Donnerstag, 24. Mai 2012

Schulkinotag in Vaihingen


Vaihinger Schüler vergnügten sich gestern in der Stadthalle beim Schulkinotag. Foto: Elsässer
Vaihinger Schüler vergnügten sich gestern in der Stadthalle beim Schulkinotag. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – „Film ab!“ hieß es gestern für mehr als 700 Schulkinder in der Vaihinger Stadthalle. Anlass war die Abschlussveranstaltung der Schulkinotage in kinolosen Orten durch das Kinomobil Baden-Württemberg.
„Zu Hause sitzen die Kinder vor dem Fernseher, werden von Geschwistern abgelenkt und zappen mit der Fernbedienung hin und her. Hier sehen sie sich einen Film in Ruhe von vorne bis hinten an“, lobte Olaf Büscher, Rektor der Ferdinand-Steinbeis-Realschule, die Veranstaltung, die durch die Filmförderung Baden-Württemberg gefördert wurde. Anschließend, so Büscher, werde der Film auch nicht einfach abgehakt, sondern im Unterricht noch intensiv besprochen. „Mit dem Schulkinotag können wir den Kindern zeigen, dass Kino mehr ist als MTV und DVD. Für uns ist er ein wesentlicher Bestandteil der Medienerziehung.“
So wandten sich die beiden gestern gezeigten Streifen an die Klassenstufen 5 und 6 („Misa Mi“) sowie 9 und 10 („Das Leben der Anderen“). Zum Zuge kamen die Schüler der Ferdinand-Steinbeis-Realschule und des Friedrich-Abel-Gymnasiums. „Misa Mi“ ist ein schwedischer Kinderfilm über die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem Mädchen und einer Wölfin. „Das Leben der Anderen“ fängt den erdrückenden Überwachungsalltag im real existierenden Sozialismus ein und zeichnet ein erschütterndes Bild über die Methoden der Macht und die Ohnmacht der Betroffenen.
„Die während der Schulkinotage gezeigten Filme wurden nach künstlerischen und pädagogischen Gesichtspunkten ausgewählt“, sagte Julia Böttger, Geschäftsführerin des Kinomobils Baden-Württemberg. „Kiriku“, „Kleiner Eisbär II“, „Paulas Geheimnis“ und „Der Traum“ hießen die weiteren Filme, die in den anderen zehn kinolosen Orten gezeigt wurden.
Mit den insgesamt elf Filmvorführungen in kinolosen Orten ergänzte das Kinomobil die offizielle Schulkinowoche Baden-Württemberg, die vom 10. bis 14. März durch das Landesmedienzentrum und der Initiative „Vision Kino“ durchgeführt wurde. Somit sollte auch den Schulen in Städten ohne Kino die Möglichkeit gegeben werden, die Filme anzusehen und vorher und nachher im Unterricht zu behandeln. Die Schulkinotage mit dem Kinomobil begannen am 14. April mit einer Tour durch die Landkreise Ravensburg und Bodensee. Anschließend stoppte das Kinomobil in den Kreisen Lörrach, Sigmaringen, Göppingen und im Hohenlohekreis. Die Abschlussveranstaltung fand gestern in Vaihingen statt.
„Die Lehrer haben zur Vor- und Nachbereitung des Kinobesuchs medienpädagogisches Material zur Verfügung gestellt bekommen“, sagte Julia Böttger vom Kinomobil. Nicht nur im Fach Deutsch, sondern auch im Geschichte-, Ethik- und Kunstunterricht würden die Inhalte der Filme behandelt. Nach jeder Vorstellung hatten die Schüler die Möglichkeit, ihr Urteil über die Filme abzugeben. Sowohl von den Lehrern als auch von den Schülern habe sie eine gute Resonanz über die ausgestrahlten Streifen bekommen.


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