Donnerstag, 24. Mai 2012

Ein schöner Maientag


Abschluss des Vaihinger Maientags. Foto: Arning
Abschluss des Vaihinger Maientags. Foto: Arning

Vaihingen (aa) – Der OB kommt regelrecht ins Schwärmen: „Heute sind alle glücklich. Und ich bin es auch. Was wir heute erlebt haben, war schon großartig.“ Bei der Schlussfeier des Maientags am Montagabend gibt Gerd Maisch regelrecht eine Liebeserklärung für Vaihingen ab.
Noch einmal marschiert der Musikverein auf den Marktplatz ein, stimmt „Im schönsten Wiesengrunde“ an. Der Maientag war für die Akteure um Bruno Gießer wieder ein Gewaltakt. Doch er wurde souverän bewältigt. „Stellvertretend für alle, die sich beim Maientag engagieren, will ich mich beim Musikverein bedanken“, sagt der OB, „was er leistet, ist ganz gewaltig – nicht nur in zeitlicher Hinsicht, auch im Bezug auf die musikalisches Qualität.“ Am Marktplatz brandet der Beifall auf.
Gerd Maisch spricht von einem „ganz tollen Bild“, das er hier vom Brunnen aus habe. Das sei ein Bild, das für den ganzen Festtag stehe: „Seit heute früh erlebe ich die Menschen in bester Stimmung.“ Und als OB sei er fast sprachlos, was selten vorkomme. Man habe einen wunderschönen Festzug erlebt, sei vom Maientags-Virus infiziert worden. Alte Vaihinger hätten ihm bestätigt: „So wie heute war es selten einmal. Es war rundum ein Maientag, wie wir ihn uns wünschen.“
An Pfingsten zieht
es sie in die alte Heimat
Traditionen prägen das Vaihinger Fest; es ist dabei bei der Abschlussfeier auch Brauch, dass Gäste, die von weit her kommen und vom Maientagszauber gefangen sind, vorgestellt werden. Günther und Liselotte Barwig, die seit 40 Jahren in Los Angeles (USA) leben, waren schon über 20-mal bei Maientag in ihrer alten Heimat. Auch diesmal erhalten sie Blumen, Wein und einen Löwen für die Enkel.
Vorgestellt werden am Brunnen auch Margarete Lucci (geborene Lang, „Gipser- Lang“) und ihr Mann Louis. 1948 hatten die beiden in Vaihingen geheiratet. Die Ehefrau folgte ihrem amerikanischen Mann im gleichen Jahr noch in die Staaten. In Aurich wurde Marie-Luise Württemberger groß. Die heute 57-Jährige ging in den 70er Jahren in die USA und siedelte dann nach Australien über, wo sie seit rund 15 Jahren lebt. Schließlich werden noch Walter und Eva Knapp an den Brunnen gerufen, die in Philadelphia (USA) leben. Verwandt sind sie mit der Familie Lebherz (ehemalige Metzgerei) und mit der Familie Knapp aus Mühlacker (früherer OB der Senderstadt).
Ein anderer musste zum Fest keine Weltreise unternehmen. Bernhard Deckert wohnt in der Vaihinger Eichendorffstraße. Der Gymnasiallehrer hat sich der Betreuung der Scholaren beim Festzug gewidmet. Seit 26 Jahren organisiert er den Aufritt der jüngsten Schüler aus den Gymnasien, die zwischen den berühmten Lateinschülern und dem Wagen mit dem Löwenpokal im Festzug marschieren. „Sie werden bestimmt jemand finden, der ihre Aufgabe übernimmt, wenn Sie aus dem Schuldienst ausscheiden“, hofft Gerd Maisch. Von Deckert kommt dazu ein Nicken.
Der Oberbürgermeister lädt noch zum Konzert in die Kirche ein. „Es lohnt sich“, verspricht er. Jetzt gibt es nichts mehr zu sagen. Nur noch zu preisen. „Nun danket alle Gott“ – der Massenchor von vielen hundert Menschen rund um den Marktplatz setzt den Schlusspunkt. Wie alle Jahre.


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