Vaihingen (ub) – Im Januar 2006 fasste der gemeinsame Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Vaihingen, Oberriexingen, Eberdingen und Sersheim den Einleitungsbeschluss zur Fortschreibung des Flächennutzungsplanes. Nach über zwei Jahren und unzähligen Diskussionen in den jeweiligen Gremien nickte dieser Ausschuss am Dienstag den Entwurf einstimmig ab.
Für Oberbürgermeister Gerd Maisch war es in seiner bisherigen Amtszeit in Vaihingen die Premierensitzung. Doch der Verwaltungschef musste nicht lange die Sitzungsleitung übernehmen – nach zehn Minuten war die Debatte zu Ende. „Der Entwurf des Flächennutzungsplanes wurde in den Gremien in den letzten Wochen sehr intensiv beraten“, so Maisch. Lust auf neuerliches Einsteigen in die Bedarfsermittlung von Wohnbau- und Gewerbeflächen in den nächsten Jahren hatten die Vertreter der vier Kommunen nicht. In ihrer Entscheidung im gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft sind die Gemeinderäte sowieso an die jeweiligen Beschlüsse der Heimatgremien gebunden.
Für Vaihingen hat der Technische Ausschuss des Gemeinderats am 9. April noch Ergänzungen beschlossen: So wird das Gebiet „Zwischen Gerokstraße und Kehlstraße“ (rund 2,3 Hektar) in die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes aufgenommen. Das Gebiet Leinfelder Weg (bisher zwei Hektar) wird um etwa 1,5 Hektar nach Südosten (bis zum nächsten Feldweg) erweitert (zusätzlich 1,5 Hektar). Das Gebiet „Auweingärten Galgenfeld“ (bisher 14 Hektar) wird um 3,8 Hektar verkleinert.
In die Fortschreibung fließen auch Änderungen aus Ensingen und Horrheim ein. Der Ortschaftsrat Ensingen hat beschlossen, die Gebietsabgrenzungen der beiden Wohnbauflächen zu modifizieren: Der Bereich „Hinter dem Hof“ wird reduziert auf eine einfache Arrondierung entlang der Rechbergstraße. Dafür wird der Bereich Illinger Höhe nach Süden erweitert. Bezüglich der gemischten Baufläche wurde beschlossen den nördlichen Teil herauszunehmen In Horrheim hat der Ortschaftsrat angeregt, das Gebiet „Aschacher Feldle, Kalckäcker“ in der Priorität hinten anzustellen, da hier besonders gute Böden betroffen sind. Bei den gewerblichen Bauflächen wurde beschlossen, diese vorsorglich in die Fortschreibung aufzunehmen, um im Bedarfsfall zügig weitere gewerbliche Bauflächen bereitstellen zu können.
Im Gemeinderat Oberriexingen wurde im April die Flächennutzungsplan-Fortschreibung beraten. Das Gremium regte an, eine kleine Erweiterung des Gewerbegebiets Erkerstal (rund 2,2 Hektar) aufzunehmen. Auch wenn hier noch kein konkreter Bedarf bestehe, sollten hier vorsorglich für das örtliche Gewerbe kleinere Grundstücke angeboten werden.
In Sersheim wurden die Wohnbauflächen (Vogelsang und Canaleser Straße) um das Gebiet Lerchenrain (1,5 Hektar) erweitert. Zum einen wird von der Gemeinde ein höherer Bedarf als in der Prognose gesehen und zum anderen sollen die alternativen Ausweisungsmöglichkeiten es ermöglichen, flexibel zu reagieren, wenn sich in einem Gebiet Probleme auftun.
Die größten Veränderungen gegenüber des Ursprungsplan gibt es in Eberdingen – 3,7 Hektar mehr Fläche reklamiert der Gemeinderat. In einem Brief von Bürgermeister Peter Schäfer heißt es: „Einhellig ist sich der Gemeinderat darin einig, dass die Annahmen und Prognosen für die Gemeinde Eberdingen mit den drei Ortsteilen Eberdingen, Hochdorf und Nussdorf unzureichend sind.“ Die Dreiergemeinde sei dezentral strukturiert und benötige dringend eine ausgewogene und maßvolle Entwicklung aller drei Ortsteile. Für Eberdingen bedeutet dies Verzicht auf „Bruckenäcker“ (0,5 Hektar), dafür „Oberer Hessel“ (2,8 Hektar). In Hochdorf wird auf „Nördlich Frankenweg/Römerweg“ (0,7 Hektar) verzichtet, dafür „Eselsweide“ (0,9 Hektar) und Vergrößerung der Fläche „Berg“ (von 0,9 auf 1,4 Hektar). In Nussdorf Vergrößerung der Fläche „Hinter dem Zaun“ (von 2,6 auf 2,9 Hektar).
Der Entwurf der Flächennutzungsplan-Fortschreibung muss vom Regierungspräsidium Stuttgart genehmigt werden. OB Maisch: „Da sind wir schon darauf gespannt, wie diese Stellungnahme aussieht.“
