Freibad: Eintrittspreise bleiben stabil
Vaihingen (elf) – Mit dem ersten Mai hat gestern in Vaihingen wieder die Freibadsaison begonnen. Nach zwei mageren Jahren mit wenig Badegästen hofft Bäder-Betriebsleiter Helmut Schulz nun auf einen langen und heißen Sommer. Während die Eintrittspreise nicht erhöht wurden, wird der Frühbadetag mittwochs ab 7 Uhr abgeschafft.
Zwei Jahre lang hat es im Enztalbad den Frühbadetag gegeben. Durchschnittlich 17 Frühaufsteher haben die Gelegenheit genutzt, bereits um 7 Uhr die Bahnen im Schwimmbecken zu ziehen. Zu wenig, wie nun Bäder-Betriebsleiter Schulz und auch der Sozial- und Kulturausschuss des Vaihinger Gemeinderats befanden. Da die meisten Frühbadegäste eine Saisonkarte hatten, konnten auch keine Mehreinnahmen verzeichnet werden. Der Mehraufwand durch das Personal rechnete sich nicht.
Auch die normalen Öffnungszeiten wurden leicht modifiziert. Bislang hatte das Freibad im Mai und Juni von 9 bis 20.30 Uhr, im Juli und August von 8.30 bis 21 Uhr und im September von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Da allerdings der Juni in den vergangenen Jahren oft schöneres Wetter hatte als der August und die Tage auch noch länger sind, soll künftig bereits Mitte Juni die längere Öffnungszeit gelten, die dafür bereits Mitte August rückgängig gemacht wird. Die neuen Öffnungszeiten: Mai bis 15. Juni von 9 bis 20.30 Uhr, 16. Juni bis 15. August von 8.30 bis 21 Uhr, 16. August bis Saisonende von 9 bis 20 Uhr.
Mit durchschnittlich 493 Badegästen pro Tag in 2008 und 436 in 2007 wurden in den vergangenen beiden Jahren das schlechteste Ergebnis seit 20 Jahren erzielt. Nur 67565 Besucher wurden vergangenes Jahr gezählt. Zum Vergleich: In 2006 waren es 84310 Badegäste. Doch damit befindet sich das Enztalbad in guter Gesellschaft, wie Helmut Schulz weiß: „Wir liegen mit diesen Daten im bundesweiten Durchschnitt.“ Die Besucherzahlen im Freibad stünden in Anhängigkeit vom Wetter. Während sonst im Hochsommer der Juli und August die besucherstärksten Monate sind, sei vor allem der August seit vier Jahren nur noch durchschnittlich.
Dennoch bleiben die Eintrittspreise stabil. Zwar liegt die letzte Gebührenerhöhung bereits fünf Jahre zurück, doch aufgrund der Preisgestaltung der umliegenden Bäder hält Bäder-Betriebsleiter Schulz eine Anpassung der Eintrittspreise zurzeit nicht für empfehlenswert. Erwachsene zahlen auch weiterhin 2.50 Euro für die Tageskarte, für Kinder werden 1,40 Euro fällig. Saisonkarten kosten 76 Euro (Familien), 38 Euro (Erwachsene) und 19 Euro (Kinder). „Die Kosten, besonders im Energiesektor, sind in den letzten Jahren enorm gestiegen, was mittelfristig zu einer Erhöhung des Eintrittsentgeltes auch in den benachbarten Bädern führen könnte“, teilte Schulz in seinem Bäderbericht vor dem Sozial- und Kulturausschuss mit. Der frühe Öffnungstermin am 1. Mai sichere den Verkauf von Saisonkarten.
Das Hallenbad verzeichnete 2008 insgesamt 41807 Besucher und weicht nicht wesentlich von den Zahlen der vergangenen Jahren ab (2007: 39997; 2006: 39079). Allerdings hat Schulz festgestellt, dass die Zahl der jugendlichen Besucher rückläufig ist, was er mit den gestiegenen schulischen Anforderungen begründet.
Die Zahl der Besucher, so Schulz, könne durch Kursangebote beeinflusst werden. So wurde dieses Jahr ein Mitarbeiter der städtischen Bäder zum Übungsleiter ausgebildet, was die Möglichkeit eröffne, das Kursangebot zu erweitern. Das Problem: Da das Hallenbad nur über ein Becken verfügt, müssen während eines Kurses immer zwei Bahnen abgeteilt werden. Die Folge: Die Sprungeinrichtungen können nicht geöffnet werden, Badegäste bleiben aus. Die regelmäßig durchgeführten Aqua-Jogging-Kurse seien bislang immer ausgebucht gewesen und tragen laut Schulz zusammen mit den Schwimmkursen zehn bis 15 Prozent zu den Gesamteinnahmen bei. Kurse am Vormittag seien wegen des Schulbetriebs nicht möglich.
Der Bau eines weiteren kleinen Beckens könnte die Situation deutlich verbessern, vermutet der Bäder-Betriebsleiter. Die Besucherentwicklung mit nur einem Sportbecken ohne Aktions- und Saunabereiche seien auch in anderen Bädern stagnierend oder gar rückläufig. Schulz: „Hier muss versucht werden, durch investive Maßnahmen dieser Situation entgegenzuwirken.“
