Vaihingen (ub). Den Slogan für die Vaihinger Messe 2009 lieferte Landrat-Stellvertreter Dr. Utz Remlinger: „Hier kriegt man mehr als man sieht.“ Noch bis Sonntag präsentieren 101 Aussteller auf dem Verkehrsübungsplatz im Egelsee ihre Produkte und Dienstleistungen. „Die Anziehungskraft der Leistungsschau ist ungebrochen“, sagte Oberbürgermeister Gerd Maisch.
Vaihingen. Die Messe verlangt von den Ausstellern einiges ab – „es sind vier anstrengende Tage“, wie Jochen Glück, Vorsitzender des veranstaltenden Bundes der Selbstständigen (BDS) weiß. Aber es rentiere sich mitzumachen. Glück am Donnerstagnachmittag bei der offiziellen Eröffnung: „Die Messe ist die einmalige Chance, auf neutraler Plattform mit Interessierten ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Die Kompetenz und die Produkte können in ungezwungener Atmosphäre vorgestellt werden. Unter den Mitausstellern können neue Geschäftspartner gefunden werden.“ Und als Aussteller stärke man die Wirtschaftskraft Vaihingens und stelle sich als möglicher Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb vor.
BDS-Vorsitzender Glück rief die Aussteller auf, in dieser schwierigen Zeit „nach vorne zu gehen“ und sich nicht zu verstecken. Der Ideenreichtum auf den Ständen zeuge allerdings von Mut und Optimismus. In seiner Rede bedankte sich Glück beim Messemacher Walter Koltes („mit ihm können wir noch einige Vaihinger Messen durchführen“), bei der Vaihinger Kreiszeitung und bei der Stadtverwaltung Vaihingen.
Lob gab es auch vom Präsidenten des BDS-Bundesverbandes Günther Hieber für die Vaihinger Leistungsschau: „Trotz der Krise ist es absolut richtig, die Messe durchzuführen.“ Es sei heute wichtig, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Beziehungen zu pflegen. Rückblickend werde man sagen, es war keine leichte Zeit, aber wir haben es gewagt und geschafft.
In seiner Rede verteidigte Hieber die Konjunkturprogramme des Staates, „wenn jetzt auch Puristen von dem Sündenfall sprechen“. Man könne aber unmöglich die Fehler des Finanzsektors auf die ganze Wirtschaft durchschlagen lassen. Zwar sei der Staat nicht der bessere Unternehmer, aber es sei trotzdem richtig, wenn staatliche Unternehmensbeteiligungen ins Auge gefasst würden. In Vaihingen forderte Hieber auch einen „Rettungsschirm“ für kleinere und mittlere Unternehmen. „Es ist unsinnig, das hohe Lied auf die Marktwirtschaft zu singen und dann in Schönheit zu sterben.“ Der Präsident der Selbstständigen machte sich für eine Senkung der Mehrwertsteuersätze stark. Dies bedeute auch ein Konjunkturprogramm für das Bau- und Nebengewerbe.
„Die Unternehmen dürfen nicht den Kopf in den Sand stecken“, sagte Dr. Utz Remlinger, Erster Landesbeamter und Stellvertreter des Ludwigsburger Landrats. Die Messe sei aber ein gutes Zeichen für die Wirtschaft in Vaihingen und im Landkreis. Remlinger erinnerte an die erste Hannover Messe im Jahr 1947. Hier habe es den kleinsten Dieselmotor der Welt und den ersten zusammenklappbaren Kinderwagen gegeben. „Nur kaufen konnte man nichts. In Vaihingen kriegt man dagegen mehr als man sieht.
Die Stärke des Landkreises Ludwigsburg sei, dass die Unternehmen mittelständisch aufgestellt seien. Der starke Zuschnitt auf die Automobilbranche offenbare sich nun aber als Schwäche im Kreis. Trotzdem, so der Appell von Remlinger: „Die Arbeitgeber sollten die Fachkräfte nicht leichtfertig freisetzen, sondern sie so gut es geht behalten.“ Denn der demografische Wandel sei auch nach der Krise nicht weggeblasen.
„Die Vaihinger Messe zeugt von der Weitsicht und der Vitalität der Unternehmen“, sagte der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch, der am Donnerstagnachmittag die viertägige Schau offiziell eröffnete. „Ich bin überzeugt, dass die Messe dazu beitragen kann, dass man besser über das Tal hinwegkommt.“ Denn, so Maisch, die Verbraucher seien zu Investitionen bereit. Die Vaihinger Messe entfalte dazuhin ihre Wirkung weit über den örtlichen Bereich hinaus. „Die Besucher kommen aus der ganzen Region.“ Die Vaihinger Messe habe den Ruf, als eine der größten und interessantesten in der Umgebung zu gelten. Maisch: „Hier stellen Unternehmen aus, die nach vorne blicken.“
