Donnerstag, 24. Mai 2012

Sicherheit und Ordnung in Illingen




Beliebter Jugendtreff: Der Illinger Bouleplatz. Foto: Elsässer
Beliebter Jugendtreff: Der Illinger Bouleplatz. Foto: Elsässer

Illingen (elf) – Der Polizeiposten und die Gemeinde Illingen machen mobil gegen Randalierer, Lärmer und Unruhestifter. „Im Vorfeld agieren statt reagieren“, heißt die Devise von Polizeihauptkommissar Manfred Beyle, der den Illinger Polizeiposten leitet. Im Gemeinderat stellte er jetzt die Konzeption „Sicherheit und Ordnung“ für die Stromberggemeinde vor.
„Illingen ist keine Hochburg der Kriminalität“, machte Beyle deutlich. Dennoch sei Handlungsbedarf vorhanden. Immer wieder komme es durch Jugendliche zu Ordnungsstörungen. Beliebteste Schauplätze seien die Talaue, der Waldspielplatz, der Bouleplatz, das Schulgelände, das Kriegerdenkmal und der Bereich Edeka-Markt. Immer wieder stellt die Polizei fest, dass sich Bürger zu spät bei der Polizei melden, dies oft anonym tun und zu wenig Informationen geben. „Dann können wir nicht die richtigen Maßnahmen ergreifen“, bedauerte der Leiter des Polizeipostens.
Mit seinem Konzept möchte der Hauptkommissar das subjektive Sicherheitsgefühl der Illinger stärken, die Anzahl von Ordnungsstörungen und Straftaten reduzieren sowie den Jugendschutz erhöhen. „Wir wollen die Jugend nicht vertreiben, sondern dazu erziehen, dass sie ihre Umwelt selbst sauber halten“, sagte Beyle. „Ich setze viel auf Prävention und Kommunikation.“ So haben die Polizeibeamten in der Nacht zum 1. Mai verstärkt Jugendliche kontrolliert und sie auf die Konsequenzen ihres Tuns hingewiesen. „Es bringt etwas, wenn man ihnen auf den Füßen herumtrampelt“, weiß Beyle. Nach den Gesprächen mit den Jugendlichen in der Walpurgisnacht hätte man sie den ganzen Abend nicht mehr gesehen. Durch die Tatsache, dass die Polizei bei Personenkontrollen auch regelmäßig die Personalien aufnimmt, kann sie mittlerweile auf eine große Datenbank zurückgreifen. Platzverweise und Elternbriefe seien auch wirkungsvolle Möglichkeiten.
Zu den präventiven Maßnahmen gehören Informationsabende für Erwachsene, in denen Verhaltensregeln gegenüber Randalierern vermittelt werden sollen. Außerdem soll das „Schutzengel-Programm“ eingeführt werden. Ziel der Aktion „Schutzengel“ ist es, den Einfluss junger Frauen auf ihre männlichen Begleiter zu nutzen, um die Anzahl der schweren Verkehrsunfälle junger männlicher Verkehrsteilnehmer zu senken und sie vom Begehen von Straftaten abzuhalten. Um den Konsum von Alkohol und Drogen bei den Jugendlichen im Ort einzuschränken, sollen verstärkt die Tankstellen beobachtet werden.
Manfred Beyle möchte auch vermehrt auf die Mitarbeit der Eltern setzen. Aber: „Es ist erschreckend, wie wenig das Elternhaus unsere Arbeit unterstützen will“, bedauerte Beyle. Die Jugendlichen würden von ihren Eltern bei der Polizei grundsätzlich als unschuldig dargestellt. Notwendig seien zudem permanente Gespräche mit den jungen Unruhestiftern. Beyle: „Mit Strafen allein ist es nicht getan. Ich brauche auch die Einsicht.“ Zweimal habe sich inzwischen auch der neue „Runde Tisch“ getroffen, an dem neben Polizei und Verwaltung auch Kirchenvertreter, Schulförderverein und die Jugendbetreuerin sitzen.
Bürgermeister Harald Eiberger wies darauf hin, dass die Gemeinde mit dem doppelt besetzten Polizeiposten und dem mit zwei Kräften (Vollzeit und Teilzeit) ausgestatteten Vollzugsdienst so viele Kräfte habe wie noch nie. CDU-Gemeinderat Winfried Scheuermann wunderte sich, dass zwischen 23 und 24 Uhr immer noch zahlreiche 13- und 14-Jährige auf der Straße unterwegs seien. „Ich frage mich, was die für Eltern haben.“ Peter Pförsich, Fraktionsvorsitzender der Grünen, erkundigte sich nach polizeilichen Maßnahmen im Teilort Schützingen. „Wo ist Schützingen?“, scherzte Hauptkommissar Beyle und brachte damit zum Ausdruck, dass dort die Welt noch in Ordnung sei.




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