Mittwoch, 23. Mai 2012

Ärger mit der Enzbrücke




Bei der Anbindung der neuen Enzbrücke in Roßwag gibt es in Richtung Aurich „extreme Probleme“. Die Höhenmaße haben sich dramatisch verändert. Foto: Bögel
Bei der Anbindung der neuen Enzbrücke in Roßwag gibt es in Richtung Aurich „extreme Probleme“. Die Höhenmaße haben sich dramatisch verändert. Foto: Bögel

Rosswag (ub). Der Roßwager Ortsvorsteher Hans-Dieter Eisinger mahnt zur Besonnenheit. „Wir brauchen die beste Lösung für Roßwag.“ Bei einem Vor-Ort-Termin des Ortschaftsrates am Donnerstagabend auf der neuen Enzbrücke hat er aber bewusst auf die Einladung eines Vertreters aus dem Landratsamt Ludwigsburg verzichtet. „Sonst wäre die Situation eskaliert.“
Seit Montag gibt es neue Pläne für die Anbindung der Enzbrücke in Richtung Aurich. „Dabei haben sich die Höhenmaße so verändert, dass wir fassungslos sind“, so Ortsvorsteher Eisinger. War seither von Stützmauern mit einer Höhe von 0,90 bis 1,20 Meter die Rede, gehen die Planer aktuell von einer Höhe von 2,50 Meter aus. Eisinger: „Dann haben wir in Roßwag die Klagemauer von Jerusalem.“
Mit dieser überraschenden Planungsänderung – Bauherr der Brücke ist der Kreis – gibt es „extreme Probleme“ bei der Anbindung zur Genossenschaftskellerei, zum E-Werk und zu einem Privathaus. Dazu wäre das Pumpenhaus, in dem der Verein Moschde sein Festinventar lagert, bis zur Dachkante zugemauert. Ein Abriss wäre logisch. Eisinger: „Mit dieser Situation können wir so nicht leben.“ Ortschaftsrat Rolf Allmendinger: „Bei den Plänen hat man sich um über 100 Prozent verhauen.“
In einer nichtöffentlichen Sitzung hat der Ortschaftsrat deshalb am Donnerstagabend den Beschluss gefasst, dass der Anschluss so ausgeführt wird, wie er vorher planungstechnisch auf dem Tisch lag und verabschiedet wurde. Eisinger: „Wir müssen die Planung wieder so hinschieben, dass die Höhe der Stützmauern nicht über 1,20 Meter hinausgehen.“ Beim Vor-Ort-Termin war auch die Rede von einer Aufschüttung von Grundstücken. Favorisiert wird aber eine klare Absenkung der Straße. Der städtische Tiefbauamtsleiter Matthias Röser hat jetzt einen Termin im Landratsamt, Ortsvorsteher Eisinger beim Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch. Denn der Landkreis bezahlt zwar die Kreisstraße, aber die Anbindung ist Sache der Stadt. Und bei der aktuellen Planungsänderung entstehen für die Kommune deutliche Mehrkosten.
„Diese Planungsgrundlagen waren uns aber nicht bekannt und sind so auch nicht durchführbar“, sagte Eisinger bei der Sitzung des Ortschaftsrates.
Schriftlich äußert sich das Landratsamt Ludwigsburg zu den Umplanungen: „Im vergangenen Jahr konnte die Stadtverwaltung für den geplanten Ausbau des Feldwegs nach vergeblichen Verhandlungen mit einem Eigentümer nicht wie vorgesehen ein Grundstück erwerben. Daher mussten wir Ende des vergangenen Jahres umplanen. Denn auf diesem Grundstück hätte eine Böschung errichtet werden sollen. Da dies nun nicht möglich ist, sind die Stützmauern erforderlich.“
Und weiter: „Nun haben wir uns nochmals mit der Stadtverwaltung kurzgeschlossen und darauf hingewiesen, dass die nun erforderliche Lösung mit den höheren Stützmauerm zwar technisch einwandfrei, aber optisch nicht befriedigend ist. Wir wollten damit erreichen, dass kurzfristig eventuell doch noch eine bessere Lösung zustande kommt. Wenn dies nicht möglich ist, werden wir die höheren Mauern bauen müssen. Hätte die Stadt das Grundstück erwerben können, hätten wir eine Böschung mit Blocksteinen kombinieren können. Die Höhe der Fahrbahn ist immer die gleiche geblieben.“
Ein wichtiger Termin für die Roßwager ist auch, wann die neue Brücke definitiv befahrbar ist. Aus dem Landratsamt wird immer der Termin Ende Juni genannt – doch dieser Zeitpunkt bezeichnet die endgültige Abnahme des 1,8 Millionen Euro teuren Bauwerks. Ortsvorsteher Eisinger: „Wir gehen aber nach wie vor davon aus, dass die neue Brücke bereits Ende April befahrbar sein wird. Das wurde uns versprochen.“ In der letzten Woche wurde allerdings nicht gearbeitet. Der Grund: Durch den Regen seien keine Erdbaumaßnahmen möglich.
Der städtische Tiefbauamtsleiter Röser sagte am Donnerstag in Roßwag, dass er es für möglich halte, dass der Termin Ende April gehalten wird. Ortschaftsrat Allmendinger: „Sonst muss der Kreis für eine Ersatzlösung sorgen und eine Pontonbrücke aufbauen.“




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