Hochdorf (sf). Auf die ersehnte Einmündung zur Landesstraße 1136 werden die Hochdorfer wohl noch eine Weile warten müssen. Im Moment ist die Situation jedenfalls ein wenig verfahren, so das Resümee der aktuellen Entwicklung, über die Bürgermeister Peter Schäfer am Donnerstagabend im Eberdinger Gemeinderat informierte.
Unlängst erst war Ministerpräsident Günter Oettinger zu Gast im Eberdinger Rathaus und ist dabei natürlich auch auf eines der Themen angesprochen worden, das insbesondere den Hochdorfern seit vielen Jahren unter den Nägeln brennt: Eine bessere Einmündung der von Hochdorf kommenden Landesstraße in die Bundesstraße 10. Die Gemeinde Eberdingen würde sogar in finanzielle Vorleistung gehen, um eine Lösung möglichst rasch herbeizuführen und das Problem der sich vor allem zu Hauptverkehrszeiten bildenden Staus an der Ausfahrt auf die B10 zügig zu lösen. Eigene provisorische Planungen liegen dazu bereits auf dem Tisch – über eine Einfädelspur, sowie eine zusätzliche Abbiegerspur – je nachdem, ob die Kraftfahrzeugfahrer Richtung Stuttgart oder Richtung Vaihingen fahren möchten.
Umsetzbar ist diese Lösung allerdings derzeit nicht, bedauerte Bürgermeister Peter Schäfer und verwies auf ein Gespräch mit den betroffenen Markungsgemeinden Mitte Januar. Damals ist vom Regierungspräsidium die Prüfung angeregt worden, ob das gewollte Anlegen von zusätzlichen Fahrstreifen eine Lösung darstellen könnte. Relevant ist diese Frage übrigens auch für Markgröningen: Rund 100 Meter entfernt sieht sich die Nachbargemeinde schließlich mit ähnlichen Problemen, wie die Hochdorfer konfrontiert. Die zugesagte Überprüfung ist zwischenzeitlich auch abgeschlossen.
Das Ergebnis für die Eberdinger Gemeinderäte ist jedoch alles andere als befriedigend: Im Blickpunkt des Interesses steht für die Planer der zweispurige Ausbau der B10, der auch in diesem sensiblen Bereich seine Berücksichtigung finden und allem anderen übergeordnet werden soll, sprich: Eine zusätzliche Einbiegespur ist damit vom Tisch, berichtete Bürgermeister Schäfer – übrigens unabhängig davon, wie lange es dauern wird, bis der Ausbau der B 10 tatsächlich realisiert werden kann. Immerhin: Ganz so lange, wie in Sachen Enzweihingen soll es aus verfahrenstechnischen Gründen allerdings nicht dauern.
Befriedigender sieht aus Hochdorfer Sicht da schon die Situation an der Hemminger Straße aus: Auch hier wartet die Kommune seit langem auf eine Entscheidung bezüglich eines Ausbaus. „Ich habe jetzt schon drei Sachbearbeiter in Ruhestand gehen sehen, die sich an der Sache versucht haben“, verwies Schäfer auf die zuletzt zwar schleppenden Fortschritte, machte sich und dem Gremium am Donnerstagabend aber Hoffnung: Jetzt soll sich angeblich endlich etwas tun. „Es ist zugesagt, dass es zügig weitergehen wird“, erklärte Schäfer. „In absehbarerer Zeit“ sollen Pläne auf dem Tisch liegen, auch wenn beispielsweise Wolfgang Schwerdtle (FWE) das nicht so recht glauben wollte. „Wir haben schon Mai“, gab er zu bedenken. Die Verantwortlichen haben Pläne bis spätestens Juni in Aussicht gestellt.
In Kürze soll auch eine Anhörung der Träger öffentlicher Belange durchgeführt werden. Eine Umsetzung des Ausbaus der Hemminger Straße wäre dann günstigstenfalls im nächsten Jahr denkbar – allerdings nur, „sofern die erforderlichen Haushaltsmittel des Landes bereit gestellt werden können.“
Ob das auch tatsächlich der Fall sein wird, daran äußerte etwa Lars Barteit (SPD) leichte Zweifel. Die Finanzkrise mit den Milliardenschweren Steuerlöchern lässt derzeit schließlich grüßen.
