Kleinglattbach (ub). Thema Waffenbesitz: Kreisjägermeister Robert Kühn (Großbottwar) äußerte seine Verwunderung, dass jetzt erst die Nachfrage nach Waffenschränken gestiegen sei, von Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch gab es für die Jäger am Samstagnachmittag einen verbalen Seitenhieb.
Der fliehende Hase im Ortswappen von Kleinglattbach stellte den passenden Rahmen für die Mitgliederversammlung des Kreisjägervereins Hubertus Ludwigsburg in der Halle im See dar. Schon mehrmals hat sich der aktuell 632 Mitglieder zählende Kreisverein in Kleinglattbach zur Jahresversammlung getroffen.
Ein Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen war das Thema Waffenbesitz der beherrschende Diskussionspunkt bei den Jägern. „In den groß angelegten Berichten und Diskussionen über Waffen, Besitz, Notwendigkeit und Gefahr stehen wir Jäger auch immer im Blickfeld, besonders unserer Jagdgegner. Es ist deshalb sehr wichtig, dass wir uns streng an die gesetzlichen Vorgaben und Vorschriften halten und keinerlei Angriffsfläche zeigen“, so das Plädoyer von Kreisjägermeister Robert Kühn in Kleinglattbach. Es sei aber schon bemerkenswert, dass erst jetzt, nach dem Amoklauf und der Androhung von Kontrollen, die Nachfrage nach Waffenschränken enorm angestiegen sei, obwohl das Gesetz schon seit 1. April 2003 in Kraft getreten ist. Kühn: „Diesen Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen.“
Der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch lobte in seinem Grußwort die gute Verbindung der Stadt zu den Jägern. Auch würden die Jäger sehr verantwortungsbewusst mit dem Thema Waffen umgehen. Aber als die Stadt Vaihingen als Waffenbehörde die Besitzer aller Waffen angeschrieben habe und einen Nachweis über die Unterbringung der Waffen verlangt habe, da habe es doch eine „kleine Zahl“ von Waffenbesitzern, „darunter auch Jäger“, gegeben, die „zumindest sonderbare Briefe zurückgeschickt haben“. Maisch: „Das habe ich doch eher als befremdlich angesehen. Ich hätte mir viel eher gewünscht, dass sich die Jäger an die Spitze der Bewegung stellen, damit hier Ordnung geschaffen und schwarze Schafe aussortiert werden.“ Das sei aber leider nicht ganz so gewesen. Insgesamt seien bei der Stadt Vaihingen seit letzten Sommer rund 600 Waffen abgegeben worden.
Eine anderes Thema bei der Mitgliederversammlung des Kreisjägervereins Hubertus in der Halle im See in Kleinglattbach waren die Jagdsteuer und das Fallwild. Seit dem vergangenen Jahr ist im Landkreis Ludwigsburg nach einem Beschluss des Kreistags die Jagdsteuer abgeschafft. Eines der Hauptargumente für die Abschaffung war immer die Beseitigung von Fallwild. Kühn: „Es war und ist jetzt noch so, der Jagdausübungsberechtigte ist nicht verpflichtet, Fallwild auf öffentlichen Straßen, Autobahnen oder Bahnstrecken zu beseitigen. Das haben wir früher schon freiwillig übernommen und sollten es auch jetzt beibehalten.“ Es trage sicherlich nicht zu einem positiven Bild bei, wenn totes Wild Stunden oder gar Tage auf oder neben der Straße liege. Der Appell von Kühn an seiner Jägerkameraden: „Ich meine, jeder von uns sollte großes Interesse haben, was in seinem Revier passiert.“
