Vaihingen (pv). Zum dritten Mal veranstaltet die Stadt Vaihingen einen speziellen Empfang für ihre Neubürger. Am Sonntag (7. März) um 14 Uhr wird Oberbürgermeister Gerd Maisch die Neubürger in der Stadthalle begrüßen.
Umfangreiche Informationen über die Angebote und Möglichkeiten in ihrer neuen Heimatstadt erwarten die Besucher. Martina Fischer, Pressesprecherin der Stadt Vaihingen, ist hoch zufrieden mit der Resonanz auf die Anfang Februar verschickten Einladungen: Rund 300 Bürger, die in den letzten zwei Jahren in die Enzstadt und in ihre Stadtteile gezogen sind, haben sich angemeldet.
Was erwartet die Gäste? Nach einem musikalischen Auftakt durch den Musikverein Vaihingen wird Oberbürgermeister Gerd Maisch die Besucher willkommen heißen. Im Anschluss an seine Ansprache stehen den Neubürgern kompetente Ansprechpartner – darunter die Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher, Mitglieder des Gemeinderats, städtische Amtsleiter sowie Vertreter von Schulen, Kindergärten, Jugendarbeit, Familien-Bildung und BürgerTreff – für persönliche Gespräche zur Verfügung. Präsentiert wird bei dieser Gelegenheit die neue Stadtinformationsbroschüre, die in Zusammenarbeit mit der Vaihinger Kreiszeitung entstanden ist.
Als Hilfestellung für Neubürgerfragen aller Art und als Wegweiser durch die Angebote der Stadt ist die Veranstaltung zu sehen. Deshalb hat die Stadtverwaltung auch zahlreiche Infotafeln mit wissenswerten Informationen vorbereitet, die den Neubürgern die Orientierung in der neuen Heimat erleichtern sollen. Wer diese Informationen aufmerksam „studiert“, ist danach sicher auch in der Lage, das vorbereitete Neubürgerquiz zu beantworten. Unter allen richtigen Einsendungen verlost die Stadt Geldwertkarten für das Enztalbad, Eintrittskarten für die Vaihinger Kulturmomente und Buchpreise.
Für die kleinen Neubürger haben sich die Erzieherinnen der städtischen Kindergärten ein Extra-Programm ausgedacht. Dies gehört genau so zum Rahmenprogramm des Neubürgerempfangs wie die Bewirtung mit Brezeln, Stadtwein und alkoholfreien Getränken. Im Anschluss an den Empfang bietet das Stadtarchiv Führungen durch die Vaihinger Innenstadt an. In vier Gruppen erhalten die Neubürger Gelegenheit, Geschichte und Wurzeln der Stadt kennen zu lernen. Ziel ist es, den „Neu-Vaihingern“ auf diese Weise die Identifikation mit ihrer Heimatstadt zu erleichtern.
Einwohnerrückgang bis 2030
Vaihingen (aa). „Willkommen in Vaihingen!“ Oberbürgermeister Gerd Maisch wird am Sonntag die Neubürger begrüßen. Doch es werden auch unterm Kaltenstein und in den acht Teilorten weniger. Die Statistiker prognostizieren für Vaihingen bis 2030 einen Einwohnerrückgang von rund zwei Prozent – ganz im Landestrend.
Vaihingen hat in den letzten Jahren mächtig an Einwohnern zugelegt. 1991 lebten hier 24900 Menschen, derzeit sind des über 28000. Doch der Zuwachs wird gebremst. Von einem Einwohnerverlust in einer Größenordnung von 3,5 Prozent gehen die Statistiker in den nächsten 20 Jahren in Baden-Württemberg aus. Ein Zuwachs wird nur noch für Baden-Baden und Ulm erwartet. Der Kreis Ludwigsburg ist mit einem Minus von 2,6 Prozent ausgewiesen, der Enzkreis sogar mit einem Minus von 4,8 Prozent. Die Einwohnerzahl Vaihingens wird laut Statistischem Landesamt von 28901 (2008) um rund zwei Prozent auf 28342 (2030) sinken. Für ihre Berechnungen nehmen Statistiker an, dass das derzeitige Geburtenniveau konstant bleibt, dass die Lebenserwartung bis 2030 um 2,5 Jahre ansteigt und dass die Kommunen von der Zuwanderung profitieren. Die sogenannten Wanderungsgewinne sind allerdings auch ein Unsicherheitsfaktor. Es wird davon ausgegangen, dass die Zuwanderung zunimmt, wenn ab 2012 auch für die neuen EU-Staaten – Tschechische Republik, Polen, Lettland, Slowakei, Estland, Litauen, Slowenien, Ungarn, Malta, Zypern, Rumänien und Bulgarien – die volle Freizügigkeit gilt. Ein entscheidender Faktor ist dabei der Arbeitsmarkt. Ist der gut, gibt es auch Zuwanderung – vielleicht. Oder andere Regionen ziehen Arbeitskräfte an.
Den Bevölkerungsstand von Ende 2008 haben die Statistiker eigentlich erst für 2012 erwartet; der Rückgang ist jedoch arbeitsmarktbedingt schneller gekommen, die Wanderungsgewinne sind deutlicher eingebrochen als erwartet. Der Zenit bei den Bevölkerungszahlen wird nach den Berechnungen der Statistiker spätestens 2020 überschritten sein.
Im Kreis Ludwigsburg werden 2030 nur vier der 30 Kommunen mit über 5000 Einwohnern mehr Einwohner haben als 2008: Asperg (+ 2,3 Prozent), Murr (+ 2,6), Schwieberdingen (+ 7,6) und Remseck (+ 5,1). Etwa die Hälfte der Kommunen wächst zunächst bis 2015 und verliert erst dann an Einwohnern (so wird es zum Beispiel für Vaihingen erwartet). Die andere Hälfte schrumpft kontinuierlich und zum Teil recht stark. Hemmingen wird ein Minus von 12,4 Prozent vorhergesagt; das sind fast 1000 Einwohner. In Sersheim sind es rund 3,7 Prozent (von 5244 auf 5052), in Eberdingen gar 7,1 Prozent (von 6435 auf 5976).
