Vaihingen (sr) – Ein jahrzehntelang gehegter Wunsch rückte gestern seiner Verwirklichung ein gutes Stück näher: Die evangelische Kirchengemeinde Vaihingen feierte mit Baggerbiss und Spatenstich den Baubeginn des neuen Pfarrhauses mit Gemeinderäumen am Wolfsberg.
Als hätte er noch nie etwas anderes getan, ließ Pfarrer Thomas Moser gestern in der Vaihinger Salzäckerstraße die Baggerschaufel tanzen. Nach einer kurzen Unterweisung von Baggerfahrer Hans Gayer der gleichnamigen Firma aus Roßwag setzte Moser auf dem zehn Ar großen Grundstück den Biss, der den Beginn der Bauarbeiten für das neue Pfarrhaus und die Gemeinderäume markierte. Kommentar von Moser zum Bedienen des Baufahrzeugs: „Schön. So schwer ist das gar nicht.“
Da doppelt besser hält, fand sich anschließend eine starke Truppe an den Spaten ein, um mit Muskelkraft den Spatenstich für das rund 1,1 Millionen Euro teure Projekt zu absolvieren. Der Anweisung von Dekan Hartmut Leins „mindestens einen Meter tief“ einzustechen, wurde mit Feuereifer Folge geleistet.
Lange genug hat die Realisierung des Neubaus auf sich warten lassen. Schon in den 70er und 80er Jahren habe es Hoffnungen gegeben, „in dem schnell wachsenden Neubaugebiet am Wolfsberg ein Gemeindezentrum zu errichten“, so Dekan Leins. Nachdem sich diese Pläne zerschlagen hatten, machte die Kirchengemeinde mit einem Grundsatzbeschluss und ersten Rücklagen im Jahr 1999 einen neuen Anlauf. 2002 konnte die damalige Kirchengemeinderatsvorsitzende Anneliese Dohse ihre Unterschrift unter den Kaufvertrag für das Grundstück setzen.
In rund einem Jahr soll das neue Pfarrhaus mit den Gemeinderäumen fertig sein. Dann kann Pfarrer Moser, der diesen größten der drei Seelsorgebezirke der Kernstadt betreut, mitten unter seinen Gemeindegliedern wohnen. Die Gestaltung und Dimension des Pfarrhauses ist hierbei durch die landeskirchlichen Pfarrhausrichtlinien vorgegeben. Im Gemeindebereich sind folgende Räume vorgesehen: ein kleiner Saal, ein Gruppenraum, Foyer und Vorraum sowie der Sanitärbereich und Lagerräume. Bei der Finanzierung wird die Landeskirche 240000 Euro tragen, der Kirchenbezirk 30500 Euro. „Den Rest muss die Kirchengemeinde aus dem Verkaufserlös des früheren zweiten Pfarrhauses, Eigenmitteln und Spenden aufbringen“, erklärt Leins.
Oberbürgermeister Gerd Maisch sieht in dem Bauvorhaben „ein Projekt mit großer Bedeutung, nicht nur für die Kirchengemeinde, sondern für die ganze Stadt“. Mit den neuen Gemeinderäumen ergebe sich die Möglichkeit, Angebote für Jugend-, Erwachsenen- und Seniorenarbeit zu erweitern. Mit Blick auf die demografische Entwicklung könne man gerade in Bezug auf die Seniorenarbeit um jedes zusätzliche Angebot froh sein.
Ursprünglich war der Baubeginn schon im vorigen Jahr geplant und Dekan Leins hoffte insgeheim, die Einweihung des Neubaus noch vor dem Eintritt in den Ruhestand feiern zu können. Mitte Juni wird Leins seinen Dienst als Dekan beenden. Es ist nicht anzunehmen, dass der Neubau bis dahin steht. Pfarrer Moser sieht darin kein Problem: „Wir laden ihn dann ein.“
Spenden unter dem Kennwort „Wolfsberg-Neubau“ an die Evangelische Kirchenpflege Vaihingen, Kreissparkasse Ludwigsburg, Kontonummer: 8003515, Bankleitzahl: 60450050.
