Illingen (elf) – Der beißende Geruch Jahrzehnte alter Toilettenanlagen steigt den Schülern der Grund-, Haupt- und Realschule Illingen täglich in die Nase. Jetzt soll Abhilfe geschaffen werden. Bis Pfingsten sollen die Planungen fertig sein und dann mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Im gleichen Atemzug ist auch geplant, die Küche zu renovieren und mit einer neuen Einrichtung zu versehen.
Ein Vergnügen ist es wahrlich nicht, die Toiletten im Altbau, wo die Grundschule untergebracht ist sowie die WC-Anlage beim Nordbau zwischen Atrium und Stromberg-Sporthalle aufzusuchen. Uringeruch lässt einen den Atem anhalten, die Kabinen sind viel zu eng, die Fließen versprühen den angestaubten Charme der 50er und 60er Jahre, die Waschbecken erinnern an Waschräume bei der Bundeswehr. Da schiebt so mancher Schüler sein Geschäft bis zu Hause auf.
Ein Rundgang mit Bürgermeister Harald Eiberger und Schulleiter Andreas Petermann bringt die Mängel an den Tag: Aufgrund ihres Alters verströmen die Bodenfliesen in den Toiletten der Grundschule trotz regelmäßiger Reinigung einen unangenehmen Geruch. Die einzelnen Kabinen sind, gemessen an modernen Standards, viel zu eng, an einer Tür im Mädchen-WC fehlt ein Griff und die Rohrleitungen müssen ebenfalls ausgetauscht werden. Wenigstens die Kloschüsseln sowie Urinale wurden zwischenzeitlich erneuert.
Gleiches Bild auch in der nördlichen WC-Anlage beim Atrium. Die emaillierte Pinkelrinne stellt ein eher spritziges als angenehmes Vergnügen dar. Die Kabinen sind beinahe noch enger als in der WC-Anlage im Altbau, so dass das Reinigungspersonal kaum noch Platz zum Arbeiten hat. Besucher von Veranstaltungen haben beim Verrichten ihrer Notdurft keinen Platz, um etwas abstellen zu können. Mitunter sind sogar die Siphons im Boden durchgerostet. Für beide Toilettenanlagen gilt daher: Alles, inklusive der Wand- und Bodenfliesen kommt raus und wird erneuert. „Beide Toiletten sollen in einem Aufwasch renoviert werden, damit wir die Leistungen aufgrund der Menge etwas günstiger bekommen“, hofft Bürgermeister Eiberger.
Nicht nur die WCs, auch die Schulküche, die sich im Altbau direkt unter der Grundschultoilette befindet, muss renoviert werden. Im Rahmen der energetischen Sanierung werden neue Fenster eingebaut, die Wasserleitungen werden erneuert sowie die Inneneinrichtung ausgetauscht. Im Vergleich zur rund 50 Jahre alten Gebäudehülle ist das Küchenmobiliar auch schon gut 20 bis 30 Jahre alt. So werden hier für den hauswirtschaftlichen Unterricht der Haupt- und Realschule in neuer Aufteilung wieder 16 Arbeitsplätze und ein Bereich für Tische und Stühle entstehen. Auch eine komplett neue Zu- und Abluftanlage muss in die Küche eingebaut werden. Da Schulküche und WC-Anlage im Altbau direkt übereinander liegen, wird es dort gemeinsame Versorgungsleitungen geben.
Am morgigen Mittwoch wird der Illinger Gemeinderat über die Vergabe der Planung an einen Architekten abzustimmen haben. Da das Architekturbüro Martin Großmann aus Gündelbach bereits den Energieausweis erstellt sowie die Sanierung der Flachdächer durchgeführt hat, schlägt die Verwaltung dem Gremium vor, dieses Büro mit den Architektenleistungen für die Küchen- und Toilettensanierungsarbeiten zu beauftragen.
Doch wenngleich die Verwaltung aufs Tempo drückt, brauchen die Eltern nicht um den Gesundheitszustand ihrer Kinder zu fürchten, wie Bürgermeister Harald Eiberger betont: „Das Gesundheitsamt wird uns jetzt nicht gleich aufs Dach steigen.“
