Mittwoch, 23. Mai 2012

Abwasser-Baustellen in Sersheim






Abwasser-Baustelle in der Talstraße. Foto: Arning
Abwasser-Baustelle in der Talstraße. Foto: Arning

Sersheim (aa). Die Amos-Bauarbeiter können es nicht so recht verstehen, was die Sersheimer alles mit dem Abwasser entsorgen. Unterhosen und Windeln zum Beispiel. Die haben am Wochenende ihre Pumpen lahm gelegt. Pumpen, die das Abwasser über die Baustelle in der Goethestraße hinweg befördern sollten. „Da will uns wohl jemand ärgern“, sagt ein Arbeiter.
 Doch die Klagen mit dem Müll im Abwasser haben sich rein zufällig ergeben. Die VKZ wollte eigentlich nur die Baustellen in Sersheim vorstellen.
In der Goethestraße, Ecke Krummhaarstraße, klafft vor der Bäckerei Fessler ein tiefes Loch. Hier entsteht ein Regenüberlaufbecken (RÜB). Künftig wird nach starken Regenfällen das Wasser kontrolliert in den Hauptsammler Aischbach abgeleitet. Das Grobe soll sich im Becken absetzen und nicht mehr auf die als Bolzplatz genutzte Wiese, die als Regenrückhaltebecken diente, zur Talstraße hin transportiert werden.
Die zweite Maßnahme in der Talstraße korrespondiert mit der in der Gothestraße. Hier wird am Aischbach in der Talstraße ein rund 3000 Kubikmeter großes Hochwasserrückhaltebecken erstellt. Die angrenzende Wiese wurde abgraben; fast drängt sich der Eindruck auf, dass hier ein Dorfsee entstehen würde. „Nein, das Gelände kann natürlich künftig wieder als Bolzplatz genutzt werden“, beruhigt Bürgermeister Jürgen Scholz, der nur über den Stillstand wegen des harten Winters klagen kann.
Bauherr ist die VES (Ver- und Entsorgungs mbH Sersheim), die Bauleitung haben die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen. Die Maßnahme ist eingebunden in die Umsetzung des Allgemeinen Kanalisationsplanes der Gemeinde Sersheim. Baubeginn war Ende November; als Abschluss war eigentlich Ende Februar fixiert, doch auch hier machten Eis und Schnee einen Strich durch die Rechnung. Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kübler taxiert das Bauende jetzt vorsichtig auf Ende März.
Die Kosten für die beiden Maßnahmen sind nicht von Pappe. Für das Hochwasserrückhaltebecken in der Talstraße belaufen sie sich auf rund 200000 Euro, das RÜB in der Gothestraße wird unwesentlich billiger: 180000 Euro sind hier kalkuliert.
Am Wetter kann es nun nicht mehr liegen, wenn die Arbeiten nicht zügig vorangehen. Für die nächsten Tage sind absolut ideale Bautemperaturen vorhergesagt. Die Anlieger in der Talstraße und in der Goethestraße freuen sich schon darauf, wieder mal bis an ihre Grundstücke heranfahren zu können. Und das Thema mit den blockierten Pumpen kann dann auch abgehakt werden.


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