Donnerstag, 24. Mai 2012

Straßensanierung mit Fehlstart


Die Fräse hat gestern gestreikt. Foto: Arning
Die Fräse hat gestern gestreikt. Foto: Arning

Vaihingen (aa) – Das war ein klassischer Fehlstart. Kaum zwei Stunden lief gestern Morgen an der Kreuzung Stuttgarter Straße/Salzäckerstraße/Hans-Krieg-Straße die Fräse. Dann versagte die Elektronik. Die Arbeiten mussten eingestellt werden. Erst heute (Donnerstag) soll die Fräse wieder laufen. Dann schon ab 6 Uhr.
„Kreuzung wird saniert, Vollsperrung ab Mittwoch“ – so stand es am Samstag groß auf der ersten Lokalseite in der Vaihinger Kreiszeitung. Und schon seit Tagen standen die Umleitungsschilder in der Stadt in Position. Dennoch wurden viele Autofahrer überrascht. „Was ist denn hier los?“ Sackgassenschilder beim Kaufhaus Sämann, Umleitungsrouten über die Postkreuzung, veränderte Vorfahrtsregelungen in der Planckstraße (Achtung: Es gilt nicht mehr rechts vor links!). Man muss sich in den nächsten vier Wochen auf Turbulenzen einstellen. Und dazu kommt auch noch der Zirkus zwischen dem Hela-Baupark und der Firma Behr. Dort ist höchste Vorsicht angesagt.
Bewusst war mit dem Start der Arbeiten das Ende der Maientagsfeierlichkeiten abgewartet worden. Auftraggeber für die Bauarbeiten ist der Landkreis, denn die Stuttgarter Straße ist eine Kreisstraße. Der Fahrbahnbelag an dem früher oft als „Minimal“-Kreuzung bezeichneten Knoten war stark ramponiert. Mit der Zeit hatten sich tiefe Spurrillen gebildet. Das Regenwasser konnte an vielen Stellen nicht richtig abfließen, der Belag war in rund 25 Jahren brüchig geworden. „Der Asphaltaufbau der Kreisstraße ist für die heutige Verkehrbelastung nicht mehr ausreichend tragfähig und hat inzwischen teilweise erheblich Substanzmängel“, heißt es aus dem Kreishaus. Die Straßenbauer des Landratsamts haben den Sanierungsauftrag an die Firma Kutter aus Memmingen vergeben. Die soll die beschädigten Schachtabdeckungen ersetzen und den Asphaltaufbau der Kreuzung mit den in die Straßen reichenden Ästen komplett erneuern. Um eine Erhöhung der Tragfähigkeit zu erreichen, erhält der Aufbau eine zusätzliche Binderschicht.
Doch vor der Erneuerung steht das Abfräsen. Gegen 8 Uhr wurde gestern die riesige Straßenfräse, Fräsbreite 2,20 Meter, angeworfen. In zwei Abschnitten sollte der Asphalt abgehobelt werden, einmal um acht Zentimeter, im zweiten Durchgang um nochmals 18 Zentimeter. Doch der Bauleiter musste die Arbeiten kurz vor zehn Uhr stoppen. Die Abfräsdicke veränderte sich laufend. Vor Ort lautete die erste Diagnose: Rechnerschaden. In dem Ungetüm sitzen insgesamt sechs Rechner, die die Steuerung erledigen – und um die wieder in Gang zu setzen, mussten Spezialisten angefordert werden. Die Fahrer der Sattelschlepper, die das Fräsgut zur Aufbereitung nach Bissingen bzw. Pforzheim fahren sollten, mussten wieder abziehen. Wohl oder übel konnten gestern nur Randarbeiten erledigt werden.
Für die Zeit der Sanierung war die Vollsperrung der Kreuzung nicht zu umgehen, die angrenzenden Verbrauchermärkte sind jedoch zu erreichen (allerdings eher mühevoll). Der Durchgangsverkehr zwischen der Bundesstraße 10 und Vaihingen wird für die Dauer der Arbeiten über die Planckstraße und die Hans-Krieg-Straße umgeleitet. Der Fachbereich Straßen des Landratsamts hat die Ausschilderungsarbeiten an die Spezialfirma Ziegler aus Baden-Baden vergeben, die eine Flut von Hinweistafeln aufgestellt hat. Wer den Bereich meiden kann, sollte Ausweichstrecken wählen, zum Beispiel auf der B10 an der Ausfahrt Vaihingen Mitte (Aurich) abbiegen oder über die Vischer-Kurve in Richtung Bahnhof fahren. Die Busse fahren nach einem Ersatzfahrplan. Für die Bushaltestellen „Salzäckerstraße“ und „Stuttgarter Straße“ sind in der Planckstraße/Ecke Hans-Krieg-Straße Ersatzhaltestellen eingerichtet worden. Die Bushaltestelle stadtauswärts Richtung Bundesstraße 10 wird um rund 60 Meter verlegt und ist während der Bauzeit gegenüber der Haltestelle „Vaihinger Eck“.
Die Sanierung des Knotenpunktes einschließlich der Erneuerung der Ampeln kostet rund 260000 Euro. Der Landkreis Ludwigsburg investiert rund 200000 Euro, die Stadt Vaihingen beteiligt sich mit rund 60000 Euro.


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