Hochdorf (ub) – Die Gurkenernter auf den Feldern zwischen der Bundesstraße 10 und Hochdorf gehörten über Jahre zum gewohnten Bild. Die Zeit der liegenden Erntehelfer, geschützt von einer Zeltplane, ist vorbei. „Wir gehen jetzt vom Freiland unter Glas“, beschreibt Heiko Hagdorn aus Hochdorf die neue Philisophie des landwirtschaftlichen Betriebs.
Und die neue Ära ist von der Landesstraße aus deutlich sichtbar: Gegenüber des Gewerbegebiets „Pulverdinger Weg“ entsteht auf vier Hektar Fläche ein großes und modernes Gewächshaus, in dem künftig nur Tomaten angebaut werden sollen. Bis Ende August soll das Großprojekt fertig gestellt sein.
„Unser Betrieb setzt jetzt komplett auf Tomaten“, sagt Hagdorn. Ohne chemischen Pflanzenschutz und mit modernster Klimasteuerung will der Landwirt für die regionalen Märkte das Nachtschattengewächs produzieren. Pilzkrankheiten sollen durch das richtige Ablüften verhindert werden, Schädlinge werden durch Nützlinge bekämpft. „Allerdings können wir die Tomaten nicht als Bioware vermarkten, weil wir auf Steinwolle anbauen.“
Von März bis Ende November wollen die Hagdorns dann unter Glas ernten, der Verkauf wird über den Einzelhandel abgewickelt. Hinter dem vier Hektar großen Gewächshaus entstehen noch zwei Folienteiche, in denen das Regenwasser vom Dach gesammelt und zum Gießen der Pflanzen verwendet wird.
Im Gegensatz zu den Holländern ist die Hochdorfer Tomatenproduktion eher ein durchschnittlicher Betrieb. Hagdorn: „In den Niederlanden gibt es Gewächshäuser von 20, 30 Hektar, manchmal sogar 100 Hektar. Für uns sind die vier Hektar aber auch eine gewaltige Dimension.“
Bis jetzt werden das Gros der Tomaten importiert – siehe auch Stichwort. Heiko Hagdorn setzt mit seinem neuen Konzept auf die Eigenproduktion. Damit ist er nicht allein. „In vielen Bereich in Deutschland entstehen derzeit Gewächshäuser für den ganzjährigen Anbau.“
