OB erwartet zum Maientag schönes Wetter
Vaihingen (elf) – „D’zit isch do…“ heißt es einmal mehr am kommenden Pfingstmontag, wenn in Vaihingen mit dem Maientag eines der ältesten Kinderfeste Baden-Württembergs gefeiert wird. Ohne bahnbrechende Neuigkeiten wird es laut Oberbürgermeister Gerd Maisch einen „eher typischen Maientag“ geben. Doch mit einer Besonderheit könne auch die neueste Auflage des Heimatfestes aufwarten: „Einen kalendarisch früheren Maientag hat es wohl noch nie gegeben.“
Die Stiefmütterchen sind noch nicht verwelkt, die Sommerpflanzen lassen naturgemäß noch etwas auf sich warten. Dem Kalender indes ist’s egal. Da Pfingsten in diesem Jahr so früh stattfindet wie selten, treibt’s auch den Maientag zeitlich gesehen weit nach vorne. Da blickt der OB verständlicherweise mit bangem Blick gen Himmel. Denn: Zu gut kann sich der Rathauschef daran erinnern, wie seine Premiere im vergangenen Jahr buchstäblich ins Wasser fiel. Ungünstiger hätte das erste Mal für einen neuen Oberbürgermeister nicht laufen können, zumal ihm traditionsgemäß nachgesagt wird, er sorge zum Maientag fürs gute Wetter. Kein Wunder, dass Maisch das Internet bemüht und die zehntägige Vorhersage studiert hat. Jetzt ist sich der OB sicher: „Es wird ein schöner Maientag.“
Damit dürfte er recht behalten, wenngleich auch in diesem Jahr einige Festbesucher das Bierzelt vermissen werden. Für adäquaten Ersatz wird wieder Linda Ade mit ihrem Bistrozelt samt großem Biergarten sorgen. „Bei dem schönen Wetter könnte es dieses Jahr ein echter Testlauf werden“, so Maisch. Das Angebot mit dem Biergarten funktioniere eben hauptsächlich bei trockener und sonniger Witterung. Wenn dann wider Erwarten der Zuspruch nicht erfolgt, müsse man sich für die Zukunft Gedanken machen, wenngleich es schwierig sei, Alternativen zu finden. Stadtkämmerer Jürgen Liegmann dazu: „Wenn es aber gut läuft, werden wir uns dem Publikumsgeschmack entsprechend verhalten.“
Das fünftägige Fest beginnt am Freitag (9. Mai) und findet traditionell am Pfingstmontag seinen Höhepunkt. Froh ist das Stadtoberhaupt, dass es am Freitagabend um 19 Uhr mit „Die kleine Nachtigall“ wieder ein Theaterstück in der Stadthalle geben wird – wenn auch ohne direkten Bezug zum Maientag. Ermöglicht wird dies durch die Zusammenarbeit der Lebenshilfe Vaihingen-Mühlacker und dem Theater Dimbeldu.
Am Pfingstmontag geht es in aller Herrgottsfrühe um 4.30 Uhr los mit verschiedenen Ständchen des Musikvereins Vaihingen im gesamten Stadtgebiet. Nach der Begrüßung der Gäste im Sitzungssaal des Rathauses durch Oberbürgermeister Gerd Maisch gegen 8 Uhr wird der Maientag eine halbe Stunde später mit Fanfaren und der Übergabe des Löwenpokals auf dem Marktplatz eröffnet. Dabei wird der Exil-Vaihinger Rolf A. Kern ein Grußwort sprechen. Weitere 30 Minuten später startet der historische Festumzug mit 84 Gruppen und knapp 3200 Teilnehmern.
Der Umzug durch die Heilbronner Straße, Grabenstraße, Angelstraße, Kehlstraße und Stuttgarter Straße über den Marktplatz in die Stadtkirche stellt einen Streifzug durch die Vaihinger Geschichte bis in die Gegenwart dar. Zum ersten Mal dabei ist der Wagen „125 Jahre evangelische Jugendarbeit in Vaihingen“, der vom Evangelischen Jugendwerk Vaihingen präsentiert wird. Ebenfalls neu ist der Wagen zum 175-jährigen Bestehens des Männergesangvereins Vaihingen. Nach langjähriger Pause beteiligt sich die Grundschule Horrheim wieder am Festzug. Dass in diesem Jahr zwei Musikkapellen weniger spielen werden, liegt daran, dass der Pforzheimer Fanfarenzug nur alle zwei Jahre dabei ist und der Musikverein aus Revereto, eine mit Ensingen befreundete italienische Gemeinde, auch nicht alle Jahre mitwirkt. So sorgen elf Musikkapellen für den guten Ton.
Während im ökumenischen Gottesdienst in der Stadtkirche das Thema „So ein Schaf!“ lautet, widmet sich in der anschließenden Rondellfeier die Schülerin Johanna Grözinger aus der Klassenstufe 12 des Stromberg-Gymnasiums dem diesjährigen Maientagsmotto „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“ von Guy de Maupassant. Die Rondellfeier ist ein weiterer Höhepunkt am Maientag mit Liedern, Gedichten, dem Lauf nach dem Maien und dem Flößertanz.
Auch neue Programmpunkte wird es dieses Jahr geben. So veranstaltet das anatolisch-alevitische Kulturzentrum von Samstag (10. Mai) bis Dienstag (13. Mai) jeweils ab 11 Uhr im Vereinsheim, Gerberstraße 17, einen Tag der offenen Tür. Der Kunstverein Vaihingen wird am Sonntag und Montag jeweils von 11 bis 17 Uhr im Pulverturm die Kunstausstellung „Stadt–Land–Fluss III“ zeigen. Außerdem veranstaltet der VfB Vaihingen am Pfingstmontag um 16 Uhr ein Fußballspiel VfB Vaihingen – VfB Stuttgart Amateure.
Grüße aus der ungarischen Partnerstadt überbringt die Tanzgruppe Morgenstern aus Köszeg, die nicht nur beim Festumzug und bei der Rondellfeier teilnimmt, sondern auch beim Seniorennachmittag am Samstag (14.30 - 17 Uhr) im Weinzelt Nonnenmacher einen Auftritt haben wird. Weitere Programmpunkte am Samstag sind das 32. Konzert für Kinder um 15 Uhr in der Sporthalle Alter Postweg und die Maientags-Weinprobe um 19.30 Uhr in der Stadthalle. Am Sonntag wird es um 11 Uhr in der Peterskirche eine musikalische Matinee mit der CJD Jugendmusikschule Vaihingen geben, während es von 15 bis 17 Uhr in der Peterskirche um „Spuren christlicher Spiritualität“ geht. Veranstalter ist der Verein Innenhof. Um 18 Uhr folgt das große Platzkonzert des Musikvereins auf dem Marktplatz und um 20 Uhr das Konzert zum Maientag mit dem Kammerorchester Vaihingen in der Peterskirche. Das Maientagskonzert wird es am Montag um 20 Uhr in der Stadtkirche geben.
Der Nachmaientag am Dienstag gehört den Kindern. Um 14.30 Uhr gibt es Puppentheater und Kinderschminken im Weinzelt Nonnenmacher. Um 15.30 Uhr werden Kinderspiele im Rondell mit Mastklettern angeboten. Sein Ende findet der Maientag gegen 22.30 Uhr mit dem großen Feuerwerk.
