Optimierte Umgehungsvariante vorgestellt
Enzweihingen (p) – Regierungspräsident Johannes Schmalzl hat am Donnerstag bei einer Begehung der geplanten Trasse zur Ortsumfahrung von Enzweihingen dem Vaihinger Oberbürgermeister, Vertretern des Landratsamtes sowie Vertretern des Gemeinderates und des Ortschaftsrates von Enzweihingen die weiter optimierte Variante A vorgestellt.
Schmalzl: „Wir müssen nun alle an einem Strang ziehen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass diese optimierte Lösung auf breite Zustimmung bei Landkreis, Stadt und vor allem bei den Bürgern stößt, so dass wir bald das Planfeststellungsverfahren einleiten können.“ Der Besichtigungstermin war bei der Stadtverwaltung als Geheimsache gehandelt worden.
Unter der Leitung des Regierungspräsidiums hatte die Arbeitsgruppe B10, der auch Vertreter der Stadt und des Landkreises angehören, die im Rahmen des Anhörungsverfahrens eingegangenen Stellungnahmen ausgewertet und daraus diese weiter optimierte Planung erarbeitet. Um den Eingriff in das FFH-Schutzgebiet der Enz so gering wie möglich zu halten, wird eine zweistreifige Führung der B10 weiter verfolgt. Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile haben die reduzierten Eingriffe in Natur und Landschaft sowie die geringeren Kosten gegenüber der nur etwa zehn Prozent höheren Leistungsfähigkeit einer dreistreifigen Variante A den Ausschlag gegeben.
Ein weiteres Optimierungsziel war die durchgehend kreuzungsfreie Führung der B10. So wird die bei der bisherigen Planung versetzte Einmündung am Verknüpfungspunkt mit Vaihingen – Knoten neue B10/ alte B10 / K 1648 (Stuttgarter Straße) - nun als kreuzungsfreie Lösung weiter verfolgt. Die Kreisstraße verläuft von Enzweihingen kommend neben der alten Bahntrasse, überquert die neue B 10 und schwenkt dann über das Gelände der Straßenmeisterei nach Westen ab. Die Tankstelle, die mit dieser neuen Konzeption weiterhin in Betrieb bleiben kann, wird südlich umfahren, um anschließend geradeaus an die Stuttgarter Straße anzuschließen.
Die Rampe von und zur neuen B10 (in Richtung Mühlacker und aus Richtung Stuttgart) ist mit einem lichtsignalgeregelten Knoten in Höhe der Zufahrt zur Tankstelle/Burger King vorgesehen. Die Zufahrt nach Stuttgart (und Ausfahrt von Mühlacker) wird über eine Rampe südlich der neuen Kreisstraßenbrücke über die B 10 ermöglicht.
Der Knotenpunkt der neuen B10 mit der K 1685 nach Oberriexingen wird nun so konzipiert, dass auf die zwei nebeneinander liegenden Ampelanlagen verzichtet werden kann. Hierfür ist im Vergleich zur ursprünglichen Variante A zwar ein längeres und breiteres Unterführungsbauwerk für die K 1685 nötig, es ergeben sich aber Vorteile in Bezug auf die Verständlichkeit des Knotenpunktes und der Leistungsfähigkeit.
Durch diese Planung wird der Durchgangsverkehr der Bundesstraße vom Verkehr auf der Kreisstraße getrennt. Die Aus- und Einfädelstreifen mit ausreichender Länge gewährleisten einen freien Verkehrsfluss ohne Störungen durch Lichtsignalanlagen auf der B 10. Zudem kann später die Bahnlinie ohne weitere Eingriffe in das Straßenverkehrsnetz reaktiviert werden. Im Gegensatz zu anderen Knotenpunktsformen kann zudem der Eingriff in das Überschwemmungsgebiet bei Hochwasser minimiert werden.
Es ist vorgesehen, die Arbeiten für den Vorentwurf bis zum Sommer abzuschließen. Anschließend wird der Vorentwurf dem Innenministerium und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vorgelegt. Vorbehaltlich der Zustimmung des Bundes könnte das Planfeststellungsverfahren dann Anfang 2009 eingeleitet werden.



