Vaihingen (aa). Die Vaihinger Lampenwelt wird immer vielfältiger. „City Light“ heißt das neueste Modell, das unter anderem auf dem Baresel-Gelände und nun auch im Mühlkanal strahlt – mit Natriumdampflampen. HQL gehört der Vergangenheit an.
Lutz Erdösi ist der städtische „Stromer“, Herr über gut 7000 Lichtmasten und Leuchten. Die EU-Richtlinien treiben ihn schon lange um. Wenn ab 2015 die bisherigen Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (HQL) nicht mehr zulässig sind, sollen auch in Vaihingen die Lichter nicht ausgehen. Die Umstellung auf Natriumdampflampen kann nicht auf einen Schlag erfolgen; das würde den städtischen Haushalt sprengen. Da auch der Antrag zum Konjunkturpaket II nicht von Erfolg gekrönt war (einen 25-Prozent-Zuschuss hätte es da gegeben), bleibt nichts anderes übrig, als die normal für die Straßenbeleuchtung eingesetzten Mittel so sinnvoll wie möglich zu verwenden.
„Was ist uns am wichtigsten?“, lautete die Frage. Da stieß man zunächst mal auf die gut 30 Jahre alten Kugellampen. „Die strahlen das Licht in alle Richtungen ab, nur nicht dahin, wo es soll“, sagt der Stadtelektriker. „Und die Reparatur ist aufwendig", weiß Erdösi aus inzwischen 20-jähriger Erfahrung. Die Lampenkugeln, oft auch Ziel von „Anschlägen“, sind zudem sehr teuer. Gut 170 Euro kostet eine Kugel.
War ein Lichtmast seither in aller Regel mit zwei Kugeln und zwei 80-Watt-Birnen versehen, so genügt bei den neuen City-Light-Lampen (Kosten pro Stück rund 500 Euro) eine 70-Watt-Lampe, deren gelbliches Licht zwischen 22 und 5 Uhr auf 50 Watt heruntergezoomt wird. „Früher haben wir jede zweite Lampe abgeschaltet, um Energie zu sparen, das hat jedoch immer wieder recht dunkle Löcher ergeben“, weiß Erdösi. Ihm wäre es am liebsten, wenn alle Kugellampen aus dem Stadtbild verschwinden würden. Vorläufig reicht das Geld jedoch nur für den Mühlkanal, die Bädergasse, die Köpfwiesen-Parkplätze und den Bereich beim Sämann. Die Kugeln sind unter anderem noch im Bereich Marktgasse zu finden.
In der Fußgängerzone dominiert ein dritter Lampentyp, den Matthias Röser, Leiter des Tiefbauamtes, als „architektonisch hochwertig“ charakterisiert. Auch hier sind noch die HQL-Lampen drin. Wenn es die ab 2015 nicht mehr zu kaufen gibt, muss eine Lösung gefunden werden. „Wir können uns noch mit einem Satz HQL-Lampen eindecken“, überlegt Erdösi, „doch eine Lösung ist das ja auch nicht.“ Er träumt von LED-Lampen, die jedoch (noch) sündhaft teuer sind. Bei der Giebelbeleuchtung in der Fußgängerzone wird er mit dem gleichen Problem konfrontiert. Einige Tausend 7-Watt-Glühbirnen sind da montiert, da bekommt er das Stück für 50 Cent. Entsprechende LED-Lämpchen kosten momentan um die neun Euro. „Wenn da mal eine Entscheidung ansteht, bin ich gespannt, wie die ausgeht“, sagt Erdösi.
Dass das Vaihinger Stadtbild in der Grabenstraße noch mit einem weiteren Lampenvariante bereichert wird, ist unter anderem in der Grabenstraße zu bestaunen. Und in der neu gestalteten Austraße wird demnächst eine noch nicht vorkommende Lampengattung Einzug halten: eine Schildkröte. Natürlich mit Natriumdampflampen.
