Ideenpark: Schlaulopolis kommt bei Besuchern gut an
Stuttgart – Die Vaihinger Kreiszeitung hat 43 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine Fahrt zum Stuttgarter Ideenpark spendiert. Die Bildungsstadt Schlaulopolis kam bei den Besuchern aus Vaihingen, Kleinglattbach, Enzweihingen, Horrheim, Illingen und Eberdingen am besten an.
Der neunjährige Alexander Heiler aus Illingen ist begeistert. Er steht in Halle 4 des Stuttgarter Ideenparks und schnippelt was das Zeug hält: Alexander schneidet mit einer kleinen Schere konzentriert mehrere Schablonen aus. Am Stand der Universität Duisburg-Essen können die Besucher Schiffe aus Papier bauen. Doch es handelt sich keinesfalls um normale Papierschiffchen, wie man sie aus der Bastelstunde kennt.
„Das ist klasse“, sagt Alexander und erklärt: „Das fertige Papiermodell wird mit einem Holzstab verstärkt und dann in einen Strumpf gesteckt.“ Und damit das Schiffchen nicht untergeht, kommt auf die Strumpfhülle jede Menge Wachs. Etwas länger als eine Stunde braucht der NeunJährige für den Bau seines Modells. „Ausprobieren möchte ich es erst daheim, jetzt schaue ich mir den Rest der Ausstellung an“, sagt er bestimmend. Da fällt auch Mutter Andrea kein Gegenargument ein.
Damit hat Alexander Heiler eine kluge Entscheidung getroffen. Denn wer möglichst viel vom Stuttgarter Ideenpark sehen möchte, muss sich genau überlegen, an welchem Experiment er teilnehmen und für welchen Stand er wie viel Zeit investieren möchte. Auf den knapp 40000 Quadratmetern präsentieren rund 500 Ingenieure, Forscher und Studierende ihre Ideen und stellen neueste Technologien vor. Da gibt es einiges zu sehen.
„Die Experimente in Schlaulopolis haben mir am besten gefallen“, sagt Doris Sure, die wie Alexander, mit der Vaihinger Kreiszeitung zum Ideenpark gefahren ist. Doch wer die Bildungsstadt Schlaulopolis in Halle 3 besuchen wollte, musste beweisen, dass er geduldig ist. Wartezeiten von bis zu einer Stunde stehen in der Technikwelt auf der Tagesordnung. „Wenn man mal drin ist, sollte man so schnell nicht wieder gehen und sich alles anschauen. Es lohnt sich“, rät Sure.
In der Bildungsstadt können die Messebesucher in Workshops für unterschiedliche Altersgruppen nach Herzenslust experimentieren, tüfteln und ausprobieren. An einem Stand kann man sogar seine eigene DNA sichtbar machen. Andere Stationen laden dazu ein, Brücken zu bauen, Bumerangs und Radios zu basteln und Roboter zu programmieren.
Darüber hinaus bietet Schlaulopolis viele weitere Angebote zum Anschauen und Mitmachen: von spannenden physikalischen und chemischen Experimenten für Kindergarten- und Grundschulkinder über die Präsentation von „Jugend forscht“-Projekten bis hin zu Shows auf der Bildungsbühne.
Der 16-jährigen Melanie Giereth hat es in Halle 4 am besten gefallen. „Mit meinen zwei Freundinnen habe ich dort ein Experiment mit Kohlenstoffröhrchen gemacht“, sagt sie. In einer kleinen Apparatur werden Nanoröhrchen aus Kohlenstoff hergestellt. Diese Röhrchen sind so klein, dass man sie mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann. Eingesetzt werden sie unter anderem als Leiter und Halbleiter. „Man befindet sich aber noch in der Grundlagenforschung“, erläutert eine Frau vom Deutschen Museum München. Denkbar sei es auch, Seile aus den Röhrchen zu flechten, die stabiler und dünner als Stahlseile wären.
Doch wie können sich die Besucher sicher sein, dass aus dem Apparat auch wirklich Nanoröhrchen purzeln? „Ganz einfach“, erklärt man Melanie und ihren Freundinen Katja Herkommer und Pia Keller. Nanoröhrchen verglühen, wenn man sie mit einem großen Fotoblitz anblitzt. Und tatsächlich: Nur wenige Sekunden, nachdem Melanie den Blitz ausgelöst hat, verglüht der Inhalt des Glasbehälters.
In den Hallen 4 und 6 sind verschiedene Welten dargestellt. Die Besucher können das Erdinnere, Natur, die Wüste, Städte, das Wasser und das Eis, die Luft und den Weltraum, sowie die Welt der Bewegung erkunden. „Die beiden Hallen fand ich nicht so gut“, bewertet Franziska Herb. Dort könne man nicht so viel selbst experimentieren.
- Der Ideenpark ist noch bis zum Sonntag täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Philipp-Marc Schmid

