Hochdorf (elf) – Geringer Aufwand – große Wirkung: Für lediglich 25000 Euro hat die Gemeinde Eberdingen in der Schillerschule in Hochdorf eine Mensa eingerichtet. Zweimal in der Woche bekommen die Schüler dort ab sofort ein leckeres Mittagessen.
Was Bernd Langhans von der gleichnamigen Landmetzgerei in Oberriexingen gestern den Kindern auf die Teller schöpfte, ließ ihnen das Wasser im Munde zusammenlaufen: Putenschnitzel mit Nudeln, Soße und Salat gab es für die Fleischzähne, einen deftigen Gemüseeintopf für diejenigen, die es lieber vegetarisch lieben.
Für nur drei Euro können sich die Kinder der Schillerschule jeden Dienstag und Donnerstag satt essen. Denn an diesen Tagen findet konzentriert Nachmittagsunterricht statt. Gegessen wird in zwei Schichten: von 12 bis 12.45 Uhr und von 12.45 bis 13.30 Uhr. 20 bis 25 Kinder sind es in aller Regel, die das Angebot wahrnehmen. Dazu kommen noch zwei bis vier Kinder vom benachbarten Kindergarten an der Schillerstraße, die von einer Erzieherin oder Praktikantin zum Essen begleitet werden.
„Das hat richtig gut angefangen“, freute sich Rektor Traugott Ruske, der die Schulmensa gestern gemeinsam mit dem Eberdinger Bürgermeister Peter Schäfer offiziell einweihte. Dass Bernd Langhans das Essen ausschöpfte, sei eine Ausnahme gewesen. Künftig wird diesen Part (zweimal drei Stunden in der Woche) Eduviges Kober aus Hochdorf übernehmen, die eigens eingestellt wurde.
Wie schnell die Umsetzung einer Schulmensa funktionieren kann, zeigt das Beispiel Schillerschule in Hochdorf deutlich auf: Es war im vergangenen Schuljahr, als die ersten Anfragen von Eltern bezüglich eines Essensangebots an der Schule kamen. Rektor Ruske hat umgehend reagiert und im Herbst eine Umfrage unter den Eltern gestartet. Das Ergebnis fiel derart positiv aus, dass sich noch in der Dezemberrunde der Gemeinderat mit der Thematik befasste und einen Tag vor Nikolaus 25000 Euro für eine Schulmensa bereit stellte.
Nur 25000 Euro? „Es war uns möglich, auf die Errichtung eines neuen Gebäudes zu verzichten, weil wir auf den TW-Raum zurückgreifen konnten“, sagte Bürgermeister Schäfer. Dieser Raum, der früher für das Technische Werken diente, grenzt direkt an die Küche an, die im letzten Jahr für 95000 Euro erneuert wurde. Somit waren in der Mensa nicht mehr viele Arbeiten zu erledigen: Elektrik, Wasseranschluss, Malerarbeiten, Tablettwagen sowie Tische und Stühle. Teuerster Posten war mit rund 10000 Euro die Theke für die Essensausgabe. Jetzt müssen nur noch die alten Schränke erneuert werden.
„Mit diesem Angebot können wir in die Ganztagesbetreuung einsteigen“, sagte der Bürgermeister. „Dazu gehört ein schmackhaftes, gesundes und bezahlbares Essen.“ Die Mensa sei auch gut für die Attraktivität der Schule. Dabei erwähnte der Schultes auch die Investitionen in die neue Küche und die neuen Computer (35000 Euro).
