther Langenbucher von der Robert-Breuning-Stiftung. Er überreichte an Jugenddorfleiter Klaus-Dieter Drensek einen Scheck in Höhe von 130000 Euro. Mit dem Geld soll unter anderem eine CNC-Maschine angeschafft werden. Langenbucher wünschte den Jugendlichen das nötige Verantwortungsbewusstsein und die nötige Zielstrebigkeit bei ihrer Ausbildung. „Jungen Menschen eine solide berufliche Ausbildung zu geben, ist für sie das sicherste Fundament und ein Sprungbrett ins Leben“, sagte er. Auch in Zukunft spiele ein Metallberuf immer eine große Rolle.
