Eine Dauerausstellung über den Naturpark
20/05 2008
Eine Dauerausstellung über den Naturpark
Zaberfeld – Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg erhält eine neue Zentrale. In Zaberfeld wird am Stausee Ehmetsklinge ein Informations- und Besucherzentrum gebaut. Der erste Spatenstich fand gestern statt, Eröffnung soll im Mai 2009 sein.
Der Stausee Ehmetsklinge liegt mitten im Naturpark Stromberg-Heuchelberg, ganz in der Nähe von Zaberfeld. Wälder, Wiesen und Weinberge umgeben das Gewässer, das jeden Sommer Tausende Badegäste anzieht. Und ab Mai 2009 werden es vermutlich noch mehr Besucher, denn zum See gesellt sich eine weitere Attraktion: Für rund 770000 Euro erhält der Naturparkverein Stromberg-Heuchelberg dort ein neues Gebäude, in dem unter anderem eine rund 350 Quadratmeter umfassende Dauerausstellung rund um Themen aus der Naturparkregion untergebracht werden soll.
Die Dauerausstellung soll das Herzstück des Zentrums bilden. „Inhaltlich orientiert sie sich am Leitmotiv des Naturparks“, sagte der Naturpark-Vorsitzende Andreas Felchle gestern in Zaberfeld. Alles drehe sich um Wein, Wald und ums Wohlfühlen. Mit einer interaktiven Aufbereitung und Inszenierung der Themen Geologie, Wald, Streuobstwiesen, Weinlandschaft, Wasser und Energie sollen auf unterhaltsame und informative Weise unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden.
Szenografen der Stuttgarter Agentur „Milla & Partner“ erschaffen dafür ein Abbild der Kulturlandschaft Stromberg-Heuchelberg zum Entdecken und Anfassen. Ob Wanderer, Tagestouristen, Familien oder Schulklassen – alle sollen sich in die vielen Facetten des Naturparks vertiefen können, Neues erfahren und gleichzeitig Spaß haben. Wegen der unterschiedlichen Zielgruppen und der vielfältigen Ansprüche an das Gebäude werden die Stuttgarter Experten die Ausstellung so konzipieren, dass verschiedene Nutzungsvarianten möglich sind. Es ist zum Beispiel möglich, dass tagsüber Inhalte für Schulklassen und Wanderer präsentiert werden und noch am selben Abend ein attraktiver Rahmen für eine Weinprobe zur Verfügung steht.
Der Maulbronner Naturpark-Vorsitzende und Bürgermeister Andreas Felchle nannte den Bau gestern beim ersten Spatenstich in Zaberfeld einen „Quantensprung“. Mit dem Projekt zeige der Verein Präsenz und sorge für eine bessere öffentliche Wahrnehmung des Naturparks. „Im dreißigsten Jahr unseres Bestehens bekommen wir endlich eine zentrale Anlaufstelle für die Weitergabe von Informationen rund um die Region Stromberg-Heuchelberg“, sagte Andreas Felchle.
Zaberfelds Bürgermeister Thilo Michler und der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl hoben hervor, dass mit der Gemeinde der ideale Standort für ein Naturparkzentrum gewählt worden sei. „Der Stausee liegt mitten im Naturpark und an der Schnittstelle der vier beteiligten Landkreise“, sagte Michler, dessen Gemeinde rund 500000 Euro der Baukosten übernimmt. Er werde sich dafür einsetzen, dass auf Zaberfelder Gemarkung ein Zentrum mit positiver Wirkung für die gesamte Naturparkregion entstehe. Weitere Geldgeber sind das Land Baden-Württemberg und die Heilbronner Sparkassenstiftung.
„Der Naturparkverein hätte dieses Projekt nie alleine bewältigen können“, sagte Andreas Felchle. Beispielhaft nannte Felchle die finanzielle Förderung durch das Land über Tourismus- und Naturparkförderung und die Umsetzung eines nachhaltigen Energiekonzeptes mit einer Geothermieanlage und einer Photovoltaikanlage, die die EnBW sponsern wird. Vom Erfolg des Naturparkzentrums ist Felchle überzeugt: „Schließlich wissen wir aus einer touristischen Studie über den Naturpark, dass in einer Entfernung von 30 Autominuten mehr als eine Millionen Menschen leben“, sagte Felchle.
Ursprünglich hätte das Zentrum im Maulbronner Kloster entstehen sollen. „Das Evangelische Seminar hat aber kurzfristig mehr Platz gebraucht, deshalb mussten wir uns einen anderen Ort aussuchen“, erläuterte Felchle.
Neben Zaberfeld hatten sich sieben weitere Städte und Gemeinden als Standort für das Zentrum beworben. Auch in Illingen wurde vor rund einem Jahr ein entsprechendes Konzept erarbeitet. „Bei uns wäre auf jeden Fall die Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz da gewesen“, bemängelte die Illinger Tourismusbeauftragte Margrit Gaupp im Gespräch mit der Vaihinger Kreiszeitung. In Zaberfeld seien die Besucher auf Autos angewiesen. „Dass das Zentrum in Zaberfeld entsteht, beruht aber auf einer demokratischen Entscheidung der Verbandsmitglieder“, sagte Illingens Bürgermeister Harald Eiberger. Im vergangenen Jahr hätten sich die Mitglieder alle Orte genau angeschaut und dann eine Wahl getroffen.
Philipp-Marc Schmid
