Vaihingen (aa). Das Logo ist vieldeutig. Der Regenschirm soll beschützen und junge Menschen „stark fürs Leben“ machen. Am Samstag (16. Mai) wollen die Lions-Clubs im Rahmen eines Aktionstages auf ihre Aktivitäten für die Allgemeinheit hinweisen. Lebenskompetenz, Sucht- und Gewaltprävention sowie Gesundheitsförderung sind Schwerpunkte.
Aufklärung ist auch in einer aufgeklärten Gesellschaft angesagt. „Viele halten die Clubs noch für eine Sekte“, weiß Heinz G. Hain aus Kornwestheim. Doch was tut Lions, wofür engagieren sich die Mitglieder ehrenamtlich? Darüber soll im Rahmen des Aktionstages 2009 informiert werden (auch in der Zeitung). Das Augenmerk der Öffentlichkeit wird auf das Motto „Stark fürs Leben“ gerichtet. Die einzelnen Clubs wollen mit ihren jeweiligen Mitteln und Möglichkeiten dort helfen, wo staatliche Hilfe nicht oder nicht ausreichend ankommt. Es geht hier darum, Bedürftigen oder Kranken genauso zu helfen, wie den Kindern und Jugendlichen den Start in ein selbstständiges und selbstbewusstes Leben zu erleichtern.
Gestern haben die Präsidenten der sechs in der Region Ludwigsburg in der sogenannten Zone 3 vertretenen Lions-Clubs (LC Bietigheim-Bissingen, LC Bottwartal, LC Kornwestheim, LC Ludwigsburg-Favorite, LC Ludwigsburg-Monrepos und LC Vaihingen) im Vaihinger Jugenddorf über ihre Aktivitäten für die verschiedenen Kinder- und Jugendprogramme berichtet. Von der Geburt bis zur beginnenden Berufsausbildung soll geholfen werden. „Wir tun Gutes und reden auch darüber“, meinte der Vaihinger Präsident Volker Zimmermann schmunzelnd.
Die Hilfe der Clubs beginnt bereits bei der Geburt, denn der LC Kornwestheim unterstützt unter anderem die Entbindungsstation des städtischen Krankenhauses in der russischen Partnerstadt Kimry. Je früher eine Förderung der Kinder erfolgen kann, umso erfolgreicher ist sie. Dieses hat der LC Vaihingen mit dem Programm „Faustlos“ für Kindergärten bereits erfahren können. In den vergangenen zwei Jahren wurden so bereits Kinder im Alter zwischen vier und sechs Jahren in neun Vaihinger Kindergärten gefördert. Die gleichen Ziele verfolgt auch das Programm „Kindergarten Plus“: Stärkung des Selbstbewusstseins und Lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen sind die wichtigsten Kernpunkte.
Darauf baut das nächste Programm „Klasse 2000“ für die Grundschulen auf. Dieses Programm umfasst Gesundheitsthemen, Persönlichkeitsentwicklung und soziales Lernen, „denn starke Kinder brauchen weder Suchtmittel noch Gewalt“, sagen die Lions. Durch die zusätzliche Förderung der Gmünder Ersatzkasse konnten zahlreiche Grundschulklassen in die Förderung aufgenommen werden. Die Clubs aus dem Bottwartal, Kornwestheim und Vaihingen fördern die örtlichen Grundschulen intensiv. Insgesamt wurden im Schuljahr 2007/2008 bundesweit rund 292000 Kinder in 12350 Klassen unterstützt.
Hilfen in Konflikt- und
Risikosituationen
Ab Klasse fünf greift „Lions Quest“ – Erwachsen werden. Das Programm will die Schüler dabei unterstützen, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikative Kompetenz zu stärken, Kontakte und Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Konflikt- und Risikosituationen in ihrem Alltag zu begegnen und für Probleme, die gerade die Pubertät gehäuft mit sich bringt, konstruktive Lösungen zu finden. Ferner möchte es ihnen beim Aufbau eines eigenen Wertesystems Orientierung anbieten. Innerhalb dieser Unterstützungsgruppe sind besonders der Club aus Kornwestheim und der Ludwigsburger Club Favorite mit 15 Schulen aktiv. Um den Schülern den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern, engagieren sich die Lions in Kornwestheim im Rahmen eines Bewerbertrainings für Hauptschüler, die sich hier erfahrungsgemäß etwas schwerer tun als ihre konkurrierenden Realschüler. Die Lions in Bietigheim-Bissingen beraten Jugendliche bei der Berufsfindung.
Die Förderung und Unterstützung umfasst aber nicht nur den klassischen Weg vom Kindergarten über die Grundschule bis hin zur weiterführenden Schule, sondern beschäftigt sich auch mit den Sonderfällen des Lebens: Krankheiten, speziell lang anhaltende schwere Krankheiten, können die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen stark beeinflussen, in vielen Fällen sogar schädigen.
Der Verein „Rote Nasen Deutschland e.V.“ möchte kranken und leidenden Kindern den Krankenhausaufenthalt erleichtern, ihnen die Angst vor Operationen, Untersuchungen und medizinischen Geräten nehmen und ihre Einsamkeit lindern. Damit die Clowns im Klinikum Ludwigsburg auftreten können, bedarf es enormer finanzieller Mittel, die der Ludwigsburger LC Monrepos aufbringt.
Der LC Bottwartal unterstützt die Initiative krebskranker Kinder im Kreis Ludwigsburg, die Lions aus Bietigheim-Bissingen beginnen mit dem Gehörscreening bei Neugeborenen zur Früherkennung einer möglichen Schwerhörigkeit und betreiben gemeinsam mit Schweizer Freunden eine Aktion zur Hilfe für sexuell missbrauchte Kinder. Der Club hat aber auch ein Herz für Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen.
Die Arbeit des Bietigheimer Hospizes wird persönlich und materiell unterstützt. Einen besonderen Schwerpunkt der Bietigheimer Lions stellt das therapeutische Reiten für geistig behinderte Kinder und Jugendliche seit nunmehr über 30 Jahren dar. Durch die verschiedensten Aktionen kommen jährlich kreisweit um die 80000 Euro zusammen.
Alleine der Vaihinger Club hat seit seiner Gründung rund 60000 Euro, die bei Benefizveranstaltungen erwirtschaftet wurden, weitergegeben. 2008 war der Adventskalender ein riesiger Erfolg. „Fortsetzung folgt“, verspricht Präsident Volker Zimmermann.
