Donnerstag, 24. Mai 2012

Vaihinger Maientag 2008


Vaihinger Maientag 2008 – da fällt einem doch an erster Stelle das Wetter ein. Schön war’s, trocken war’s, warm war’s. So soll’s auch sein. Darüber haben sich letztlich auch alle gefreut: die Besucher, die Festzugsteilnehmer, die Organisatoren und die Karussellbetreiber. Doch einer hat sich am allermeisten gefreut – Oberbürgermeister Gerd Maisch. Schließlich war seine Premiere im vergangenen Jahr – rein wettertechnisch – ein Schlag ins Wasser. Kein Wunder, dass das Stadtoberhaupt beim Empfang der Ehrengäste im Rathaus am frühen Morgen das Thema ansprach. Dieses Jahr, so stellte er fest, würde es unglaublich viele Leute geben, die das gute Wetter und den Draht nach oben für sich beanspruchen würden. „Nur letztes Jahr nicht“, sagte der OB mit einem Augenzwinkern.
Zwei Tage vorher, gleicher Ort. 46 Ungarn sind aus der Partnerstadt Köszeg angereist und freuten sich, vom obersten Mann der Stadt offiziell empfangen zu werden. Schon beim Weintriebefest in Köszeg habe man vor zwei Wochen gespürt, dass die Partnerschaft zwischen den beiden Städten weiter gewachsen sei, sagte der OB. Umso mehr freute sich Maisch, dass auch einige Ungarn mitgereist sind, die zum ersten Mal den langen Weg in die Schwäbische Toskana angetreten haben. Solch ein Austausch funktioniere nur, wenn es genügend Helfer gibt, die im Hintergrund wirken. So wie die Gastgeber, „die ihre Häuser zur Verfügung stellen“.
Zurück zum Pfingstmontag. Nachdem die Honoratioren zu Ehren kamen und der Rathauschef einen tiefen Schluck aus dem Löwenpokal genommen hatte, machte er den einmal mehr zahlreich erschienenen Leuten auf dem Marktplatz deutlich, dass er stolz sei, „dieses wunderschöne Heimatfest eröffnen zu dürfen, ein Fest, das Jung und Alt fröhlich miteinander feiern, bei dem sich Schulkameraden wieder treffen und Auslands-Vaihinger ihrer alten Heimat einen Besuch abstatten … ein Fest, welches das Leben lebenswert macht“.
Der Maientag sei ein Anziehungspunkt für Tausende von Besuchern, die in die Stadt kommen würden, „um den Zauber eines der traditionsreichsten und schönsten Heimatfeste der Region zu erleben“. In dieser schnelllebigen Zeit gebe der Maientag einem die Gelegenheit, die reiche Vergangenheit und lebendige Gegenwart der Stadt wahrzunehmen und freundschaftliche und familiäre Werte miteinander auszutauschen. So schenke der Maientag den Menschen neben dem Trubel auch einen Moment der Besinnung und Aufmerksamkeit füreinander.
„Gerade in unserer heutigen Welt“, so Oberbürgermeister Gerd Maisch, „in der sich eine ganze Unterhaltungsindustrie um unsere Freizeitgestaltung bemüht, sind Werte wie Tradition und Heimatliebe wichtiger denn je.“ Beim Maientag würden genau diese Werte zum Ausdruck kommen. Deswegen freue es ihn, dass sich hier die junge Generation vom „Maientags-Virus“ anstecke lasse, wie man an den wochenlang geprobten Darbietungen erkenne.
Es sollte – der Tradition entsprechend – noch ein weiterer Redner zu Wort kommen. Rolf A. Kern hieß der Mann, der zwar aus Maulbronn kommt, den man allerdings in Vaihingen keinem mehr vorstellen muss. Auch er, so Kern, sei einst vom Maientagsfieber infiziert worden. Er lernte Verständnis dafür zu haben, dass die Mädchen ein neues Maientagskleidle brauchten, dass die Fenster geputzt und die Straßen besonders sauber gefegt wurden, „obwohl die Pferde des Festzugs sich nicht darum kümmern“, so Kern.
Auch der Alt-Vaihinger aus Maulbronn kam nicht umhin, das Wetter anzusprechen und beantwortete die Frage, warum er ein Grußwort zur Eröffnung des Maientags sagen durfte: „Nachdem der Einstand des neuen Oberbürgermeisters am letzten Maientag wettermäßig nicht berauschend war und in diesem Jahr die Eisheiligen an Pfingsten sind, wollte es der Oberbürgermeister mit Hilfe des heiligen Maulbronn einfach besser machen – was ja auch gelungen ist.“
Da konnte der OB nicht widersprechen und tat, was er tun musste: Er erklärte den Maientag 2008 für eröffnet. Und die Sonne schien weiter.Frank Elsässer


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