Horrheim (aa) – Freitag, 17 Uhr. In der Klosterbergstraße gibt’s fast kein Durchkommen. Nach dem Grund für den Andrang muss nicht lange gesucht werden, er löst sich durch die Menschen auf, die mit Pflanzen aus der alten Kelter kommen. Beim Obst- und Gartenbauverein ist wieder großer Blumenmarkt angesagt.
„Habt ihr keine Enzian-Stöcke mehr?“ Die Frau, die da auf den OGV-Vorsitzenden Udo Krieger einredet, ist fast schon beleidigt. Auch andere hätten die Enzian-Stöcke vermisst, meint sie. Krieger versucht’s im Frieden, vertröstet auf Samstag. „Wir werden sehen, was wir tun können.“ Rund 10000 Pflanzen hat der Verein für seinen Blumenmarkt, der eigentlich immer am Muttertagswochenende stattfindet (diesmal ist man aus den bekannten Gründen eine Woche früher dran) wieder besorgt. 1a-Ware, wie die Vereinsverantwortlichen beteuern. Aus drei Gärtnereien der Region kommt die Ware. „Wir haben ja einen guten Ruf zu verteidigen“, sagt der Vorsitzende, der an der Kasse steht und sich über den Andrang und die Euro freut.
Der Zulauf ist wie immer gewaltig. Nicht nur die Horrheimer sind dabei, wenn ihr OGV zum Blumenmarkt einlädt, viele Stammkunden aus den Nachbarorten lassen sich das Angebot in der alten Kelter nicht entgehen. Selbst aus Enzweihingen oder Sachsenheim kommen seit Jahren Hobbygärtner, die von der Qualität des Horrheimer Angebotes begeistert sind. Geranien, hängend oder stehend und rot – das ist immer wieder der Renner des Blumenmarktes. Ewige Liebe fürs Grab werden gerne gekauft. „Erstklassige Auswahl zu günstigen Preisen“ – das ist das Motto beim OGV. 2,20 Euro zahlt man für Jasmin, 2,30 für Hängefuchsien, 1,95 für stehende Geranien, 2,20 für Margariten oder 70 Cent für Tagetes, sechs Euro für Fuchsien. Die freundliche Bedienung durch rund 20 Helferinnen und Helfer gibt’s gratis. Und wer seine Ware auch gleich einpflanzen lassen will – kein Problem, auch das wird erledigt und gehört zum Service.
Erfahrungsgemäß verkaufen die OGVler rund 60 Prozent der Ware, der Rest geht wieder zurück an die Lieferanten. „Eine optimale Lösung ist das“, freut sich Udo Krieger, der auch den Standort alte Kelter nicht missen will. „Wir können am Abend einfach die Türen schließen. Und am Samstag geht der Verkauf dann weiter.“
Auf noch etwas freut sich der Vorsitzende: auf den Blumenschmuckwettbewerb, der heuer in der 49. Auflage durchgeführt wird. Da ist dann zu sehen, was aus den Pflanzen, die beim Blumenmarkt gekauft wurden, geworden ist.
