Donnerstag, 24. Mai 2012

Entwicklung der Kriminalität




Polizeirat Markus Bauder (links) und Werner Stotz von der Kripo erläuterten die Kriminalitätsentwicklung. Foto: Bögel
Polizeirat Markus Bauder (links) und Werner Stotz von der Kripo erläuterten die Kriminalitätsentwicklung. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Burger King oder McDonald’s? Welches Schnellrestaurant ist das Richtige? Bei der Aufklärung einer Straftat kann dies schon entscheidend sein. Einem Trio, das wegen Brandstiftung und Einbrüchen mittlerweile verurteilt ist, wurde dies zum Verhängnis. Beim entscheidenden Alibi verplapperte sich einer der jungen Ganoven, verwechselte die Namen.
Bei der Vorstellung der Kriminalitätsentwicklung im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Vaihinger Gemeinderats (die VKZ berichtete bereits gestern) gaben Polizeirat Markus Bauder und Erster Kriminalhauptkommissar Werner Stotz von der Kriminalaußenstelle in Vaihingen Einblicke in die Arbeit des Polizeireviers. Der Brand eines Baucontainers auf dem Gewerbegebiet „Perfekter Standort“ war im letzten Jahr ein Fall von zehn Brandstiftungen, die in der Statistik erfasst wurden. „Dabei war das Feuer nur eine Verdeckungstat. Dazu passten auch die Parolen auf der Hallenwand eines Logistikers, die den Verdacht auf die Initiative lenken sollten“, so Stotz. Mit der Brandstiftung sollten die Spuren eines Einbruchs vernichtet werden. Mit der Verhaftung des Trios im Alter von 15, 16 und 26 Jahren konnten zwölf Straftaten allein auf dem „Perfekten Standort“ geklärt werden. Um sich ein Alibi zu verschaffen, wurde der Jüngste nach Bietigheim geschickt, um einen Beleg über ein Essen zur fraglichen Tatzeit bei Burger King zu beschaffen. Bei der Vernehmung sprach ein Beschuldigter dann plötzlich von McDonald’s. Stotz: „Wir hatten bei der Aufklärung aber schon ein großes Quantum Glück.“
Von einer „vorsätzlichen Brandstiftung“ gehen die Ermittler beim Feuer in der Firma Rayer in Horrheim aus. Stotz: „Obwohl wir gute Ansätze hatten, waren wir hier bei der Aufklärung letztlich nicht erfolgreich.“
Erfolglos war auch die Suche nach den Steinewerfern, die im Oktober faustgroße Wurfgeschosse auf vier Lastwagen schleuderten und einen Fahrer schwer verletzten. Die sechsköpfige Ermittlungsgruppe hat 70 Spuren abgearbeitet und 200 Vernehmungen durchgeführt. Stotz: „Im März haben wir die Ermittlungen erfolglos beendet, weil es auch keine DNA-Spuren auf den Steinen gab.“
Trotzdem lag die Aufklärungsquote bei den Straftaten in Vaihingen und den Stadtteilen bei 56,3 Prozent. „Sie ist damit deutlich gestiegen“, wie Revierleiter Bauder sagte. „In Vaihingen lässt es sich schon gut leben“, obwohl insgesamt die Zahl der Straftaten um 6,3 Prozent auf 1094 Fälle gestiegen ist. Ein Drittel aller Straftaten machen dabei die Diebstähle aus. Bei Sachbeschädigungen registrierten die Beamten des Reviers Vaihingen 189 Fälle. Bauder: „Der Spaß an der sinnlosen Zerstörung nimmt in Verbindung mit Alkohol zu.“ Vor allem Graffiti-Schmierereien seien hier zu nennen. Allein acht Schmierereien gab es im Februar 2008, als ein Jugendlicher elf Häuser in der Vaihinger Innenstadt mit schwarzer Farbe besprühte.
Sieben Prozent der Gesamtstraftaten machen im Bereich Vaihingen die Körperverletzungsdelikte aus. Bauder: „Eine Zunahme der Brutalisierung können wir aber nicht feststellen, auch nicht bei der Schulgewalt.“ Sechs Delikte weist hier die Statistik auf.
Insgesamt verzeichnete das Polizeirevier Vaihingen, das für Vaihingen, Sachsenheim, Markgröningen, Oberriexingen, Eberdingen, Sersheim und Schwieberdingen zuständig ist und 19,8 Kilometer Bundesstraßen, 84 Kilometer Landstraßen und 85 Kilometer Kreisstraßen betreut, im letzten Jahr 3100 „Vorkommnisse“. Darunter waren allein in Vaihingen 155 Ruhestörungen, davon auf dem Marktplatz zwölf Fälle. Bauder: „Diese haben allerdings nicht mehr die ‚Qualität’ wie in der Vergangenheit.“
Stadtrat Lars Keller (FW, Vaihingen) berichtete dagegen von aktuellen Vorfällen in der Fußgängerzone, wie die Zerstörung einer Schaufensterscheibe in der Walpurgisnacht, die Beschädigung von Laternen oder die massive Bedrängung des privaten Sicherheitsdienstes. Dieser Sicherheitsdienst zählte 31 Kontrollfahrten zu 30 verschiedenen Objekten und Bereichen auf. 27-mal wurde dabei auf unzulässigen Lärm, Abfälle und Benutzungszeiten hingewiesen, 17-mal ein Verweis ausgesprochen und sechsmal musste das Polizeirevier informiert werden.
Bilanziert wurde am Montagabend auch das Unfallgeschehen im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Vaihingen. 2008 wurden insgesamt 1458 Unfälle aufgenommen. Zwei Personen wurden getötet, die Zahl der Verletzten betrug 253 – ein Rückgang von 8,7 Prozent. 68 Menschen verletzten sich schwer.




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