Donnerstag, 24. Mai 2012

Lange Einkaufsnacht in Vaihingen






Modenschau bei Sämann. Fotos: Arning
Modenschau bei Sämann. Foto: Arning
Guggenmusiker als Stimmungsmacher.
Guggenmusiker als Stimmungsmacher.

Vaihingen (aa). Am Wetter kann man halt nicht drehen. Traumhafte Temperaturen zum Wochenbeginn, alles ist auf Frühling eingestellt. Und dann Herbststimmung zur langen Einkaufsnacht am Freitag in Vaihingen. Bei acht Grad plus zogen es viele vor, den Abend zu Hause auf dem Sofa zu verbringen.
Drei dieser Eventnächte hat die Werbegemeinschaft Vaihingen (WGV) in diesem Jahr geplant: Noch am 16. Juli zum Start ins Strandleben auf dem Marktplatz und am 26. November vor dem Weihnachtsmarkt. Dazu kommen zwei verkaufssoffene Sonntage (6. Juni mit Weindorf) und am 3. Oktober (mit Herbstmarkt). „Wenigstens regnet es nicht“, kommentierte Hans Becker, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Vaihingen, kurz nach 19 Uhr die Lage. Er fand dazuhin immerhin noch Trost in der Feststellung, „dass heute doch deutlich mehr los ist als an den meisten Freitagen um 18 Uhr“. Doch das konnte die Stimmung insgesamt nicht heben.
Die Gärtner, die eigentlich den Marktplatz frühlingshaft beleben sollten, fehlten. Ein Vaihinger Autohaus wollte sich in der Fußgängerzone zeigen. Es wurde nicht gesehen. Der Stand mit dem Blechspielzeug fehlte. Da hat ganz sicher das Wetter den entscheidenden Anstoß gegeben. Das zwang zum Beispiel auch das Team der Metzgerei Maulick mit dem Wurststand in den Laden. Man hatte zwar schon für außen alles vorbereitet, doch dann ging die Truppe nach dem starken Wind lieber auf Nummer sicher. Andere hielten dagegen tapfer draußen aus: Der Grundschulförderverein der Schlossbergschule Vaihingen mit seinem Crêpesstand (Erlös für die Anschaffung eines Klettergerüstes), die Vaihinger Radler mit ihrem nach Schnitzel duftenden Fahrradstand oder auch die Basketballer. Ausgesprochen betriebssam ging es im Kaufhaus Sämann zu. Die Modenschau in der Damenabteilung war ein Angebot, das seine Wirkung nicht verfehlte. Im ganzen Haus gab es zudem Sonderaktionen.
Die Idee mit der Verpflichtung der Guggenmusik „D’Hochdorfer Fleggafetzer“ muss an dieser Stelle besonders gelobt werden. Die rund 20 Musiker um Rocky Grünholz verstanden es, mit der eigenwilligen Interpretation alter Schlager („Ce Sera“, „Tränen lügen nicht“, „Mary Loo“, „Liebeskummer lohnt sich nicht“) Stimmung zu verbreiten.
Ist der Probierstand von Weinbau Allmendinger bei solchen Abenden immer von einer Menschentraube umlagert, so war der Andrang recht übersichtlich. „Und so gefroren wie heute habe ich nicht mal, als wir Glühwein ausgeschenkt haben“, meinte Manuela Almendinger. Den Spruch des Abends hatte aber Knut Berberich, Stadt- und Kellerführer in Vaihingen, auf den Lippen: „Seit der Kachelmann im Gefängnis sitzt, isch’s Wetter au nemme des.“


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