Donnerstag, 24. Mai 2012

Schauübung von Feuerwehr und DRK




Bei der Übung kam ein Räderwagen von 1920 zum Einsatz. Foto: Elsässer
Bei der Übung kam ein Räderwagen von 1920 zum Einsatz. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Einen spannenden und unterhaltsamen Einblick in die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Vaihingen und des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsgruppe Vaihingen, gab es am Samstagnachmittag bei einer Schauübung auf dem Marktplatz. Dabei bekamen mehrere hundert Zuschauer zu sehen, wie sich die Rettungsarbeit im Laufe der Zeit verändert hat.
Die Leistungsfähigkeit der Vaihinger Wehr zeigte sich vor allem, als es ernst wurde: Gerade mal 75 Minuten dauerte es, bis nach dem Ende der Schauübung außer einem schwarzen Brandfleck vor dem Rathaus nichts mehr an die Veranstaltung erinnerte. In Windeseile war alles abgebaut und abtransportiert – das verdient Respekt. Dabei waren vorher auf dem gesamten Marktplatz an vier Stationen umfangreiche Szenarien aufgebaut worden, an denen demonstriert wurde, in welcher Zeitepoche die Feuerwehr und der Rettungsdienst mit welchen Mitteln ihre Arbeit verrichteten. Die Schauübung fand anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Vaihingen und des 75-jährigen Bestehens der DRK-Ortsgruppe Vaihingen statt.
Szenario 1: Ein Mann hatte mit seinem Lkw ein Unfall und war eingeklemmt. Die Feuerwehr verschaffte dem Rettungsdienst Zugang zum Verletzten, der noch im Fahrzeug von den DRK-Kräften und vom Notarzt versorgt wurde. Die Feuerwehrleute öffneten anschließend das Fahrzeug mit hydraulischem Gerät, so dass der Patient abtransportiert werden konnte. Gut, dass diese Vorgehensweise den Menschen demonstriert wurde, denn sofort war Kritik zu vernehmen: „Das dauert aber lange, bis der Fahrer aus dem Lkw geholt wird.“ Doch das ist pure Absicht. Während früher die Verletzten erst aus dem Fahrzeug geholt und dann versorgt wurden, ist so manch einer gestorben. Deshalb werden Verletzte heutzutage bereits im Auto behandelt und anschließend aus ihrer Lage befreit, war von Abteilungskommandant Thomas Korz, der die Schauübung spannend und mit vielen Informationen moderierte, zu erfahren.
Wie lange das Öffnen eines Fahrzeuges noch in den 70er Jahren dauerte, war beim Szenario 2 vor dem Gebäude der Vaihinger Kreiszeitung zu sehen. Trotz brachialer Gewalt und dem Einsatz von Brechstange und Flex dauerte es lange Minuten, bis das Auto geöffnet war und Detlef Fischer, der den Verletzten mimte, von den ganz in Grau gewandeten DRKlern gerettet und versorgt werden konnte. Die Feuerwehrleute hatten damals übrigens noch Jeans statt Einsatzhose an, war zu erfahren.
Geradezu militärisch ging es bei der Feuerwehr in den 20er Jahren zu. Dies offenbarte das Szenario 3 vor dem Gebäude der ehemaligen Bäckerei Schnitzer. Hier galt es, eine Frau mittels einer Räderleiter aus dem Jahr 1920 durch das Fenster zu retten. Die warf ihr Hab und Gut aus dem Fenster, so lange sich die Floriansjünger Mut antranken. Beherzt kletterte schließlich einer die Leiter empor, die von der Abteilung Enzweihingen in liebevoller Arbeit restauriert wurde. Da geizte das interessierte Publikum auch nicht mit Applaus, als die gerettete Dame auf der Liege präsentiert wurde.
Im Anschluss durften die Zuschauer selbst Hand anlegen. Denn das Szenario 4 sah vor, dass ein Haus in Flammen steht und eine Menschenkette mit Wassereimern vom Marktplatzbrunnen zum Demo-Häusle gebildet werden muss, so wie es zur Gründungszeit der Vaihinger Feuerwehr um 1859 noch normal war. Berechtigter Kommentar einer Beobachterin: „Damals musste die Kette noch von der Enz bis hierher gebildet werden.“ Am Samstag tat’s aber der Brunnen. So konnten es sich die Feuerwehrleute leisten, zahlreiche Eimer voll daneben zu werfen. Kommandant Korz klärt auf: „Sonst wären wir zu schnell fertig geworden.“
Am Ende waren nicht nur die Zuschauer, sondern auch Oberbürgermeister Gerd Maisch begeistert: „Das Leistungsvermögen unserer Freiwilligen Feuerwehr ist gewaltig.“ Das lasse die Bürger ruhig schlafen. Wie zuvor Thomas Korz machte auch er Werbung für das große Festwochenende der Vaihinger Wehr vom 11. bis 13. Juli. „Stärken Sie der Wehr den Rücken“, sagte der OB.




Seitenanfang