Mittwoch, 23. Mai 2012

Eindrücke vom Neubürgerempfang






Was erwartet uns beim Neubürgerempfang?
Was erwartet uns beim Neubürgerempfang?
...eine Informationsbörse.  Fotos: Arning
...eine Informationsbörse. Fotos: Arning

Vaihingen (aa). Der Musikverein besorgt die Mischung wie im richtigen Leben. Der ehrwürdige Saint-Triphon-Marsch als Auftakt, Grönemeyer-Melodien dann zur Überleitung. Alle Altersschichten sollen sich angesprochen fühlen beim Vaihinger Neubürgerempfang.
Waldetrudis Leister ist 86 Jahre. Seit Kurzem wohnt sie im Vaihinger Karl-Gerok-Stift. Für sie war es klar, dass sie zusammen mit ihrer Tochter Maria Bontrup der Einladung des Oberbürgermeisters zum Empfang in die Stadthalle folgen würde. Auch für die 66-jährige Bärbel Berner, die in der Ziegelgartenstraße wohnt, ist der Gang in die Stadthalle an diesem Sonntagnachmittag Pflicht. „Es ist wunderbar in Vaihingen“, schwärmt sie.
In der Menschenmasse steht die Familie Scheller aus Kleinglattbach. Mama Susanne hat den Jüngsten, Manuel (3), huckepack genommen, Luisa (6) und Emelie (8) hängen noch an ihr. Auch Papa Helmut und Oma Erika sind natürlich dabei. Die Familie Scheller wohnt seit April in Kleinglattbach. Er stammt aus dem Ruhrgebiet, sie aus Kempten. Zuletzt haben sie in Besigheim gewohnt. Ein Grund für den Umzug war die Vaihinger Waldorfschule. Und auch Frau Schellers Mutter Erika Sonnleitner hat sich kurz entschlossen in der Breslauer Straße niedergelassen. „Es gefällt uns ganz gut hier“, sagen alle.
Das hört natürlich der OB gern. „Es ist uns wichtig, dass Sie sich in Vaihingen wohl und hoffentlich bald zu Hause fühlen“, sagt Gerd Maisch, der beim letzten Empfang vor zwei Jahren selbst noch als Neubürger lief. Seit 2008 sind immerhin rund 1400 Menschen nach Vaihingen gezogen.
Der neue Lebensmittelpunkt soll bei diesem Empfang vorgestellt werden. Vaihingen will sich als moderne Stadt im starken Wirtschaftsraum der Region Stuttgart an einer Schnittstellenposition zwischen Stuttgart und Karlsruhe präsentieren. Immerhin gibt es rund 7000 Arbeitsplätze.
Der Faktor Wissen habe in Vaihingen eine hohe Bedeutung, meint Maisch. Es gebe ein durchgängiges Schulsystem bis hin zur Waldorfschule. Die Ganztagesbetreuung werde stetig ausgebaut. Gerd Maisch rühmt die reizvolle Landschaft zwischen Wiesen, Wald und Reben: „Darauf sind wir schon ein bisschen stolz.“ Und es gebe vielfältige Möglichkeiten, sich in der Gemeinschaft einzubringen, die Heimat auch bei den großen Festen wie dem Maientag zu erleben.
„Vaihingen ist eine Stadt, in der es sich leben lässt, in der das Wohnen und das Arbeiten Freude machen und in der Sie sich wohl fühlen.“ Das soll so bleiben, betont der OB. „Wir wollen in den kommenden Jahren die wirtschaftliche Entwicklung Vaihingens weiter aktiv und offensiv unterstützen und uns für eine qualitative und quantitative Verbesserung des Angebotes einsetzen", verspricht er. Natürlich gehe die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht spurlos an der Stadt vorbei. 2008 habe man das beste Jahr in der Stadtgeschicht gehabt, „2010 ist es gerade umgekehrt“. Die Lücken im Haushalt könnten nur durch die angesammelten Rücklagen gedeckt werden. Mit einer konjunkturellen Erholung werde man aber überdurchschnittlich profitieren, den speziell auf dem „Perfekten Standort“ habe sich schon viel getan.
„Miteinander sprechen“ sollte gestern das Motto des Empfangs sein. Der OB begnügt sich deshalb auch mit einer 15-Minuten-Rede, in der ihm nur einmal das Wort Neujahrsempfang statt Neubürgerempfang rausrutscht. Die Ortsvorsteher, Stadträte, Amtsleiter, Vertreter der Schulen, der Kindergärten, von Familien-Bildung und vom Bürger-Treff stehen für Auskünfte bereit. Die neue Stadtinformationsbroschüre, erstellt von der Vaihinger Kreiszeitung, liegt druckfrisch auf. Selbst eine Kinderbetreuung ist organisiert. Und beim Neubürgerempfang wird sogar ein Kino ermöglicht. Vorgeführt wurden Sendungen über die Stadt, die in den letzten Monaten über diverse Fernsehsender ausgestrahlt worden waren. Nur ein wenig kalt ist es im Kinoraum. Aber da kann der Hausmeister auf die Schnelle nichts mehr ändern. Aber wenn das alles ist…
Das Team der Stadtführer darf natürlich nicht fehlen. An diesem strahlenden März-Sonntag kommt nach Stadtwein und Brezeln ein kleiner Spaziergang gerade recht.


Seitenanfang