Vaihingen (aa). Mit welchen Zahlen wird in der CJD Jugendmusikschule gearbeitet? Der Etat für 2010 sieht Einnahmen und Ausgaben von jeweils 857666 Euro vor. 2009 waren es 864766 Euro.
Einnahmen: An Unterrichtsgebühren sind 530000 Euro veranschlagt (62,5 Prozent). Die Summe der Spenden ist auf 13000 Euro fixiert (hier gibt es bereits Zusagen). Das Land schießt 77138 Euro zu. Von Sersheim kommt eine Sonderleistung von 9678 Euro.
Derzeit wird die Schule von 748 Schülern besucht. Sie kommen aus Vaihingen (515), Eberdingen (82), Illingen (65) und Sersheim (86). Die Kommunen tragen den Abmangel, der sich bei Vaihingen auf 156875 Euro beläuft, Eberdingen zahlt rund 25000 Euro, Illingen 9400 Euro und Eberdingen rund 26200. Illingen profitiert von einem Zuschuss des Enzkreises. Pro Schüler ergibt sich für 2010 ein Zuschussbetrag von 304,61 Euro. Er lag im vergangenen Jahr noch bei 273 Euro. Damals waren 837 Schüler eingeschrieben.
Ausgaben: Die Gehälter der 40 Lehrer werden mit 654828 Euro ausgewiesen. Dazu kommen Honorare von rund 81000 Euro. Die Gehälter der Verwaltungsmitarbeiter sind mit rund 36000 Euro angesetzt, die allgemeinen Verwaltungskosten mit 40500 Euro. Dazugeschlagen werden müssen verschiedene Beiträge, Aufwendungen für die Begabtenförderung, Wegstreckenentschädigungen, Kosten für Dienstreisen…
Der Investitionsplan sieht in diesem Jahr einen Überschuss von 6000 Euro vor.
Etatzahlen
Vaiihngen (aa). Die CJD Jugendmusikschule ist der Stadt Vaihingen lieb – und teuer. Rund 156000 Euro beträgt der Zuschuss, der alleine in diesem Jahr an die Schule fließt. Der Etat liegt bei 857666 Euro. Die Qualität, die in der Musikschule abgeliefert wird, erfährt jedoch immer wieder höchste Anerkennung. Mit großem Selbstbewusstsein tritt Peter Kopp, Leiter der CJD Jugendmusikschule, alle Jahre vor den Mitgliedern des Sozial- und Kulturausschusses auf. Die Erfolge, die seine Schüler im Vergleich mit anderen Musikschulen einspielen, sprechen eine deutliche Sprache. Sechs zweite Preise und sage und schreibe 16 erste Preise beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ sind ein Renommee der ersten Güte. Die Schlagzeugschüler trommeln sich bis in den Bundeswettbewerb, die Harfinistinnen sind Spitzenklasse, die Streicher profilieren sich als Stimmführer im Auswahlorchester des Landkreises. „Unsere Begabtenförderung zeigt Wirkung“, freut sich Kopp. Derzeit betreue man 16 Schüler in der Begabtenklasse.Die Musikschule hat im Schuljahr 2008/2009 ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert und ist dabei in allen Orten, in denen sie vertreten ist, mit Konzerten aufgetreten – auch in Sersheim (und in deren Partnerstadt Canale), Illingen und Eberdingen. „Das erste Rock-Pop-Konzert in Hochdorf war ein derartiger Erfolg, dass wir es jedes Jahr anbieten wollen“, kündigt Kopp an. Als einmalige Geschichte wertet er die Durchführung des Landeswettbewerbs für Schlagzeug-Ensembles am Kaltenstein und im Friedrich-Abel-Gymnasium. Und das Versprechen für den Maientag gilt: „Wir werden selbstverständlich künftig in jedem Jahr eine Matinee mit unseren Schülern bestreiten.“ Hier hatte es bei letzten der Maientagsbesprechung Missverständnisse gegeben.Als erfreulich wertet Peter Kopp den Umstand, dass sich die Beziehungen zum Musikverein Vaihingen verbessern. Man helfe sich gegenseitig aus. „Derzeit sind wir in Kontakt über die gemeinsame Anschaffung eines Röhrenglockenspiels. Weitere Gespräche über generelle Kooperationen sollen in Kürze stattfinden.“Dass trotz der Erfolge nicht alles eitel Sonnenschein ist, verschweigt Kopp nicht. „Ein Wermutstropfen war im Sommer ein deutlicher Einbruch von fast 100 Schülern, vornehmlich im Grundfachbereich.“ Auch massive Krankheitsausfälle bei den 40 Lehrern hätten für Probleme gesorgt. Die rückläufigen Schülerzahlen sind vor allem auch mit der demografischen Entwicklung zu begründen. Kopp auf Nachfrage: „Wenn bei einer auf sechs Kinder angelegten Gruppe zwei Schüler wegbrechen, kommt der Kurs nicht zustande. Dann fallen gleich sechs Kinder raus.“ Das komme vor allen in den Teilorten vor. Dass die Kinder nach Vaihingen kommen oder hierher gebracht werden, sei nicht zu realisieren.Gespannt ist Kopp auf das Projekt Streicherklasse am Friedrich-Abel-Gymnasium: „Ich hoffe, dass sich genügend Neu-Fünftklässler anmelden.“ Und große Hoffnungen setzt er auf die Aussagen von Ministerpräsident Stefan Mappus, der zusammen mit den Jugendmusikschulen die musikalische Grundausbildung von Kindern im Alter zwischen vier und zehn Jahren vorantreiben will. Bis zur vierten Grundschulklasse sollen ab dem Sommer 2010 Kooperationen zwischen Kindergärten/Grundschulen und Musikschulen gebildet werden. Die Personalkosten übernimmt das Land. „Musikschulen werden ganz offensichtlich inzwischen als Bildungseinrichtungen wahrgenommen“, frohlockt Kopp. Und er ist auch dankbar, dass er immer wieder Sponsoren findet, die bei der Instrumentenbeschaffung helfen. So konnten mit 31000 Euro der Robert-Breuning-Stiftung vier neue Konzertpauken, eine Konzertmarimba, eine Subbassflöte sowie ein neuer Flügel finanziert werden.Und wer sich von der Qualität der Schule überzeugen will: Heute um 19.30 Uhr spielen bei einem Benefizkonzert des Lions-Clubs vornehmlich Schüler der Begabtenklasse in der Vaihinger Peterskirche. Am Sonntag (27. März) steht um 18 Uhr in der Stadthalle das große Jahreskonzert an – mit Ehrung der Preisträger „Jugend musiziert“ durch Oberbürgermeister Gerd Maisch.
