Vaihingen (sr) – Selbstbehauptung stärken und Gewalt verhindern lautet seit gestern das Motto in den achten Klassen der Ferdinand-Steinbeis-Realschule in Vaihingen. Ermöglicht wurde die Aktion durch eine Spende des Lions Club.
Vor rund einem Jahr fasste der Lions Club Vaihingen den Beschluss, die Gewaltprävention an Schulen zu unterstützen. „Drei Tage später war der Amoklauf von Winnenden und Wendlingen“, sagt Lions-Präsident Norbert Fischer. Gestern überreichten nun Fischer, Schatzmeister Stefan Heffner und Jugendbeauftragter Volker Zimmermann der Ferdinand-Steinbeis-Realschule (FSR) in Vaihingen einen Scheck über 800 Euro. Ein Selbstbehauptungs- und Antigewalttraining in den achten Klassen wurde so ermöglicht. Angereist waren zu diesem Zweck Uschi Daub und Kollege Frank Zindler vom Verein Jedermann. Ein Team von elf Trainern steht bei dieser Fachstelle zu den Themen Gewaltprävention und Intervention bereit.
In den vier 8er-Klassen der FSR werden Daub und Zindler mit den Jugendlichen zunächst Gewalt definieren. Es wird der Frage nachgespürt, wie es überhaupt zu Gewalt kommt. „Die Jugendlichen sollen lernen, sich zu wehren, ohne selbst gewalttätig zu werden“, so Trainerin Daub. Den Blick auf sich selber richten, sei eines der Ziele. In Konfliktsituationen müsse der körperliche Abstand gewahrt werden. Daub: „Ein Schritt zurück bedeutet keine Schwäche.“ Grenzen setzen, mit wenigen, aber klaren Worten und die Körpersprache stehen im Fokus. Man dürfe sich wehren, nur nicht so, dass man selbst zum Täter werde. Drei Jahre lang musste an der FSR die Aktion ausfallen, es haperte am Geld. Nun stopfte der Förderverein des Lions Clubs die Lücke, die nach der traditionellen Finanzierung durch die Familienbildung Vaihingen und den Förderverein der Schule noch klaffte. „Früher hatten wir noch andere Fördertöpfe“, sagt Margit Rösslein, Leiterin der Familienbildung. Jeweils dreieinhalb Stunden werden die Trainer in den Klassen verbringen. Dabei werden Szenen durchgespielt und aufgezeichnet. Dann könne demonstriert werden, wie eine Situation aus Sicht eines Zeugen aussieht. Das „Opfer“ kann durch sein Verhalten schnell als Täter erscheinen. Das muss nicht sein. Trainerin Daub: „Die Schüler müssen kapieren, dass sie selbst entscheiden können, was sie machen.“
