Mittwoch, 23. Mai 2012

Große Sammelaktion




Müllsammler von der Schlossbergschule. Foto: Bögel
Müllsammler von der Schlossbergschule. Foto: Bögel

Vaihingen (ub). Den Eintopf in der Aula von Schloss Kaltenstein hatten sich die Helfer verdient: In knapp zwei Stunden putzten am Samstag über 600 Bürger die Markung der Vaihinger Kernstadt. Damit wurde auch die neunte Aktion der Agendagruppe „Sauberes Vaihingen“ zum Erfolg.
 „Die jährliche Putzaktion zeigt Wirkung“, freute sich auch der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch. Wie die Sammler übereinstimmend berichteten, hat sich die Müllmenge gegenüber dem Vorjahr wieder leicht reduziert. Maisch: „Das ist ein gutes Zeichen. Vielleicht hat sich bei dem einen oder anderen doch im Kopf der Hebel umgelegt.“
Vom Ansturm der Helfer waren die Mitglieder der Agendagruppe regelrecht überrascht. 560 Anmeldungen lagen vor – „es waren aber dann weit über 600 Leute, die auf den Beinen waren“, war sich Manfred Auch von der Agendagruppe „Sauberes Vaihingen“ sicher. Sogar die Buttons, die die Sammler ausweisen, gingen aus. „Wir mussten Anstecker von 2009 nehmen und überschreiben“, sagte Auch. Wahrscheinlich habe es die Bürger nach dem langen Winter am Samstag bei frühlingshaften Temperaturen „in das Freie gezogen“.
Die Viererklassen der Schlossbergschule waren mit 40 Leuten unterwegs, um den Bereich rund um den Friedhof zu säubern. „30 Zigarettenkippen habe ich schon gefunden“, klagte ein Schüler. „Ich habe 20 Klöpferle an der Treppe zur Schlossbergstraße entdeckt“, sagte sein Klassenkamerad. In verschiedenen Teams waren die Schüler auf Tour.
Mit 67 Personen beteiligten sich die Royal Rangers am 9. Vaihinger Frühjahrsputz. Das Industriegebiet-Ost stand bei ihnen auf dem Reinigungsplan. „Große Sachen sind nicht in unseren Müllsäcken, aber das mit den Kippen summiert sich. Auch Alkoholflaschen sind ordentlich viel dabei“, erzählte Benedikt Gunzenhauser. Die Pfadfinder sammelten auch entlang der Neuen Bahnhofstraße.
Zerschlagene Flaschen an der Bushaltestelle bemängelten die 20 Helfer der evangelisch-methodistischen Kirche, die am Samstag unterwegs waren. Kippen, Zigarettenverpackungen, Staniolpapierchen – alles wurde akkurat aufgesammelt und in die blauen Müllsäcke gesteckt. Auch drei „abgelatschte Schuhe“ gehörten zur „Beute“ der Sammler auf dem Feldweg entlang der Stuttgarter Straße in Richtung Enzweihingen. „Die Grundreinigung ist aber gegeben“, wusste Gunther Singer. „Die großen Sachen, die wir bei der ersten Putzete fanden, die gibt es jetzt nicht mehr.“ So hatten die Leute der evangelisch-methodistischen Kirche beim Auftaktsammeln vier Autobatterien gefunden.
Als Besonderheit der Putzaktion galt am Samstag ein kleines Lager an der Enz. Sammler hatten hier jede Menge Flachmänner aufgespürt.
„Unsere Aktion hat sich zur Freude aller etabliert“, sagte Agenda-Sprecher Manfred Auch. „Wir haben am Samstag später angefangen und waren angesichts der vielen Helfer früher fertig“, so seine Bilanz.
Dabei haben die Macher schon die zehnte Putzaktion im Visier. „Die machen wir auf jeden Fall und dann probieren wir, ob wir zum Abschluss nicht irgendwas Größeres hinbekommen“, gab OB Maisch die Devise aus. Er wolle die zehnte Aktion auf jeden Fall „kräftig unterstützen“.
 Am Samstagmittag gab es für die Helfer nicht nur den Eintopf aus der CJD-Küche, sondern zur Unterhaltung auch eine 20-minütige Zauberschau. Auch: „Der gemeinsame Putztag sollte einmal mehr dazu dienen, dass sich die Vaihinger Bürger, egal ob jung oder alt, ihrer Mitverantwortung für die öffentliche Sauberkeit in der Kernstadt bewusst werden. Damit wird die Stadt für Außenstehende und Fremde ansprechender und attraktiver und die Eigenidentität der Kernstadtbürger erfährt eine Stärkung.“




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