Donnerstag, 24. Mai 2012

25 Jahre CJD Jugendmusikschule




Musikschulleiter Peter Kopp mit seinem Waldhorn. Foto: Bögel
Musikschulleiter Peter Kopp mit seinem Waldhorn. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Das Geburtstagsständchen offeriert die Jugendphilharmonie Ludwigsburg unter der Leitung von Dietrich Schöller-Manno am Sonntag um 19 Uhr in der Stadthalle. Die eigentliche Geburtstagsfeier ist einen Abend zuvor: Am Samstag (16. Mai) um 18 Uhr findet das Jubiläums-Jahreskonzert der CJD Jugendmusikschule Vaihingen in der Stadthalle statt.
Seit 25 Jahren gibt es die CJD Jugendmusikschule in Vaihingen – eine erfolgreiche Institution mit aktuell 850 Schülern aus Vaihingen und den Stadtteilen, der Dreiergemeinde Eberdingen, Illingen und Sersheim sowie 45 Lehrern, die nahezu alle Musikinstrumente unterrichten. Die größte Gruppe bilden die Zupfinstrumente mit 164 Schülern, gefolgt von den Bläsern (152), den Tasteninstrumenten (142) und den Streichern (129). Dass neben dem klassischen Sinfonieorchester auch die modernen Elemente nicht ausgeklammert werden, zeigt ein Rock-Pop-Jazz-Konzert am 28. Juni in der Hochdorfer Halle. „Eine Premiere“, freut sich Musikschulleiter Peter Kopp (48), der seit August 1991 den Chefposten hat.
Am Samstagabend beim Jubiläumskonzert geht es querbeet zu: das Junior-Orchester, das Mini-Max-Orchester, das Akkordeon-Ensemble, der Junge Chor, das Percussion-Ensemble, das Samba-Ensemble, das Gitarren-Ensemble, das Jugendsinfonieorchester und die Rockband präsentieren sich dem Publikum. Und in den Reihen sitzen die Eltern, die selbst als Kinder die Jugendmusikschule in Vaihingen besucht haben. „Viele Musikschulen setzen auf den Event-Charakter. Wir sehen dagegen die regelmäßige Probe als sehr sinnvoll an“, erklärt Kopp, der vor seinem Studium der Musikerziehung (mit den Hauptfächern Waldhorn und Dirigieren) noch drei Jahre Luft- und Raumfahrttechnik studiert hat, das Konzept. 50 bis 60 Jugendliche kommen so jeden Freitag noch einmal zusätzlich zur Probe – die Leistungen der Orchester sind der Beweis der Mühen.
Die Anfänge der CJD Jugendmusikschule sind in der musischen Arbeit des Christlichen Jugenddorfwerkes begründet. In den späten 70er-Jahre waren im Vaihinger Stammschloss Kaltenstein vor allem Spätaussiedler untergebracht, denen der Umgang mit Klarinette und Saxophon näher gebracht werden sollte. Gerhard Münchgesang wurde als Leiter verpflichtet. Immer mehr Kinder aus der Stadt nutzten im Laufe der Zeit das schlossinterne Angebot, bis 1982 die Dimension erreicht wurde, dass das CJD die Musikschule nicht mehr alleine schultern konnte. Es folgten Gespräche mit der Stadt Vaihingen und 1983, dem eigentlichen Gründungsdatum der Musikschule, der Beschluss des Gemeinderats, mit dem CJD eine Kooperation einzugehen. Kurze Zeit später folgten Eberdingen und Illingen als kommunale Zuschussgeber. Obwohl die Kooperation damals in Vaihingen kommunalpolitisch umstritten war, blieben die freiwilligen Leistungen der Kommunen bis heute bestehen. Musikschulleiter Kopp: „Das offene Bekenntnis zu unserer Arbeit hat sich in den letzten Jahren herauskristallisiert.“
1985 wurden in der Musikschule bereits 283 Schüler gezählt und der Trend war klar: es ging stetig aufwärts. 1991 waren es bereits 420 Schüler. Anfang 1991 kam dann die Musikschule in personelle Turbulenzen. Münchgesang musste gehen. Mit dem Führungswechsel war aber auch ein Rückgang der Schülerzahlen verbunden. Als Kopp im August die Leitung der CJD Jugendmusikschule übernahm, musste auch das angespannte Verhältnis zum Musikverein Vaihingen bereinigt werden. Kopp: „Nach dem Verbot eines Jugendblasorchesters setzten wir auf den Streicherbereich.“ Unterrichteten 1991 ein Lehrer Cello und ein Lehrer Geige, sind es heute fünf Geigenlehrer, zwei Cellolehrer und ein Kontrabasslehrer.
1992 der nächste Tiefschlag: Der Zuschuss des Landkreises in Höhe von 40000 Mark wurde ersatzlos gestrichen. Kurze Zeit später wurde politisch entschieden, dass der Garantiefonds für die Träger der Aussiedlerarbeit weg fällt – ein Desaster für das CJD. „Es war eine Zeit des Umbruchs“, so Kopp rückblickend.
Trotzdem ging es weiter in der Geschichte der Jugendmusikschule: 1994 wurde das Jugendsinfonieorchester gegründet, 1995 erfolgte die erste Reise nach Ungarn. 1997 dann der Umzug vom Schloss in die heutigen Räume in der Grabenstraße 18. Kopp: „Durch den veränderten Zeitkorridor der Schüler kommen wir an unsere Kapazitätsgrenzen. Der Unterricht ballt sich in kürzerer Zeit.“ Ein weiteres Eckdatum in der Chronik: 2006 fusioniert die Sersheimer Musikschule mit Vaihingen.
Bei der Entwicklung der Schülerzahlen beobachtet Peter Kopp einen Stillstand. Das liege zum einen an der Sättigung der Unterrichtsangebote und zum anderen an der verringerten Freizeit der Schüler. „Gymnasiasten sind bei uns normalerweise bis zum Abitur. Jetzt hören sie mindestens zwei Jahre früher auf.“ Zusammen mit dem Förderverein der CJD Jugendmusikschule, der am Samstagabend auch die Bewirtung in der Vaihinger Stadthalle übernimmt, und dem Elternbeirat arbeitet Kopp daran, die Institution den „Erfordernissen der Zeit anzupassen“. So gibt es neben den klassischen Unterrichtsformen wie Einzel- und Gruppenunterricht auch das Musizieren der Klassen und Betreuungsangebote an den Schulen.
Ausruhen steht nach dem Jubiläumswochenende auf jeden Fall nicht auf dem Stundenplan. Am 24. Mai startet das Jugendsinfonieorchester zu einer einwöchigen Reise nach Canale, der italienischen Partnergemeinde von Sersheim. Am Pfingstsonntag folgt dann die musikalische Matinee zum Maientag in der Peterskirche.




Seitenanfang