Donnerstag, 24. Mai 2012

Jahreskonzert Jugendmusikschule






Die musikalische Früherziehung in Aktion. Foto: Arning
Die musikalische Früherziehung in Aktion. Foto: Arning

Vaihingen (wes). Bei ihrem Jahreskonzert stellt die CJD Jugendmusikschule Vaihingen das gesamte Ausbildungsprogramm vor. Kein Wunder, dass der Andrang dabei riesengroß ist. Am Samstag war die Stadthalle bis auf den letzten Platz besetzt. Das umfangreiche Programm bestätigte den seit Jahren schon bestehenden Eindruck vom sehr hohen Ausbildungsniveau.
Der Leiter des CJD Jugenddorfes, Klaus-Dieter Drensek, versprach den Besuchern nicht zu viel, als er in seiner Begrüßung einen abwechslungsreichen und kurzweiligen musikalischen Abend ankündigte. Zugleich dankte er den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften, die an der Jugendmusikschule mitwirken. Drensek freute sich besonders über die Zuwendungen von etlichen Sponsoren, welche die Arbeit der CJD-Jugendmusikschule nachhaltig unterstützten. Besonders hob er die Robert-Breuning-Stiftung hervor, die der Schule alleine 30000 Euro zur Verfügung stellte.
 Die jüngsten Schülerinnen und Schüler leiteten das vielfältige Programm ein. Unter der Leitung von Christine Wrase und mit Unterstützung von Helga Schmidt hatten sie im Rahmen der Musikalischen Früherziehung einen bunten Frühlingsreigen einstudiert. Begleitet vom Akkordeonensemble der Musikschule sangen und tanzten die Kleinen mit offensichtlicher Begeisterung ein Lied, das mit der Zeile begann „Voll Freude wolln wir singen, dass uns die Ohren klingen“. Die jüngsten Schülerinnen und Schüler an Streichinstrumenten zeigten im MiniMaxOrchester unter der Leitung von Katrin Gläser, dass sie schon viel gelernt haben. Ebenso bewies das Gitarrenensemble unter der Leitung von Andrea Meyer beachtliche Griffsicherheit auf den Saiten und brachte zwei tänzerisch heitere Stücke zu Gehör. Vom Flötenchor, der ebenfalls von Christine Wrase geleitet wird, wurden zwei Werke aus dem 16. Jahrhundert in feiner Intonation dargeboten.
Der Leiter der Jugendmusikschule, Peter Kopp, brachte seine Freude über die Entscheidung der baden-württembergischen Landesregierung zum Ausdruck, ein Musikerziehungs-Programm unter dem Motto „Singen – Bewegen – Spielen“ zu realisieren und dafür 16 Millionen Euro unter anderem zur Deckung von Personalkosten auszugeben. Peter Kopp wies allerdings darauf hin, dass dies die Jugendmusikschulen schon seit 30 Jahren leisten würden. In einer bewegenden Zeremonie verabschiedeten Peter Kopp und viele Schülerinnen und Schüler die langjährig an der CJD Jugendmusikschule Vaihingen tätige Lehrerin Selma Erhardt. Seit dem 1. Oktober 1984 unterrichtete sie an der Musikschule Vaihingen und war auch von 1991 bis 1999 stellvertretende Schulleiterin. Peter Kopp meinte, sie habe im Lauf von 26 Jahren zwischen 2500 und 3000 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Nicht nur Schüler, die sie noch bis vor kurzem unterrichtete, kamen auf die Bühne der Stadthalle, um Selma Erhardt eine Rose zum Dank zu überreichen, es war auch gelungen, zahlreiche Ehemalige, die zum Teil schon junge Erwachsene sind, ausfindig zu machen. Auch sie überreichten zum Abschied eine Rose. Sichtlich bewegt nahm Selma Erhardt den riesigen Blumenregen entgegen.
Eine große Zahl von Schülerinnen und Schülern der Jugendmusikschule war bei den Wettbewerben „Jugend musiziert“ auf Regional- oder Landesebene außerordentlich erfolgreich. Für Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch war es eine Freude, allen Preisträgern persönlich für ihre Leistungen zu danken und sie mit anerkennenden und aufmunternden Worten zu ehren. Und Peter Kopp rief den Ausgezeichneten zu: „Macht weiter so und verliert nicht den Spaß an der Musik.“
Ein Percussionensemble unter der Leitung von Ineke Busch, in dem auch Cora Geywitz an der Pauke mitwirkte, die beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ einen ersten Preis erzielte, ließ kraftvolle Rhythmik mit unterschiedlichsten Instrumenten erklingen, wobei Cora Geywitz auch ein Pauken-Solo bravourös ausführte. Eine weitere beim Landeswettbewerb erfolgreiche Schülerin aus Vaihingen ist die Geigerin Ursa Grau, die in Friedrichshafen einen zweiten Preis errang. Begleitet von Simon Wallinger am Klavier führte sie ein anspruchsvolles Scherzo aus einer Sonate von Johannes Brahms auf. In die Pause wurden die Zuhörer mit fetzigen Klängen entlassen, die von einer Band unter der Leitung von Andreas Bader gekonnt dargeboten wurden.
Den zweiten Teil des Jahreskonzerts der CJD Jugendmusikschule eröffnete das Sersheimer Percussionsensemble, das von Burkhardt Wörnle geleitet wird. Die Rockband „Impulsiv“ überzeugte mit heißem Sound und der Junge Chor erfreute unter der Leitung von Elvira Lessle, am Klavier begleitet von Deborah Drensek, mit frischen, jungen Stimmen und sängerischem Temperament.
Zum Abschluss des Jahreskonzerts nahmen auf der Bühne der Stadthalle nacheinander zwei Orchester Platz. Zunächst spielte das Juniororchester mit Frank Heinz als Dirigent mit Elan zwei Hits, mit denen die „Beatles“ einst begeisterten. An der Einstudierung war auch Christine Wrase beteiligt. Vollen sinfonischen Klang entfaltete das von Peter Kopp anfeuernd geleitete Jugendsinfonie-Orchester. Unter Mithilfe von Tilman Aupperle hatten die ambitionierten Musikerinnen und Musiker ein Medley mit dem Titel „Themes from 007“ einstudiert und boten damit ein mitreißendes Finale des mehrstündigen Jahreskonzerts.


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