Vaihingen (ub). Wann der Baubeschluss für einen neuen Baubetriebshof in Vaihingen gefällt wird, ist noch offen. Ende April bekommt der Gemeinderat jedenfalls einen Entwurf präsentiert, wie das Gelände im Dreieck zwischen der neuen Bahnhofstraße, der Friedrich-Kraut-Straße und der Franckstraße überbaut werden kann.
Noch bis Freitag können sechs Architektenentwürfe im Saal des Feuerwehrhauses besichtigt werden, die sich allesamt mit dem Neubau des Bauhofs beschäftigen. Eine Bewertungskommission, bestehend aus Oberbürgermeister Gerd Maisch, Bürgermeister Wilfried Nestle, Vertretern der Gemeinderatsfraktionen, Fachjuroren und Fachberatern haben bereits ihren Favoriten gekrönt: den Entwurf des Ludwigsburger Architektenteams Hein, Hüttel und Lindenberger.
Neben einer neue Feuerwache plant die Stadt Vaihingen, auch einen neuen Baubetriebshof zu bauen, in den alle bisher an verschiedenen Standorten untergebrachte Einrichtungen zentral zusammengefasst sind. Bereits seit vielen Jahren werden die unzureichenden Arbeitsverhältnisse und der schlechte Bauzustand der vorhandenen Gebäude an der Friedrich-Kraut-Straße bemängelt.
Durch den Auszug der Feuerwehr und eine angedachte Verlagerung des Technischen Rathauses in die Stadtmitte gibt es genügend Platz für einen Neubau am nördlichen Stadteingang von Vaihingen. Der Neubau soll in zwei Abschnitten am vorhandenen Standort errichtet werden. Es ist dort noch ausreichend unbebaute Fläche vorhanden, so dass die wesentlichen Nutzungen dort in einem ersten Bauabschnitt untergebracht werden können. Ein zweiter Bauabschnitt kann dann realisiert werden, wenn die technischen Ämter der Verwaltung umgezogen sind. Doch das kann noch etliche Jahre dauern.
Um unter verschiedenen Lösungen für einen Neubau auswählen zu können, hat der Gemeinderat eine Mehrfachbeauftragung beschlossen. Acht Architekturbüros – darunter fünf örtliche – wurden Ende Oktober aufgefordert, Entwürfe für den Neubau eines Baubetriebshofes einzureichen. Sechs Büros lieferten ihre Arbeiten ab. Jetzt kann der Gemeinderat eine entsprechende Weiterbeauftragung erteilen. „Beim Bauhof sind wir aber nicht so im Zeitdruck wie bei der Feuerwehr, als es um Zuschüsse ging“, so Stadtplaner Ernst Loos. Für einen neuen Bauhof fehlen auch noch die exakten Kosten.
Nach Empfehlung der Bewertungskommission gibt es jetzt aber einen klaren Favoriten für die Weiterentwicklung des Projekts. Loos: „Einen zweiten Preis haben wir nicht verteilt. Der Abstand des Siegerentwurfs zu den anderen war so groß, dass wir dafür zwei dritte Preise vergeben haben.“ Drei Entwürfe kamen nicht in die nähere Auswahl.
Das Siegermodell der Ludwigsburger Architekten Hein, Hüttel und Lindenberger überzeugte die Jury durch die angenehme Verteilung von zwei klar gegliederten Baukörpern. Loos: „Da funktioniert auch der erste Bauabschnitt problemlos, auch wenn der zweite Abschnitt längere Zeit nicht kommen sollte.“ Zu dem ersten Bauabschnitt, in dem unter anderem die Holzwerkstatt, die Schlosser-Werkstatt und die Waschhalle untergebracht sind, soll es einen direkten Zugang von der Bushaltestelle der neuen Bahnhofstraße geben. Im zweiten Bauabschnitt wäre eine neue Heimat für den Winterdienst und die Gärtnerei gefunden. Stadtplaner Loos: „Es ist eine tolle Idee von dem Entwurf, dass eine Umfahrung der Hallen möglich ist.“ Mit einer Mauer und einer Überdachung ist der Weg zu den Wohnhäusern abgegrenzt. „Das ist ein super Schallschutz.“
Einer der dritten Preise ging an den Vaihinger Architekten Eberhard Lämmle. Bei seinem Entwurf bemängelte die Kommission die Zergliederung. Loos: „Irgendwie fehlt hier die große Klammer.“ Durch die Zerstückelung könne es zu Schwierigkeiten in den Betriebsabläufen kommen.
Auch einen dritten Platz gab es für den Entwurf der Vaihinger Architekten Bangert und Krawczyk. Zwar überzeuge der klar gegliederte Ansatz mit vier Gebäuden, doch die massige Gebäudesubstanz sei dort angeordnet, wo es zu der kleingliedrigen Baustruktur der Wohngebiete gehe. Loos: „Dagegen sind die kleineren Gebäudeeinheiten dort orientiert, wo der Stadteingang ist.“
Keinen Preis ergatterte der Entwurf von „kplan“ aus Arbensberg (dieses Büro baut die neue Feuerwache). Loos: „Dieser Entwurf verbraucht die meiste Fläche und hat den größten Rauminhalt.“ Das sei schon architektonische Großform. Auch keinen Preis gab es für den Entwurf der Schwarz Architekten aus Stuttgart sowie für den Beitrag von Lippeck und Lechner aus Horrheim. Die Horrheimer Planer haben einen viergeschossigen Bau am Tiefpunkt des Geländes vorgesehen. Loos: „Somit verliert er die Kraft für den Ortseingang.“
