Mittwoch, 23. Mai 2012

Ausschuss besichtigt Luigareal




Illinger Gemeinderäte besichtigen das Luigareal. Der einsame Kastanienbaum darf stehenbleiben. Fotos: Elsässer
Illinger Gemeinderäte besichtigen das Luigareal. Der einsame Kastanienbaum darf stehenbleiben. Fotos: Elsässer

Illingen (elf) – Die Bodensanierung auf dem Luigareal in Illingen ist in vollem Gange. Am Mittwochabend informierten sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses vor Ort über den Fortschritt der Arbeiten.
Wenn auf einem Gelände dieser Größenordnung gebaggert wird, ist man vor Überraschungen nicht gefeit. Zwar blieben auf dem Luigareal bislang die großen Sensationen wie Fliegerbomben oder römische Gutshöfe aus. Doch aktuell sorgt ein freigelegter Tank für Erstaunen. „Die Form könnte es als U-Boot erscheinen lassen“, sagte Dr. Rüdiger Philipps vom Büro Weber-Ingenieure in Pforzheim. Doch restlos geklärt sei es noch nicht, was da gut ein bis zwei Meter unter dem Erdboden auftauchte. Fest steht, dass das Objekt komplett mit Sand gefüllt ist und von massiven Stahlträgern, die quer darüber eingearbeitet wurden, geschützt worden war. Der Sand werde jetzt entfernt und der Metalltank – wenn es denn einer ist – der Schrottverwertung zugeführt. Das wäre unterdessen nicht der erste Tank, der auf dem Gelände der ehemaligen Firma Stahlbau Illingen ausgebuddelt wurde. In der Ecke Luigstraße/Uhlandstraße haben die Arbeiter einen 50000-Liter-Tank freigelegt, der restlos mit Wasser gefüllt war. Er wurde bereits entleert und verschrottet.
Ob sich nicht doch noch etwas Spektakuläres findet, muss jetzt noch geklärt werden. Denn von Illinger Bürgern sei der Hinweis gekommen, dass sich auch ein Bunker unter dem Areal befinden soll. „Da werden wir jetzt mal den Bagger ranlassen und sehen, ob sich das bewahrheitet“, sagte Philipps.
Schlechte Kunde gab es hinsichtlich des Bereichs, in dem künftig Wohnbebauung entstehen soll. Das Erdreich besteht dort vorwiegend aus Auelehm. Regenwasser sickere dort nicht nach unten ab, sondern staue sich auf und fließe in Richtung Erbbach ab. Daher sei es für künftige Häuslesbauer unbedingt erforderlich, Trennmaterial zwischen Kellerwand und Erdreich einzuarbeiten. „Wer hier mit Keller baut, muss sich mit einer weißen Wanne vor drückendem Wasser schützen“, sagte Rüdiger Philipps. Unter einer weißen Wanne versteht man ein wasserundurchlässiges Betonbauwerk, das eine abdichtende Funktion gegenüber Wasser aufweist. Diese Wanne erhält keine zusätzlichen Abdichtungen.
Beim Austausch von belastetem Bodenmaterial hätte es bislang keine Überraschungen gegeben. Entsprechend der Voruntersuchungen sei vorwiegend Carbidschlamm abgetragen worden. 24 Container seien bereits von der Firma Ecosoil aus Filderstadt zu einer Sondermüllanlage transportiert worden. Auch Hausmüll, den man einst bei einer Geländeauffüllung abgelagert hatte, sei gefunden worden, berichtete der Ingenieur den Gemeinderäten. In manchen Bereichen des Geländes sei der Boden in Ordnung, so dass dort keine Austauschmaßnahmen nötig sind. Stehen bleiben darf auch die große Kastanie inmitten des Luigareals.
Bis Ende Mai soll die Bodensanierung angeschlossen sein – so die Planung. „Wir liegen momentan gut im Zeitplan“, sagte Bürgermeister Harald Eiberger im Gespräch mit unserer Zeitung. Letztlich wisse man nicht, ob nicht doch noch unvorhergesehene Probleme auftauchen. Zeitgleich treibt die Verwaltung das Bebauungsplanverfahren voran, das derzeit in der Entwurfsphase ist. Auch die Planung für die Erschließung des Geländes ist in vollem Gange.
Da bereits Gespräche mit Investoren geführt werden, möchte der Bürgermeister möglichst schnell für Baurecht sorgen. Doch ob der Satzungsbeschluss des Bebauungsplans noch vor oder erst nach den Sommerferien erfolgt, ließe sich derzeit noch nicht sagen. Nächste Woche stehe die für den Bebauungsplan erforderliche Lärmschutzwand entlang der Bahnlinie auf der Tagesordnung. Positives Signal laut Eiberger: „Die Gespräche mit der Bahn sind bislang gut verlaufen.“




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