Donnerstag, 24. Mai 2012

Maibäume in der Region


Maibaumfeier in Hochdorf. Foto: Bögel
Maibaumfeier in Hochdorf. Foto: Bögel

Mittwoch, 18 Uhr, vor dem Rathaus in Riet: Es wird immer die gleiche Frage gestellt und die Antwort sofort mitgeliefert. „Beim Aufstellen des Maibaums hat es doch noch nie geregnet.“ Die Zuschauer stehen unter Schirmen oder unter dem Vordach des Verwaltungsgebäudes, die Feuerwehrleute, die den Baum hochwuchten, sind mit den Einsatzhelmen vor dem Nass geschützt. Eine Unwägbarkeit wurde aber bereits im Vorfeld der Veranstaltung beseitigt: ein altes Antennenkabel ist abmontiert worden. Es war sonst immer wieder Millimeterarbeit, den Maibaum an der Leitung vorbei aufzustellen. Im letzten Jahr war der Stamm zu lang und brach ab.
Die 23. Maibaumfeier in Riet ist auch Gelegenheit, für einen kommunalpolitischen Rumdumschlag. Das Thema – ganz klar – der Hochwasserschutz. Ortsvorsteherin Roswitha Haid: „Die Spitze des Eisbergs wurde im Eberdinger Bürgermeister-Wahlkampf sichtbar. Wir wurden als Quertreiber, Blockierer und Verhinderer angeprangert. So wird eine Meinung gebildet. Danach hatte die Verwaltung mit ihrem Fachmann leichtes Spiel.“ Einen Dank spricht Haid an die Bevölkerung für die große Unterstützung aus, äußert aber auch „Enttäuschung über die Machtpolitik der Verwaltung“. Aber: Einigkeit mache stark und die Dorfgemeinschaft halte zusammen.
Patschnasse Musiker in Hochdorf – bei strömenden Regen untermalen sie das Maibaumaufstellen neben dem Rathaus. Da haben selbst die Landfrauen aus Hochdorf mit dem Kranz Probleme: „Durch den Regen klebt alles“, schimpft eine Helferin. Der Baum wird mit Hilfe eines Autokrans aufgestellt. Bürgermeister Peter Schäfer: „Das hat bei uns eine lange Tradition. Jedes Jahr findet die Veranstaltung in einem anderen Ort der Dreiergemeinde statt.“
Von einer Tradition können auch die Feuerwehrleute in Oberriexingen sprechen. Gestern Morgen stellen sie bereits den 17. Baum auf. Knapp 26 Meter lang und 900 Kilo schwer ist die Douglasie, die jetzt auf dem Ennery-Platz thront. Der Kran hat den Baum, der am letzten Freitag im Reutwald geschlagen wurde, nur zur Sicherheit am Ausleger. Mit Schwalben wuchten die Oberriexinger Feuerwehrleute die Douglasie in die Höhe. Da haben sie Routine.
Den ersten Maibaum gibt es am Donnerstag in Sersheim. 18,60 Meter ist er hoch – und das ist kein Zufall. Schließlich orientieren sich die Sersheimer Löwen am TSV 1860 München. Über 800 Besucher verfolgen das bajuwarische Spektakel beim Schlössles-Brunnen.(ub)


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